Wie markenbewusst sind mittelständische B2B-Unternehmen? Wenn man aktuellen Untersuchungen glauben darf, leider viel zu wenig.
Der Bienenschwarm als Key Visual des Automatisierungstechnik-Unternehmens epis: Ganz bewusst wurde damit ein Kontrapunkt zur Technik-Branche gesetzt. Die Biene mit ihrer positiven Symbolik sorgt darüber hinaus für Differenzierung gegenüber anderen Marken.
(Bild: epis Automation)
Unter 20% der mittelständischen B2B-Unternehmen betreiben klassische Markenentwicklung oder haben eine langfristig angelegte Markenstrategie. Und die restlichen 80%? Einige glauben, sie brauchen keine Markenführung. Viele sind der Meinung, sie haben mit dem Logo und ein paar Gestaltungsregeln schon eine Marke. Andere wiederum sind stolz auf seitenlange Philosophien. Für die meisten ist strategische Markenführung unklar oder Zukunftsmusik. Tatsache ist: B2B-Unternehmen arbeiten an ihrer Markenpolitik längst nicht so professionell wie an ihren Vertriebsstrategien oder an der Entwicklung ihrer Produkte. Marke als Unternehmensziel ist Utopie.
Gratis: FBDi-Messeführer electronica und FBDi-Directory
electronica-Messe-Highlights verschiedenster Hersteller an einem einzigen Stand finden Sie nur bei den Distributoren. Wer wo ausstellt, verrät der FBDi-Messeführer.
Sie interessieren sich für spannende Beiträge, wie die Elektronikindustrie unsere Welt revolutioniert hat und in Zukunft beeinflussen könnte? Dann werfen Sie einen Blick ins FBDi-Directory 15, das in Zusammenarbeit mit der ELEKTRONIKPRAXIS entstanden ist. (Eventuell kostenlose Registrierung erforderlich.)
Marke als Ankerpunkt für ganzheitliches Handeln
Dabei sichert eine klare Markenstrategie langfristig den Unternehmenserfolg und spart zudem Kosten. Das ist den meisten so gar nicht bewusst. Denn die Marke ist Ankerpunkt für ein ganzheitliches Denken und Handeln im Unternehmen. Markengetriebene Unternehmen sind wirtschaftlicher und erfolgreicher als ihre Konkurrenten. Sie sind flexibler in der Krise und wachsen kontinuierlicher. Sie sind attraktiver für den Arbeitsmarkt und ihre Produkte unterliegen weit weniger dem Preisdiktat. Eine klare Markenstrategie gibt Orientierung für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter. Sie schafft nachhaltigen Mehrwert und baut Vertrauen in den Anbieter auf.
Bildergalerie
Alles logisch, alles bekannt und trotzdem investieren nur knapp 20% der Unternehmen bewusst in ihre Marke. Woran liegt das? Zunächst einmal daran, dass zum Thema Marke ein sehr unterschiedliches Verständnis besteht und zahlreiche Vorbehalte dauerhaft bei Entscheidungsträgern das Thema blockieren. Hier die fünf häufigsten Irrtümer:
Irrtum Nr. 1: Mein Logo ist meine Marke
Ein gestaltetes Logo und ein paar grob definierte CD-Richtlinien werden oft schon als Markenauftritt gesehen. Dabei ist das Logo solitär betrachtet nicht viel mehr als ein gestalteter Absender ohne Inhalt und Struktur. Im B2B ist in der Regel das Unternehmen die Marke. Um sie gegenüber dem Wettbewerb dauerhaft differenzierend zu entwickeln, muss zunächst ein werteerklärender Markenkern herausgearbeitet werden. Er ist Leitlinie für alle weiteren Schritte und Basis für das zukünftige Markengesicht.
Irrtum Nr. 2: Marke ist nur etwas für die Großen
Ein weit verbreiteter Irrtum, denn die Größe eines Unternehmens spielt keine Rolle. Eine klare Markenstrategie differenziert jedes Unternehmen, ob groß oder klein, und macht es zum Unikat. Das Gasthaus um die Ecke kann sich genauso differenzieren wie der Weltkonzern, der seinen Kunden „Freude am Fahren“ verspricht. Im Gegenteil, mittelständische Unternehmen sind flexibler, entscheidungsfreudiger und schneller im Markenprozess und seiner Umsetzung. Zahlreiche Hidden Champions sind der Beleg dafür.
Irrtum Nr. 3: Marke kann beliebig geändert werden
Eine erfolgreiche Marke zeichnet sich durch Kontinuität und Konsequenz aus. Ständige Veränderungen der Markenpositionierung und des Auftritts beschädigen die Marke und führen über kurz oder lang zu ihrer Auflösung. Nur wer die Botschaft kontinuierlich lebt und konsequent umsetzt, kann seine Marke erfolgreich entwickeln.
Irrtum Nr. 4: Markenführung kostet ein Vermögen
„Markenentwicklung? Das können wir uns nicht leisten, das kostet doch ein Vermögen!“ Als Markenberater hört man das immer noch häufig. Kosten werden vordergründig betrachtet, ohne den ganzheitlichen Veränderungsprozess zu sehen, den strategische Markenführung bewirkt. Markenführung ist ein Investment, das sich – richtig eingesetzt – nachweislich lohnt.
Denn ohne Markenprozess und eine konsequente Markenstrategie regiert nicht selten Aktionismus: Kommunikation hat keine Orientierung, Maßnahmen verzahnen sich nicht. Der Erfolg wird dem Zufall überlassen, Budgets ziellos verbraten. Ein sichtbarer Effekt bleibt aus. Anders, wenn sich alles an der Marke und dem Markenkern orientiert. Dann gestalten sich Prozesse und Maßnahmen hocheffizient und überprüfbar, verzahnen sich zu einem gesamthaften Markenkonzept. Und ein solches Investment trägt sich schnell.
Irrtum Nr. 5: Gute Werbung = gute Marke
Gute Werbung schafft noch lange keine Marke. Sie ist zwar sichtbarer Ausdruck der Marke, aber eben nur ein Teilaspekt guter Markenführung. Der Markenkern muss das ganze Unternehmen durchdringen: Personal, Entwicklung, Einkauf Marketing, Vertrieb, Logistik. Nur wenn sich alle am Markenkern orientieren, wird die Marke erfolgreich sein. Nehmen wir die Marke BMW. Der Claim „Freude am Fahren“ definiert sich sichtbar am Produkt. Aber auch im Servicefall muss das Markenversprechen greifen. Ein freundlicher Kundendienst, ein unkomplizierter Termin und eine Wohlfühlatmos- phäre tragen auch hier zur Umsetzung des Markenversprechens bei.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
So funktioniert Marke ohne große Budgets in der Praxis
Beispiele dafür, dass und wie Marke ohne große Budgets auch in kleineren mittelständischen Unternehmen erfolgreich funktioniert, sind Kirsch Verpackungssysteme und epis Automation. Beides inhabergeführte Unternehmen, die mit einer klaren Perspektive für die Marke ihre Unternehmen für die Zukunft positioniert haben. Das gelingt immer dann gut, wenn der Aufbau der Marke als Unternehmensziel verstanden wird. Dafür braucht es einen starken Treiber, hin und wieder auch einen Visionär, der den Prozess anstößt und voranbringt. Marke entwickelt sich auch nicht von heute auf morgen, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg.