Ergonomie und Design Die Taste verschwindet

Redakteur: Kristin Rinortner

… nicht etwa vom Markt – im Gegenteil. Die klassische Taste ist in speziellen Applikationen nicht wegzudenken. Die Taste verschwindet in die Frontplatte. Moderne Eingabesysteme integrieren

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… nicht etwa vom Markt – im Gegenteil. Die klassische Taste ist in speziellen Applikationen nicht wegzudenken. Die Taste verschwindet in die Frontplatte. Moderne Eingabesysteme integrieren diese Komponenten nahezu frontbündig in einer optimalen Kombination von Funktion und Design.

Heute ist die Kombination von ergonomischen mit Designaspekten ein wesentlicher Faktor bei Eingabesystemen sowohl an einer CNC-Werkzeugmaschine als auch an einem Parkscheinautomaten.

Ein „unaufgeräumtes“ Bedienfeld führt zu Fehlbedienungen und dadurch unweigerlich zu höheren Ausschussraten bei der Produktion. Diesen Mangel versuchen heute Industriedesigner durch ergonomisch aufgebaute Bedieneinheiten zu beseitigen. Dazu zählt die logische Anordnung der Haupt- und Nebenbedieneinheiten, die in der Regel „blind“ bedienbar sein müssen.

Der „Knack im Finger“

Die Haptik der gesamten Bedieneinheit muss auf den Arbeitsablauf abgestimmt sein. So verfügen Schalter und Taster im rauen Einsatz durch die Sprungschaltelemente über eine ausgeprägte taktile Rückmeldung, dem so genannten „Knack im Finger“, da hier ausschließlich über das Gefühlte registriert werden kann, dass eine Aktion ausgeführt wurde. Lärm und ungünstige Lichtverhältnisse verhindern in diesen Bereichen die akustische und optische Wahrnehmung durch das Bedienpersonal.

Realisiert wird dies durch so genannte Sprungschaltelemente. Dabei wird eine Feder bis zu einer definierten Stelle vorgespannt. Dann zieht diese Feder den Kontakt in die andere Schaltposition. Derartige Schalter sind sehr zuverlässig, da die Kontakte leicht aufeinander reiben und so Staub und andere Beläge, die die Funktion beeinträchtigen, automatisch entfernt werden.

Ein klassisches Beispiel für Taster unter rauen Umgebungsbedingungen stellt die Türöffnertaste an Bahnen und Bussen dar. Grelles Sonnenlicht verhindert die optische Wahrnehmung, der Verkehrslärm und die Menschenmengen die akustische.

Ganz ähnlich verhält es sich bei Parkscheinautomaten. Hier gibt es zwar zur Anforderung des Tickets nur eine Taste, diese wird jedoch manchmal im Stress betätigt, weil der Hintermann schneller ins Parkhaus will, als man selbst, die Sonne blendet oder es regnet.

Mindestens spritzwasserfest

Unter rauen Umweltbedingungen wie Regen kommt der Schutz vor Beschädigungen durch Umwelteinflüsse hinzu. Hier brauchen die Schaltgeräte mindestens den Spritzwasserschutz IP65.

Leider muss man heute auch eine weitere Quelle der Zerstörung berücksichtigen: Durch Mutwilligkeit werden vielerorts öffentliche Einrichtungen verschmutzt, beschädigt oder zerstört.

Hier kann der Planer nur den größtmöglichen Schutz einplanen, einen 100%-igen Schutz gibt es nicht, da man nicht weiß, mit welchem „Werkzeug“ die Vandalen ans Werk gehen. In diesem Zusammenhang spricht man von der Verweildauer, in der der Vandale Zeit hat, die Einrichtung zu zerstören.

Kassenautomaten in Parkhäusern sind wesentlich gefährdeter als die Türöffnertaste einer Straßenbahn – diese bleibt weniger als eine Minute stehen.

Vielfach hilft hier schon eine Metallfront, die eine gewisse Solidität ausstrahlt und so den Angreifer abwehrt.

Flach – geschützt und ergonomisch

Frontbündig eingebaute Taster und Schalter geben sowohl dem Bedienfeld als auch der gesamten Anlage oder Maschine ein ergonomisches und modernes Aussehen. Die Frontrahmen bestehen aus anodisiertem Aluminium in den Farben silber oder schwarz.

Sie lassen dem Designer ausreichend gestalterische Freiheit bei der Verwendung des geeigneten Frontplattenmaterials und deren Farbe.

Versenkten Tasten sind in einer zu herkömmlichen Varianten etwas größeren Bohrung untergebracht. Die klassische 16-mm-Taste bekommt eine 22,5-mm-Bohrung und die Industrietasten werden in einer 30,5 mm großen Befestigungsbohrung montiert.

Der Tastenvorsatz ist mit einem 1 bis 2 mm schmalen Ring aus Kunststoff, Aluminium oder Edelstahl an der Frontplatte staub- und wasserdicht befestigt. Eingesetzt werden beschriftete Druckhauben aus Kunststoff oder Metall.

Schnell montiert – dauerhaft fest

Neben einem perfekten Design ist die schnelle und sichere Montage der Bediengeräte wichtig. So verbinden heute die Produzenten von Werkzeugmaschinen Bedieneinheit und Steuerung mittels Zentralplatinen, die wiederum über eine Busverbindung verfügen können.

Die Vorsätze der Befehls- und Meldegeräte sind in der Frontplatte montiert und die Schaltelemente auf der Platine fest verlötet. Beides wird mit Arretierstiften sicher verbunden, bildet jedoch eine jederzeit lösbare Verbindung für den Reparaturfall.

Abstandsbolzen, die in einem zusätzlichen Arbeitsgang von hinten an die Frontplatte angeschweißt werden müssen, sind nicht mehr notwendig.

Material nach Wahl

Werkstoffe müssen auf die Applikation zugeschnitten sein. Außenanwendungen müssen Witterungseinflüssen und Vandalismus widerstehen und werden vorzugsweise in Aluminium oder Edelstahl ausgelegt. Schaltgeräte in mobilen und ortsfesten Bedieneinheiten sind heute aus selbst verlöschendem Polyetherimide (PEI) gefertigt und entsprechen den internationalen RoHS-Richtlinien.

Alles aus einer Hand

Produktionszeiten verkürzen, Preise reduzieren, Lebensdauer erhöhen, Leistung erweitern – dies sind Forderungen, die ein Produzent heute realisieren muss, will er im harten Wettbewerb bestehen. Hilfreich sind hierbei Lieferanten, die für ihn „just in time“ komplette Bedieneinheiten liefern. Voraussetzung hierfür ist eine perfekte Partnerschaft zwischen Kunde und Lieferant mit kurzen Kommunikationswegen.

EAO Lumitas, Tel. +49(0)201 8587151

*Norbert Backhaus ist Leiter Marketing bei der EAO Lumitas GmbH in Essen.

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