Auch deutlich völlig andere und neuartige Beleuchtungskonzepte werden untersucht: Aus den dünnen, leichten Bauelementen lassen sich beispielsweise Lamellen realisieren, die vor einem Fenster sowohl zum Abdunkeln als auch nachts als Tageslichtersatz dienen können. Dass die neue Technologie eine breite Faszination ausübt, zeigt beispielsweise der Prototyp „ombrellone“, in dem der Designer Mario Taepper die Ästhetik der OLED und den für sie typischen fließenden Übergang von Leuchtmittel zu Leuchte aufgreift. Die geringe Dicke ließ die Idee reifen, dass Leuchtmittel und Lampenschirm zu einer Einheit verschmelzen.
Um die frühzeitige Entwicklung von neuartigen Leuchten zu ermöglichen, wird OSRAM auf der Light & Building 2014, die nächste OLED-Bauteilgeneration vorstellen. Die 12 cm x 12 cm großen Kacheln werden eine Effizienz von 75 lm/W und eine Lebenszeit von 18.000 h bei einer Leuchtdichte von 3000 cd/m² aufweisen.
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Während für die Marktdurchdringung in der Allgemeinbeleuchtung Kosten, Effizienz und Lebensdauer die drei dominierenden Schlüsselparameter sind, spielt beim zukünftigen Einsatz im Automobil Lichtdesign eine tragende Rolle. Konzentrierten sich die Hersteller bis vor wenigen Jahren besonders auf die Fahrzeugform, pflegen mittlerweile die meisten Marken ihr charakteristisches Lichtgesicht. Bisher standen dabei LEDs im Fokus: Beispielsweise wurden dynamisch geschwungene oder markant gepunktete Tagfahrlichter eingeführt. Schon heute sind in der Hälfte aller Neufahrzeuge OSRAM LEDs im Einsatz. OLEDs werden daran anknüpfen und zu weiteren leuchtenden Alleinstellungsmerkmalen führen. Da die meisten Blickfänger bei den Lichtanwendungen im Auto – wie Blinker, Heckleuchten oder Innenbeleuchtung – Flächenlichter sind, ist die Eignung der OLEDs evident.
Vor der Einführung organischer Leuchtdioden in Automotive-Anwendungen steht allerdings noch die Verbesserung der Temperaturbeständigkeit. Um die Spezifikation der Hersteller für den Einsatz im Fahrzeug zu erfüllen, muss ein Bauteil beispielsweise beim Einsatz in einer Rückleuchte Temperaturspitzen von 85 Grad Celsius und mehr ertragen. Bei den ersten 2009 eingeführten OLED-Produkten für Beleuchtungsanwendungen war dies nur für zwei bis drei Stunden der Fall.
Seitdem wurden die OLEDs rasant weiterentwickelt und man kann mehrere tausend Stunden anbieten. Diese Zuverlässigkeit konnte durch stabilere Materialien und eine ausgetüftelte Anordnung im recht komplizierten organischen Dünnschichtsystem realisiert werden. Ziel ist, die Auto-OLED weiter zu optimieren, um ihren Einzug ins Auto bis spätestens 2016 zu ermöglichen. Definitiv können OLED-Elemente aber bereits jetzt schon in die Planungen für die nächsten Automobil-Generationen einbezogen werden.
Im September dieses Jahres stellte das Unternehmen die Konzeptstudie eines Heckscheinwerfers vor: Die extrem flache Bauweise, die keine Wärmesenke und keine zusätzliche Optik benötigt, ermöglicht einen Platz und Gewicht sparenden Einbau und könnte so den Karosseriebau entscheidend beeinflussen. Ein weiteres Feature der Studie sind segmentierte OLEDs. Dabei ist die Leuchtfläche einer OLED in drei Bereiche unterteilt, die unabhängig voneinander angesteuert werden können und somit eine erhöhte Funktionalität bieten.
Für die Rücklichtfunktion wird jeweils nur ein Drittel der Segmente von insgesamt zehn OLEDs benötigt, um die erforderliche Helligkeit zu erreichen. Werden alle 30 Segmente eingeschaltet, erfüllt man sogar die Helligkeitsanforderung der ECE (Economic Commission for Europe) für das Bremslicht. Die Segmentierung ermöglicht es auch, individuelle Signaturen wie beispielsweise Begrüßungsszenarien darzustellen, und somit einen Wiedererkennungswert zu generieren. Neben Rücklicht und Bremslicht ist der Blinker ebenfalls ausschließlich mit OLEDs realisiert. Nicht nur im Exterieur, sondern auch im Interieur wird die Verwendung der OLED im Fahrzeug stark Design getrieben sein. Die neuen Möglichkeiten der Flächenlichtquellen werden das markentypische Lichtgesicht eines Automobils prägen.
Stand: 08.12.2025
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* Benjamin Krummacher, Karsten Diekmann, Stefan Seidel und Steven Rossbach arbeiten für OSRAM in München.