Die Geschichte von Display Elektronik beginnt 1984 in einer Garage. Mit Fokus auf LC-Displays, einer damals neuen Technologie, wagte das Unternehmen den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute bietet das Unternehmen ein breites Spektrum an Standard- und kundenspezifischen Produkten und Dienstleistungen.
Auf Messen präsentiert Display Elektronik sein Know-how. Mit und ohne Touchfunktion bietet das Unternehmen Lösungen für Industriekunden.
(Bild: Display Elektronik)
Heute ist Display Elektronik ein weltweit führender Anbieter von elektronischen Displays. Das Angebot reicht von Standardlösungen als auch kundenspezifische Produkte wie LCD, TFT, E-Paper, LED, Backlight, Touchpanel und OLED. Die ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit Michael Hußmann, Geschäftsführer von Display Elektronik.
Herr Hußmann, Display Elektronik feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Werfen Sie einen Blick zurück ins Jahr 1984: Wie fing alles an und was waren die ersten Produkte?
Die Geschichte der Display Elektronik GmbH begann 1984 in einer Garage und wurde offiziell im Handelsregister eingetragen. Mit dem Aufkommen der LCD-Technologie in den 80er Jahren wuchs die Nachfrage nach dieser neuen, stromsparenden Technologie, die zunehmend auch in industriellen Anwendungen eingesetzt wurde. Getragen vom damaligen Telekommunikationsmarkt, insbesondere dem C-Netz, entwickelte sich das LCD-Geschäft schnell zu einem Erfolgsmodell.
Wie verliefen die Jahre nach der Gründung? Wie ist das Unternehmen gewachsen?
Die Entwicklung der Display Elektronik GmbH ist eng mit der Evolution der Display-Technologien und den sich wandelnden Anforderungen des Marktes verbunden. In den Anfangsjahren wurde das Unternehmen maßgeblich von der Telekommunikationsbranche, insbesondere dem damaligen C-Netz, getragen. Im Laufe der Zeit erweiterte sich der Kundenkreis um Industriekunden aus den Bereichen Heizung, Medizintechnik und Messtechnik. Die regelmäßige Teilnahme an der Electronica in München, der weltgrößten Messe für Elektronik, spielte bei der Kundengewinnung und -pflege eine entscheidende Rolle.
Ab 1994 erweiterte die Display Elektronik GmbH ihr Produktportfolio um kundenspezifische Silikon- und Folientastaturen. Diese Erweiterung basierte auf der Erkenntnis, dass das Design-In einer LCD-Anzeige häufig mit einer Tastatur verbunden ist und sich dadurch Synergieeffekte ergeben.
Anfang der 1990er Jahre kamen alphanumerische Anzeigen hinzu, die den Erfolg und den Umsatz der Standardanzeigen erheblich steigerten. Ende der 90er Jahre wurden monochrome grafische LC-Displays eingeführt, die den Kunden neue Anwendungsmöglichkeiten boten. Dies geschah vor allem durch die Steuerung von Anwendungen in einer Menüstruktur.
Während die folgenden Jahre aus optischer Sicht technologisch wenig innovativ waren und sich erste Versuche mit passiven Farbdisplays nicht durchsetzen konnten, begannen in den 2000er Jahren Entwicklungen und erste Versuche mit OLEDs und farbigen TFT-Displays. Der Durchbruch der TFTs für den industriellen Einsatz erfolgte jedoch erst nach 2010, teilweise beeinflusst durch die Erwartungen, die durch das iPhone geweckt wurden. In den darauffolgenden Jahren hat sich die Situation deutlich verbessert und etabliert, was auch zu einem Umsatzwachstum des Unternehmens geführt hat.
Mitte der 1990er Jahre wurde Display Elektronik nach ISO 9001 zertifiziert. Welche Vorteile ergeben sich daraus für Ihr Unternehmen und Ihre Kunden?
Display Elektronik ist seit 1996 nach ISO 9001 zertifiziert. Diese Zertifizierung unterstreicht die Bedeutung von Qualitätsmanagementnormen für das Unternehmen, insbesondere als Lieferant von industriellen Displays weltweit. Anfangs empfanden wir die ISO-9001-Zertifizierung als Belastung, da sie uns in die Unternehmensprozesse hineinzupressen schien.
Diese Wahrnehmung änderte sich jedoch im Laufe der Zeit, insbesondere nach Hinweisen des Auditors, der darauf hinwies, dass die ISO 9001 lediglich einen Rahmen bietet, innerhalb dessen das Unternehmen seine Prozesse darstellen und anpassen kann. Diese Erkenntnis führte schließlich dazu, dass die ISO 9001 für das Unternehmen als geeignet angesehen wurde. Im Laufe der Jahre haben sich das Unternehmen und seine Prozessbeschreibungen im Rahmen der ISO 9001 angepasst. Heute laufen alle Prozesse reibungslos und die Dokumentation ist übersichtlich und nachvollziehbar. Die Zertifizierung nach ISO 9001 hat somit eine bessere Struktur in das Unternehmen gebracht und spielt eine wichtige Rolle in der Außendarstellung, insbesondere als vertrauensbildende Maßnahme gegenüber den Kunden.
Welche Arten von Displays bieten Sie Ihren Kunden heute an – sind neben Standardprodukten auch kundenspezifische Ausführungen möglich?
OLED-Displays gehören ebenfalls zum Angebot. Außerdem LED-Backlights, bistabile Displays wie E-Paper oder TFT-Displays.
