Kommentar zu den US-Zöllen DigiKey: Mit Außenhandelszone und Marktplatz-Filtern die Zölle zähmen

Ein Gastkommentar von Dave Doherty, President von DigiKey 2 min Lesedauer

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Die US-amerikanische Handelspolitik sorgt im Frühjahr 2025 für Verunsicherung bei den Importzöllen. Einer der weltweit größten Elektronik-Distributoren sitzt in den USA: DigiKey. In einem Kommentar erklärt Dave Doherty, President von DigiKey die Strategie des Unternehmens, mit der Kunden transparent informiert werden.

DigiKey ist einer der weltgrößten Distributoren für Elektronikkomponenten.(Bild:  DigiKey)
DigiKey ist einer der weltgrößten Distributoren für Elektronikkomponenten.
(Bild: DigiKey)

Wer sich die derzeitige US-amerikanische Handelspolitik anschaut, verspürt am ehesten wohl Verunsicherung, Verwirrung oder gar Verärgerung hinsichtlich der Importzölle, die augenscheinlich ziemlich freigiebig ausgerufen werden. In einem Bericht haben wir bereits versucht, die Lage insbesondere mit Blick auf die Halbleiter aufzuarbeiten und einzuordnen. Doch: wir wollen an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass die politischen Entwicklungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Lage kann sich täglich ändern, was es für Elektronik-Hersteller, aber auch speziell für Distributoren schwierig macht, die Situation einzuschätzen.

Seit Sommer 2015 ist Dave Doherty President von DigiKey.(Bild:  DigiKey)
Seit Sommer 2015 ist Dave Doherty President von DigiKey.
(Bild: DigiKey)

Am 8. April 2025 stellte der US-amerikanische Distributor DigiKey, einer der weltgrößten Anbieter für Elektronikkomponenten, der Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS einen Kommentar zu den aktuellen Entwicklungen bei den US-amerikanischen Zöllen zur Verfügung. Mit offenen Worten möchte Dave Doherty, President des Unternehmens, darlegen, wie DigiKey mit der aktuellen Lage umgeht. Dabei wird vornehmlich Wert auf Transparenz gelegt, etwa über eine besondere Filterfunktion im Marketplace. Zudem betreibt DigiKey die gemessen an der Menge der durchlaufenden Sendungen größte Außenhandelszone in den USA. Was das bedeutet und wie DigiKey weiterhin mit den Kosten umgeht, durch die Zölle entsteht, erfahren Sie nachfolgend im Kommentar von Dave Doherty.

Eine dynamische Lage: Erklärung von Dave Doherty, President von DigiKey

„DigiKey steht in engem Austausch mit seinen Lieferanten und Zollexperten, um die Auswirkungen von Zöllen auf unsere Kunden möglichst abzumildern oder zu reduzieren. Die Lage ist sehr dynamisch – wir beobachten die Entwicklungen kontinuierlich und passen unsere Maßnahmen entsprechend an.

Dabei setzt DigiKey insbesondere im Bereich E-Commerce auf Transparenz und Auswahlmöglichkeiten für Kunden. Wir möchten unsere Kunden bei ihren Kaufentscheidungen bestmöglich unterstützen und als verlässlicher Partner zur Seite stehen. Auf unserer Website haben wir deshalb einen Filter integriert, mit dem gezielt nach Produkten mit oder ohne Zollaufschlag gesucht werden kann. Wir empfehlen jedoch, diesen Filter nicht als alleiniges Kriterium zu nutzen, da die Zollbelastung je nach Herkunftsland und Verarbeitungumfang in der jeweiligen Region sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Weiterhin hat DigiKey in Lösungen investiert, die unseren internationalen Kunden zusätzliche Vorteile bieten: Über den DigiKey Marketplace können Produkte etwa direkt vom Lieferanten an den Kunden versendet werden, ohne vorher unser US-Lager zu durchlaufen – so lässt sich eine Einfuhr in die USA und damit verbundene Zollkosten vermeiden.

Zudem betreibt DigiKey die größte Außenhandelszone (Foreign Trade Zone, FTZ) der USA – gemessen an der Anzahl der durchlaufenden Sendungen. Produkte, die in diese Zone geliefert werden, gelten rechtlich erst dann als importiert, wenn sie die Zone verlassen und innerhalb der USA versendet werden. Waren, die aus der FTZ direkt international versendet werden, gelten daher nicht als in die USA importiert und unterliegen keinem US-Zoll.

Grundsätzlich verfolgt DigiKey die Strategie, nur jene Zollkosten an Kunden weiterzugeben, die tatsächlich angefallen sind. Die Höhe der anfallenden Zölle kann dabei je nach Lieferant oder Produkt unterschiedlich ausfallen – je nachdem, welche Kosten DigiKey direkt entstehen oder was Lieferanten an DigiKey weitergeben.“ (sb)

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