Debug-, Trace- und Programmierwerkzeuge für KI-Beschleuniger, virtuelle Targets, Safety-Nachweise und Support für neue Miktocontroller liegen bei den gängigen Tool- und Testwerkzeug-Herstellern im Mittelpunkt.
Die Schlagworte "Ki-getrieben" und "Software-definiert" stehen auch bei den führenden Herstellern von Test- und Debug-Werkzeugen für Mikrocontrollerbasterte Systeme eine zentrale Rolle.
PLS erweitert die UDE Universal Debug Engine 2026 um Funktionen für das Debuggen, die Laufzeitbeobachtung und die Validierung datenflussorientierter Algorithmen. Gemeint sind Anwendungen, wie sie bei Embedded-KI-Beschleunigern zunehmend relevant werden. Die neuen Werkzeuge wurden im Rahmen eines geförderten Forschungsprojekts für die Bosch Data Flow Architecture entwickelt und in die aktuelle UDE-Version integriert.
Die Bosch DFA ist als hochparalleler, dynamisch konfigurierbarer Hardwarebeschleuniger für datenflussbasierte Berechnungen ausgelegt. Laut PLS eignet sich die Architektur wegen geringer Leistungsaufnahme und überschaubarem Flächenbedarf für den Einsatz in eingebetteten Systemen und SoCs. Für die Entwicklung ist vor allem relevant, dass sich solche Datenflussgraphen mit klassischen Debug-Methoden nur eingeschränkt untersuchen lassen.
PLS bindet die DFA deshalb als zusätzlichen Core in die Debugger-Oberfläche ein. Der Beschleuniger kann einzeln oder synchron mit den Host-Cores gestartet und gestoppt werden und ist Teil einer Run-Control-Gruppe. Dadurch lassen sich Hauptapplikation und Beschleuniger parallel beobachten; zusätzlich steht ein Einzelschrittbetrieb für die detaillierte Analyse des Datenflusses zur Verfügung.
Ergänzend bietet UDE 2026 verschiedene Sichten auf die DFA-Konfiguration, darunter Registeransichten, abstraktere Darstellungen der Basisblöcke sowie grafische Visualisierungen des Datenflussgraphen als Baum oder Blockgrafik. Hinzu kommen Import- und Exportfunktionen für Konfigurationen sowie die Auswertung von Laufzeitdaten über ein SystemC-Simulationsmodell. PLS adressiert damit sowohl reale Automotive-Mikrocontroller mit DFA als auch virtuelles Prototyping auf Basis des Simulationsmodells. PLS stell die UDE Universal Debug Engine 2026 auf der Embedded World in Halle 4, Stand 310, näher vor.
Lauterbach: SDV, RISC-V und kompletter Lebenszyklus von bis Cloud und Edge im Fokus
Lauterbach stellt in Halle 4, Stand 210, zur Embedded World 2026 neue TRACE32-Lösungen für Debug und Trace in eingebetteten Systemen vor. Inhaltlich liegt der Fokus auf durchgängigen Entwicklungsabläufen, die von virtuellen Targets in der Cloud bis zu realer Hardware reichen. Damit adressiert das Unternehmen vor allem Projekte, in denen Software früh entwickelt und später ohne Werkzeugbruch auf Zielhardware überführt werden soll.
Zusammen mit NXP, Synopsys und Corellium zeigt Lauterbach den Übergang vom Debugging virtueller Plattformen zu realen Chips. Genannt werden dabei unter anderem Synopsys Virtualizer und Corellium Virtual Hardware. Für Entwickler bedeutet das vor allem, dass sich Debug-Workflows bereits in frühen Projektphasen aufsetzen und später auf Silizium weiterführen lassen, ohne die Arbeitsumgebung grundlegend zu wechseln.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf softwaredefinierten Fahrzeugarchitekturen. Lauterbach positioniert TRACE32 hier für virtualisierte SDV-Umgebungen mit Hypervisoren, AUTOSAR-Anwendungen und automotive-spezifischen Betriebssystemen. In Verbindung mit Vector wird zudem Remote-Debugging über eine Cloud-Lösung gezeigt, was vor allem für verteilte Teams und automatisierte Entwicklungsumgebungen interessant ist.
Weitere Demonstrationen betreffen RISC-V, Safety und heterogene Hochleistungs-SoCs. Gezeigt werden unter anderem Debugging und Profiling eines RISC-V-Virtual-Prototyps aus dem Infineon-Umfeld, Mixed-Language-Debugging für C/Rust und C/Ada sowie hardwaregestützte Coverage-Messungen für funktionale Sicherheit. Hinzu kommen Multicore-Debugging und systemweites Profiling auf AMD- und Renesas-SoCs, einschließlich Linux-basierter Systeme.
Segger: ISO-27001-Zertifizierung und Webbrowser-Zugriff für Flasher
Segger setzt in den vorliegenden Ankündigungen weniger auf neue Debug-Architekturen als auf flankierende Themen rund um Produktverfügbarkeit, Bedienung und Prozesse. Dazu gehört zunächst die ISO-27001-Zertifizierung des Informationssicherheits-Managementsystems. Für Kunden und Partner ist das vor allem ein formaler Nachweis, dass Sicherheitsmaßnahmen, Zuständigkeiten und Kontrollen in Entwicklung, IT, Releases und beim Umgang mit sensiblen Informationen strukturiert organisiert sind.
Ergänzend weist Segger auf die erfolgreiche ISO-9001-Rezertifizierung hin. Zusammen betrachtet positioniert sich das Unternehmen damit als Anbieter, der neben Werkzeugen auch dokumentierte Prozesse für Qualität und Informationssicherheit vorweisen kann. Für Entwicklungsorganisationen ist das insbesondere dort relevant, wo Lieferantenbewertung, Compliance-Prüfungen oder Freigabeprozesse eine größere Rolle spielen.
Stand: 08.12.2025
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Auf Produktebene erweitert Segger den Zugriff auf die Flasher-Familie um eine browserbasierte Dateiverwaltung. Dateien und Ordner auf dem internen Dateisystem lassen sich damit per Weboberfläche ansehen und verwalten, wahlweise über Ethernet oder USB. Der Zugriff erfolgt laut Anbieter ohne separaten File-Access-Modus, sodass sich ein Flasher parallel weiter nutzen oder aktualisieren lässt.
Hinzu kommt der Hinweis auf die sofortige Unterstützung von STs neuer STM32C5-Familie durch J-Link-, J-Trace- und Flasher-Produkte. Damit können Entwickler neue Mikrocontroller ab Markteinführung mit bestehenden Segger-Werkzeugen debuggen, tracen und programmieren. Ergänzend verweist das Unternehmen auf kompatible Werkzeuge wie Embedded Studio und SystemView, die den Einstieg in neue Controller-Plattformen beschleunigen sollen. Segger ist auf der Embedded World in Halle 4 an Stand 367 vertreten.(sg)