Doppelt steckt besser

Redakteur: Kristin Rinortner

Kombinierte oder modulare Steckverbindersysteme gibt es seit vielen Jahren. Bisher konnten jedoch z.B. beim Verlegen von zwei Anschlussleitungen nur zwei Steckverbinder direkt nebeneinander Heiko Meier*

Anbieter zum Thema

Kombinierte oder modulare Steckverbindersysteme gibt es seit vielen Jahren. Bisher konnten jedoch z.B. beim Verlegen von zwei Anschlussleitungen nur zwei Steckverbinder direkt nebeneinander montiert werden. Bei vielen Servomotoren wurde somit eine geschirmte Leistungsversorgung und eine weitere geschirmte Signalleitung angeschlossen. Das soll sich jetzt ändern.

Als Stecksystem hat sich bei Antrieben der M23-Rundsteckverbinder als „Quasi-Standard“ etabliert – Platzprobleme inklusive. Diese ergeben sich, wenn zwei Rundsteckverbinder auf engem Raum direkt nebeneinander montiert sind. Folglich ist die Handhabung beim Stecken schwierig und zeitaufwändig. Oft wird am Schaltschrank sogar ganz auf eine Steckverbindung verzichtet.

Um derartige Anwendungen einfacher handhabbar zu gestalten, wurde der Twin-Steckverbinder aus der Han-Modular-Reihe entwickelt. Der „Zwilling“ macht z.B. bei einem defekten Antrieb einen sehr schnellen Motorwechsel möglich und reduziert die Stillstandszeiten in der Produktionsstätte erheblich.

Ausstattung des Zwillings

Optisch erscheint der Han-Modular Twin mit seinen Maßen 39 mm × 44 mm wie ein IP65-Industriesteckverbinder im Kleinformat (Anlaufbild). Er wird aus einer Aluminium-Druckgusslegierung hergestellt und besitzt ebenfalls ein Anbaugehäuse mit dem Han-Easy-Lock-Verriegelungsbügel.

Das Tüllengehäuse ist zweigeteilt. Es besteht aus einem oberen Teil mit dem Kabeleingang sowie einem darunter verwendeten Trägergehäuse (Bild 1). Dieses Design ermöglicht zum einen eine einfache Montage der Einsätze in das Tüllengehäuse, und zum anderen einen schnellen und sicheren Anschluss der Kabelseite. Auch Kabel-zu-Kabel-Verbindungen lassen sich leicht ohne zusätzliche Kupplungsgehäuse oder andere Sonderteile realisieren.

Der Leistungs- und Signalbereich ist jeweils in einer einzelnen metallisch voneinander getrennten Kammer untergebracht. Der Kabelschirm kann im Tüllengehäuse mit einer Schelle an einer metallischen Trennwand festgeklemmt werden (Bild 2). Eine durchgehende, strörsichere Trennung ist gegeben.

Vielfältig bestückbar

Als Kontakteinsätze werden die Module der Han-Modular-Baureihe (Bidl 3) eingesetzt. Dies macht das System sehr flexibel, da bereits auf unterschiedliche Anforderungen optimal abgestimmte Module existieren. Es stehen diverse Leistungsmodule bis 50 A und 830 V, Signalmodule mit bis zu 25 Kontakten sowie spezielle Datenmodule zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil ist die Verwendung der Han-Kontakte, die sich als Standard im Bereich Industriesteckverbinder etabliert haben. Die Crimpkontakte sind bei den Monteuren und Anwendern bekannt und akzeptiert. Entsprechende Crimpwerkzeuge stehen ebenfalls in der Regel bereits zur Verfügung.

Aus eins mach zwei

Das System integriert bewährte Technologien in einem neuen Steckverbinderkonzept, das gleichzeitig offen und flexibel für weitere Ergänzungen ist. Mit einer Umspritzvariante lassen sich komplett geprüfte Systemkabel herstellen.

Auch ein Winkeladapter zum direkten Anbinden an Motoren kann leicht realisiert werden. So entsteht eine alternative Steckverbinder-Technologie für Servomotoren, die zwei Rund- zu einem Rechtecksteckverbinder vereint.

HARTING KGaA, Tel. +49(0)5772 47244

*Heiko Meier ist Product Manager bei der HARTING Electric GmbH & Co. KG in Espelkamp.

(ID:185064)