Multi-Touch-Technologie Display lässt Struktur des berührten Bildes spüren
Dank eines neu entwickelten Verfahrens spürt der Anwender bei dem Multi-Touch-Display von NLT, wo das Bild auf dem Gerät dargestellt ist.
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Eine neue Art der Multi-Touch-Technologie hat NLT Technologies zusammen mit seiner europäischen Vertriebsvertretung Renesas bei einem Prototypen eines LC-Displays entwickelt: Sobald der Anwender mit einem oder mehreren Fingern an der Stelle des angezeigten Bildes über das Display streicht, erzeugt das Display einen Tastimpuls der Oberflächenstruktur. In Bereichen außerhalb des Bildes wird dagegen kein Tastimpuls erzeugt. So kann der Benutzer nicht nur visuell, sondern auch per Tastsinn erkennen, in welchem Bereich eines Displays das Bild gezeigt wird.
Der Impuls lässt sich zusammen mit dem Bildobjekt lokalisieren, so dass jeder Finger seinen eigenen Impuls spürt. Das Display eignet sich damit für eine taktile Mehrfinger- oder Mehrpersonen-Interaktion parallel zur visuellen Information. Ein herkömmliches taktiles Touch-System wie bei einem Smartphone präsentiert auf seiner gesamten Fläche den gleichen Impuls. Alle mit der Oberfläche in Kontakt kommenden Finger erhalten also den gleichen Reiz.
Lokalisierter Tastreiz
Im Gegensatz hierzu liefert die Tactile-Touch-Technologie von NLT über elektrostatische Kraft einen lokalisierten Tastreiz. Die elektrostatische Kraft wird mithilfe des Beat-Effekts an der Stelle erzeugt, an der sich angeregte X-Elektroden mit angeregten Y-Elektroden überkreuzen, was den taktilen Impuls für den Benutzer ergibt. Die bei dem Panel verwendete taktile Touch-Technologie ermöglicht eine Interaktion mit mehreren Fingern.
Auf dem Glaspanel des Displays sind eine Reihe von Elektroden horizontal (X) und vertikal (Y) angeordnet. Die zum Bildfeld gehörenden X- und Y-Elektroden werden jeweils mit unterschiedlichen Frequenzen angesteuert. Am Kreuzungspunkt der Elektroden entsteht eine elektrostatische Kraft, die der Differenz der beiden Frequenzen entspricht. Streicht der Benutzer mit seinem Finger über die Oberfläche, so ergibt sich eine Veränderung des durch die elektrostatische Kraft modulierten Reibungswiderstands.
Durch die Variation des Reibungswiderstands liefert das Display den taktilen Impuls. In Bereichen ohne Bilder ist dies nicht der Fall. Somit können die Stellen der Objekte für die Impulse auf bestimmte Bereiche eingegrenzt werden, um so die Anwendung für mehrere Finger zu ermöglichen. Diese taktile Touch-Technologie mit matrixförmiger Elektroden-Anordnung umfasst eine relativ kleine Anzahl von Elektroden, was den Aufbau von Displays mit höherer Auflösung und größeren Abmessungen ermöglicht.
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