(Bild: Display Elektronik)
Grundsätzlich bieten wir alle Arten von Anzeigetechniken an. Angefangen von der kleinen Standard 7-Segment-LC-Display, die wir im Vergleich zu vielen anderen heute noch anbieten können. Hinzu kommen alphanumerische und monochrome LC-Displays, alphanumerische OLEDs, grafische OLEDs, LED-Displays, LED-Backlights, bistabile Displays wie E-Paper oder TFT-Displays.
Unsere Displays sind sowohl für Standardanwendungen als auch als kundenspezifische Lösungen erhältlich. Je nach Projekt und Projektgröße können wir im Prinzip mehr oder weniger alles anbieten. Allerdings sind wir auf kleine und mittlere Größen beschränkt. Unser größtes TFT wäre zum Beispiel 15,6". Fertigungstechnisch ist das derzeit die Grenze bei unseren Fertigungspartnern.
Stand: 08.12.2025
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Welche Märkte sprechen Sie mit Ihren Displays an?
Unser Fokus liegt klar auf industriellen Anwendungen. Hier sind die Projektlaufzeiten auf mehrere Jahre ausgelegt und wir haben bewiesen, dass wir für unsere namhaften Kunden ein stets zuverlässiger Partner sind. Viele unserer Kunden beauftragen uns nicht nur mit einem, sondern mit mehreren Projekten. Sehr oft finden auch die Folgeprojekte den Weg zu uns. Das kann nur funktionieren, wenn man in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hat. Wir befragen auch jährlich unsere Kunden, die uns ein sehr gutes Zeugnis ausstellen.
Wie unterstützen Sie einen Kunden konkret bei einem Projekt?
Das Displays ist das Gesicht einer Anwendung. Die Entwickler von Display Elektronik können bereits in der Entwicklungsphase beratend tätig werden.
(Bild: Display Elektronik)
Bereits in der Frühphase kommen viele Kunden mit ihren Ideen und konkreten oder weniger konkreten Anforderungen auf uns zu. Dies ist auch empfehlenswert, da das Display im Prinzip das Gesicht einer Anwendung darstellt. Bei den Displays kann man aufgrund der Komplexität unter Umständen viele Fehler machen, die später in der Serie oder in der Entwicklungsphase auf den Kopf fallen können. Wir sind daher, wenn der Kunde uns frühzeitig mit ins Boot holt, bereits in der Entwicklungsphase beratend tätig.
Das Design eines Displays oder einer Tastatur oder beides kann über Erfolg oder Misserfolg des Projekts entscheiden. Unsere jahrzehntelange Erfahrung wird von vielen Kunden sehr geschätzt. So verfügen wir in unserem Hause über einen Vorführraum, in dem wir in dieser frühen Phase sehr effektive und erfolgreiche Erstgespräche führen können. So können wir dem Kunden im Gespräch schnell verschiedene Optiken und Technologien aufzeigen, um sie erfolgreich im Projekt umzusetzen. Auch falsche Ideen können so direkt ausgeräumt werden.
Kommt es zur Serienlieferung, haben wir die Möglichkeit, dem Kunden eine Lagerhaltung anzubieten, so dass er dann zum Beispiel über Rahmenaufträge immer nach seinem aktuellen Bedarf abrufen kann. Das bietet sowohl dem Kunden als auch uns eine gewisse Flexibilität.
Sie sagen von sich, dass Sie „eines der weltweit größten Lager für Displays“ haben. Können Sie das etwas genauer beschreiben?
Das kann ich natürlich nicht, weil ich nicht alle anderen Lager der Welt kenne. Aber unser Produktportfolio ist im Vergleich zu unseren Wettbewerbern enorm breit. Und wir haben über 90 Prozent unserer Produkte in bestimmten Mengen immer vorrätig. Aus diesem Lager beliefern wir sowohl unsere Direktkunden als auch namhafte Distributoren weltweit. Das führt mich zu der Aussage, dass wir nach meiner Erfahrung ein sehr großes Displaylager haben.
Ein kurzer Ausblick: Welche technischen Möglichkeiten gibt es in Zukunft für Displays und wie können Sie diese unterstützen?
Auf Messen präsentiert Display Elektronik sein Know-how. Mit und ohne Touchfunktion bietet das Unternehmen Lösungen für Industriekunden.
(Bild: Display Elektronik)
Das Thema TFT mit seiner unübertroffenen Optik im Bereich der Farbdarstellungen und Betrachtungswinkel ist mittlerweile bei ungefähr 70 Prozent der Neuprojekte zu beobachten. Ob mit oder ohne Touchfunktion, hier können wir unseren Industriekunden eine sehr gute Lösung anbieten.
Die Verbesserung der Optik im Zuge der IPS-Technologie hält immer mehr Einzug. Dies bringt dem Kunden deutlich bessere Blickwinkel in alle Richtungen. Kapazitive Touchlösungen mit kundenspezifischen Deckgläsern, beispielsweise mit dem Kundenlogo als Aufdruck, werden für kundenspezifische Projekte immer beliebter. Damit sind wir hier „State of the Art“. Technologietreiber war und ist hier der Endverbrauchermarkt. Daraus resultierend werden im Laufe der Zeit auch nette Technologien ihren Weg in industrielle Anwendungen finden.
Was planen Sie als Unternehmen strategisch, um im hart umkämpften Markt der Displays weiter zu wachsen und Ihre Kunden qualitativ hochwertig zu bedienen?
Kurz gesagt: Stabilität – Partnerschaft und Zuverlässigkeit.