Protokollanalyse

Die Ethernet-Konformität mit dem Oszilloskop testen

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Komplette Messtechnik für Ethernet-Konformitätstests

Entwickler führen Ethernet-Konformitätstests an Komponenten oder Geräten entweder im Rahmen der Grundlagenentwicklung oder bei der Fehlersuche während der Integration durch. Für die Analyse und Verifikation gibt es heute Komplettlösungen, die auf digitalen Oszilloskopen basieren. Rohde & Schwarz beispielsweise brachte für seine R&S RTO-Oszilloskope spezielle Softwareoptionen für Ethernet-Compliance-Tests mit dem entsprechenden Testzubehör auf den Markt.

Bestandteil des Testzubehörs ist eine Test Fixture, die mit allen Schnittstellen von 10BASE-T bis 10GBASE-T ausgestattet ist und den einfachen Anschluss der Oszilloskop-Tastköpfe an die Signalleitungen des Prüfobjekts erlaubt. (Bild 2)

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Ethernet-Konformitätstests stellen hohe Anforderungen an das Oszilloskop. Es sollte über eine genügend hohe Messdynamik verfügen und zugleich ein geringes Rauschen aufweisen. Denn bei Transmitter-Distortion-Tests darf die Verzerrung des Transmitter-Signals auch bei einem Störsignal mit 5,4 V (Uss) und 20,833 MHz maximal 10 mV betragen. Das Oszilloskop sollte dafür ausgelegt sein und bei diesem kritischen Test zu exakten Ergebnissen kommen.

Bei der Auswahl der Testlösung sollte der Anwender darauf achten, dass diese von einem international anerkannten unabhängigen Ethernet-Validierungslabor für Konformitätstest zertifiziert ist. Das Interoperability Laboratory der Universität in New Hampshire beispielsweise bestätigte, dass „das R&S RTO-Oszilloskop und R&S ScopeSuite den erprobten Methoden und Verfahren des UNH-IOL entsprechen.“

Testsoftware mit hohem Automatisierungsgrad

Wird das Hardware-Design in Betrieb genommen, stehen Entwickler unter großem Zeitdruck. Hilfe bietet eine gut bedienbare Testsoftware wie die R&S ScopeSuite mit ihrem hohen Automatisierungsgrad. Ein integrierter Test-Wizard führt den Anwender durch den Testaufbau und konfiguriert das Oszilloskop samt angeschlossenem Signalgenerator sowie Spektrum- oder Netzwerkanalysator automatisch (Bild 3).

So erspart diese Lösung dem Anwender die aufwändige manuelle Testkonfiguration, führt die Messungen automatisch durch und liefert dabei schnelle und eindeutige Ergebnisse. Nach der Messung erstellt sich der Anwender aus den vorhandenen Protokollen und Grafiken in wenigen Schritten eine aussagekräftige Dokumentation.

Die R&S ScopeSuite lässt sich je nach Präferenz des Anwenders auf einem separaten PC oder auf dem Oszilloskop installieren. Installiert er sie auf dem Oszilloskop und arbeitet mit zusätzlichem Monitor und Maus, so kann er auf dem Bildschirm des Oszilloskops gleichzeitig die Messkurven und -ergebnisse mitverfolgen.

Natürlich sollte die Testsoftware für die unterschiedlichen Ethernet-Standards die gängigen Testfälle zur Verfügung stellen. Der Anwender selektiert dann je nach Messaufgabe einzelne Tests oder komplette Testgruppen. Besonders komfortabel ist es, wenn sich die Testsoftware nach dem Start automatisch konfiguriert. Der Wizard bei ScopeSuite führt schrittweise und mit bildunterstützter Anleitung durch die Konfiguration. Nach der Konfiguration sollten die Messungen automatisiert ablaufen und das Testergebnis mit einer eindeutigen Aussage klar anzeigen. Anschließend lassen sich die Testergebnisse über die Ampelfarben rot, gelb, grün anzeigen.

Sehr praktisch ist es außerdem, wenn der Anwender einen Test auf Knopfdruck wiederholen kann. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn Signalfehler aufgetreten sind. Nach Abschluss der Messungen sollte der Anwender die Ergebnisse zusammengefasst in einem Testreport erhalten, damit er sie mit den Bildern und Tabellen des Systems dokumentieren kann.

* Dr. Ernst Flemming ist Produktmanager Oszilloskope bei Rohde & Schwarz in München.

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