Bauteilversorgung und Designunterstüzung Dienstleistung im Zeitalter der Globalisierung

Redakteur: Jan Vollmuth

Die Globalisierung der Dienstleistungen stellt neue Anforderungen an die Supply Chain. Kunden erwarten heute ein weltweites, zentral gesteuertes Projektmanagement. Dies bietet Distributoren neue Chancen, die sich als Vermittler zwischen technologiehersteller und -anwendern definieren und sich vollständig in die Wertschöpfungskette integrieren.

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Die Globalisierung der Vertriebskanäle hat sowohl bei den Endgeräten als auch den Zulieferprodukten, sehr schnell zu einer verschärften Konkurrenzsituation geführt: Kostengünstige Importe – speziell aus Südostasien – überschwemmen die lokalen Märkte und verdrängen lokale Anbieter. Produktionskapazitäten wurden in Regionen weltweit mit niedrigen Arbeitskosten verlagert. Das Internet und die Möglichkeiten der mobilen internationalen Kommunikation beschleunigen diesen Prozess.

Design- und Produktionsstandort liegen heute nicht mehr an einem Ort, sondern teilweise viele tausend Kilometer entfernt. Die Design- und Produktionsverantwortung liegt jetzt in verschiedenen Händen. Der OEM erwartet von seinen Lieferanten die Unterstützung der Entwickler und des Produktionspartners an unterschiedlichen Orten in aller Welt. Aufwändige globale Vertragsverhandlungen und komplexe Logistikmodelle stehen zunehmend auf der Tagesordnung.

„Die Globalisierung der Märkte verändert besonders die Abläufe zwischen Halbleiterherstellern, Repräsentanten und Distributoren. Hier sind heute erweiterte Kompetenzen und Netzwerke gefragt, um sich optimal in die Supply Chain der Partnern integrieren zu können und die Prozesse bestmöglich zu unterstützen“, erklärt Volker Bredemeier, Leiter Vertrieb und Marketing bei Atlantik Elektronik.

Globalisierung von Dienstleistungen stellt Lieferkette vor neue Herausforderungen

Nicht nur für das reine Contract Manufacturing einer elektronischen Baugruppe, sondern auch für andere projektbezogene Dienstleistungen und Services bedienen sich die Unternehmen zunehmend aus einem breiten internationalen Angebot. Im Vordergrund stehen immer die Kosten bzw. die Betrachtung der Kosten im Verhältnis zum Resultat. Hier klaffen Theorie und Praxis oft weit auseinander: Qualitätsprobleme in einer fernen Produktionsstätte, Probleme in der Zulieferkette oder die geringe Erfahrung im internationalen Projektmanagement verursachen oft enorme Extrakosten, die die ursprünglich erwarteten Optimierungen schnell verpuffen lassen.

Die Globalisierung der Dienstleistungen führt zu neuen Herausforderungen in der Supply Chain. Anbieter sollen bereits während der Design-Konzeptionierung und der Bauelementeauswahl einen Beitrag leisten. Gleiches gilt für die Applikationsunterstützung während der Vorentwicklung und Customisation (z.B. Anpassung der Designs für eine breitere Marktabdeckung), für die Freigabequalifizierungen der Bauelemente zur Produktion, die Qualitätsüberwachung und das Lifecycle Management eines Gerätes.

Distributor muss Projektmangement global umsetzen

Der Kunde erwartet ein globales Projektmanagement, gesteuert vom Standort des Project-Ownership, des Projekteigentümers. Aufgrund dieser neuen Anforderungen ist die Dienstleistungsfähigkeit eines Bauelementeherstellers im Rahmen eines globalen Projektmanagements sehr eingeschränkt.

Diesen neuen Anforderungen sind die Distributionspartner der Hersteller nur dann gewachsen, wenn sie das globale Projektmanagement konsequent in allen Einzelheiten umsetzen können:

  • Als Lösungs- und Systemanbieter für den Project-Owner während der Design-Konzeptionierung
  • Als Unterstützer bei der Entwicklung von Applikationen in der Vorentwicklung
  • Als Partner bei der Auswahl und Qualifizierung der Lieferanten und Bauelemente

Der Distributionspartner muss Kompetenzen und Referenzen (z.B. vorqualifizierte Referenzdesigns) in den entsprechenden System- und Applikationsbereichen vorweisen können. Die Auswahl oder Unterstützung bei der Qualifizierung der Contract Manufacturer und Beiträge zur Kommerzialisierung einer Entwicklung (beim Contract Manufacturer) werden vom Partner ebenso erwartet wie eine auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene, globale Logistik und die Qualitätsüberwachung der ausgelagerten Produktion.

Ein globales Netzwerk von Partnern

Ebenso wichtig: ein globales Partnernetzwerk. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Applikations- und Entwicklungsunterstützung in der Anpassungsphase. Anpassungen erfolgen nicht mehr beim Projekteigentümer, sondern möglichst nahe der Produktion. In dieser Phase muss gewährleistet sein, dass geistiges Eigentum nicht in die falschen Hände gerät.

Atlantik Elektronik reagiert auf die neuen Anforderungen mit einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells hin zum Solution Provider und Vermittler zwischen Technologieherstellern und –anwendern. Der Distributor integriert sich zudem vollständig in die Wertschöpfungskette: Von der Ideenfindung über die technische Qualifikation und Entwicklung, Machbarkeitsstudien, Einkauf und Produktion bis hin zum Verkauf von Produkten und fertigen Lösungen.

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