ZVEI-Initiative „Services in EMS“ Dienstleistungsqualität „Made in Germany“
25 im ZVEI-Fachverband organisierte EMS-Anbieter haben sich mit der Initiative „Services in EMS“ zu einem Ziel zusammengeschlossen: Eine Balance zwischen Kostentransparenz und gesundem
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25 im ZVEI-Fachverband organisierte EMS-Anbieter haben sich mit der Initiative „Services in EMS“ zu einem Ziel zusammengeschlossen: Eine Balance zwischen Kostentransparenz und gesundem Wettbewerb zu schaffen.
Das Logo der Initiative „Services in EMS“ weist plakativ darauf hin: Unübersehbar ragt die als „Q“ geformte siebengliedrige Wertschöpfungskette unter dem Motto „Services in EMS“ hervor. „Q“ soll das Ziel der sich zu dieser Initiative eingefundenen EMS-Anbieter als „Qualität durch Kompetenz – Dienstleistung nach Maß“ zusammenfassen und zwar unter dem Dach des ZVEI-Fachverbandes Electronic Components and Systems, wie dessen Geschäftsführer Christoph Stoppok erklärt: „Das Logo signalisiert Qualität und Dienstleistungskompetenz und soll die Vertrauensbasis zwischen Kunden und EMS-Providern stärken.“
Den Kern dieser Initiative bilden die Elektronikfertigungs-Dienstleister (kurz EMS genannt = Electronics Manufacturing Services) BuS Elektronik, cms electronics, electronic service willms, Jumo, Preh, Sanmina-SCI, Siemens, Schlafhorst Electronics, Vogt Electronic und Zollner. Sie wollen festgestellt haben, dass die EMS-Branche trotz ihrer etwa 30-jährigen Existenz für reichlich Verwirrung bei potenziellen Anwendern sorge.
Der Grund hierfür seien die teilweise sehr divergierenden Dienstleistungen und Angebote der EMS-Firmen, weshalb Carsten Franke, General Manager von Vogt, Electronic anmerkt: „Für den Kunden ist es schwierig, zwischen die verschiedenen EMS-Dienstleistungen zu unterscheiden. Unser EMS-Service soll es dem Kunden ermöglichen, dass die Kosten vergleichbarer werden.“ Das bedeute aber nicht, dass es künftig ein Preismonopol gäbe, betont Nicole Giesek, Referentin Marketing & Kommunikation von Siemens AG I&S EDM: „Wir wollen eine Balance zwischen Transparenz und gesundem Wettbewerb schaffen.“
Der Branche ein einheitliches Gesicht geben

Die Branche soll mit der Qualitätsinitiative ein weitestgehend einheitliches Gesicht bekommen, summiert Felix Meckmann, Marketingleiter von Schlafhorst Electronics: „Eine einheitliche Sprachregelung hinsichtlich der verwendeten Begriffe und die Erklärung und Systematisierung des Dienstleistungsangebotes stehen im Vordergrund unserer Initiative. Schließlich wollen wir ja die starke Kompetenz unserer Branche demonstrieren und darüber hinaus auch eine neue Basis für EMS-Marktzahlen schaffen.“
Dass sich dabei der Bekanntheitsgrad der Branche steigern soll, ist natürlich ein gewünschter Nebeneffekt. Ein gemeinsamer Internetauftritt (siehe Link) und die Broschüre „Services in EMS“, die auch als Einkaufsführer gelten kann, komplettieren die Qualitätsoffensive.
Entwicklung, Testkonzept Materialmanagement, Produktion, Logistik, Distribution, After Sales

Die Initiative definiert sieben Wertschöpfungsbereiche, die von Entwicklung und Design über Testkonzept, Materialmanagement, Produktion, Logistik und Distribution bis hin zu After-Sales-Services reichen, und mit definierten Unterpunkten aufwarten. Diese Wertschöpfungsbereiche oder auch Module setzen Mindeststandards fest. Die teilnehmenden EMS-Provider garantieren, dass sie diese Standards verbindlich einhalten. Im Gegenzug erwerben sie die Nutzungsrechte an dem geschützten Dienstleistungslogo.
Die Eintrittskriterien sind hoch; die Selbstverpflichtung ebenfalls: Teilnehmen kann nur diejenige EMS-Firma, die zum einem Mitglied beim ZVEI ist und zum anderen die komplette Wertschöpfungskette erfüllt. Dabei unterteilt sich die Wertschöpfungskette in die zuvor erwähnten sieben Module, die ihrerseits wiederum festgelegte Unterpunkte aufweisen. Davon seien jeweils zwei Unterpunkte verbindlich zu erfüllen; alle weiteren könne der Anwärter aus Fremdleistungen beziehen oder salopp formuliert: von anderen Dienstleistern dazukaufen.
Da es derzeit kein Audit-Gremium gibt und etwas Nachweisbares fehlt, muss sich jeder Teilnehmer selbst für die definierten Qualitäts-Maßstäbe verantworten und verpflichten, wenn er das Logo als Gütesiegel verwenden will. Auch in absehbarer Zeit wird es keine IPC-ähnliche verpflichtende Normierung geben, räumt Christoph Stoppok vom ZVEI ein: „Es ist noch ein weiter Weg bis zur deutschen Zertifizierung.“
Immerhin: Aus 300 agierenden EMS-Firmen in Deutschland konnten sich bislang 25 Unternehmen akkreditieren. Zusammen generieren die zu dieser Qualitäts-Initiative zusammengeschlossenen Anbieter derzeit ein Marktvolumen von über 50% in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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