CE-Konformität Die Fallstricke bei der CE-Prüfung von Geräten
Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt ein Hersteller, dass seine Produkte geltenden europäischen Vorschriften entsprechen und vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen wurden – sowohl bei der Konstruktion als auch der Fertigung. Wo die Tücken der Zertifizierung liegen, erläutert Frank Sommerrock vom Zentrum für Tests und Zulassungen bei Fujitsu Technology Solutions in Augsburg.
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Herr Sommerrock, ist ein System CE-konform, in dem mehrere CE-zertifizierte Komponenten verbaut sind, ebenfalls CE-konform?
Nein, so einfach ist es leider nicht. Der Hersteller mit Systemverantwortung geht Risiken ein, wenn er sich nur auf die CE-Tauglichkeit der z.B. zugekauften Komponenten verlässt. Bei der EMV können Veränderungen im Emissions- und/oder im Störfestigkeitsverhalten entstehen, bei der Produktsicherheit muss z.B. sichergestellt werden, dass zugekaufte Komponenten wie „geprüfte“ Netzteile nicht in einzelnen Ausgangsspannungen überlastet werden. Daher ist eine Gesamtbetrachtung des Systems erforderlich, bei der allerdings nicht in jedem Fall eine komplette technische Messung mit ausführlicher Dokumentation durchgeführt werden muss.
Gibt es weitere Risiken und Fallen bei der CE-Zertifizierung?
Ja, die CE-Erklärung muss mit dem Einsatzbereich zusammenpassen. Und die aktuell verkaufbaren Produkte müssen den jeweils aktuell gültigen Normen-stand einhalten. Es kann also für bereits lange eingeführte Produkte Nachtestbedarf oder zumindest Bewertungsbedarf in Richtung „Engineering Consideration“ entstehen.
Die CE-Kennzeichnung erfolgt ja durch den Hersteller selbst, während Zeichen wie „GS“ oder „BG-PRÜFZERT“ von unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsstellen vergeben werden. An wen können sich Hersteller wenden, die diese Zertifikate benötigen?
Man wendet sich direkt an die jeweiligen Prüf- und Zertifizierungsstellen. Fujitsu Technology Solutions betreibt in Augsburg ein unabhängiges, akkreditiertes Prüflabor 0150 das Zentrum für Tests und Zulassungen. Dessen Mehrwert liegt nicht zuletzt darin, dass die Produkte auch durch die „Herstellerbrille“ bewertet werden. Gemeinsam mit dem Hersteller werden hier je nach gewünschter Länderzulassung sowohl die technischen Prüfungen als auch der für das Produkt optimale „Produktzulassungs-Mix“ hinsichtlich Konformität und Kosten unterstützt.
Mit welchen Kosten müssen Interessenten hierfür rechnen?
Das hängt vom tatsächlich benötigten Prüfvolumen ab und kann von wenigen hundert Euro für Kurzprüfungen bis hin zu fünfstelligen Beträgen bei Komplettabnahmen größerer Anlagen vor Ort beim Kunden reichen. Bei Länderzulassungen variieren die Kosten stark nach Produktart und Ländervielfalt.
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