OECD-Bildungsvergleich 2025 Deutschland führt bei MINT-Abschlüssen, bleibt aber insgesamt unter OECD-Schnitt

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Gute Nachrichten: 34 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 64 mit höherem Abschluss haben einen MINT-Hintergrund – mehr als in jedem anderen OECD-Land. Doch beim Anteil sogenannter tertiärer Abschlüsse insgesamt liegt Deutschland weiter unter dem Durchschnitt.

In der Altersgruppe 25 bis 64 verfügen 34 Prozent der Deutschen über einen tertiären Abschluss im MINT-Bereich. (Bild:  Dall-E / KI-generiert)
In der Altersgruppe 25 bis 64 verfügen 34 Prozent der Deutschen über einen tertiären Abschluss im MINT-Bereich.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der Begriff MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und vereint all jene Studien- und Ausbildungsrichtungen, die naturwissenschaftlich-technisches Wissen vermitteln, unter anderem Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik und Ingenieurwissenschaften. Solche Fächer gelten als Schlüssel für Innovation, Digitalisierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit, weil sie das Fundament für Zukunftstechnologien bilden. Bedeutet: Will die deutsche Industrie auch künftig stark bleiben, dann hilft es, wenn möglichst viel Nachwuchs Interesse an MINT-Fächern zeigt und einen Werdegang in diesem Bereich anstrebt.

Die gute Nachricht: Im Vergleich zu anderen OECD-Staaten, einem Verbund von 38 Industrieländern, steht Deutschland in einem Bereich einigermaßen gut da. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Rahmen der neuen Publikation „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“ mit. Demzufolge verfügten im Jahr 34 Prozent der Menschen in Deutschland mit tertiärem Abschluss (in der Altersgruppe 25 bis 64 Jahre) über eine Qualifikation in einem MINT-Bereich. Ein tertiärer Abschluss umfasst ein Studium oder einen höheren Berufsabschluss wie Meister oder Techniker. Damit liegt Deutschland klar über dem OECD-Durchschnitt von 26 Prozent und auf Platz eins unter den 38 OECD-Staaten.

Die schlechte Nachricht: Das ist so ziemlich der einzige Bereich, in dem sich Deutschland positiv hervortut. Denn im Hinblick auf den Gesamtanteil an tertiären Abschlüssen, also nicht nur mit Fokus auf MINT-Bereiche, oder auch auf die Geschlechterdifferenz, hat Deutschland im Vergleich zu den anderen OECD-Staaten einiges aufzuholen.

Deutschland kann bei höheren Bildungsabschlüssen noch viel machen

Der Bericht zeigt, wie schon angesprochen, eine deutliche Geschlechterdifferenz: Nur 22 Prozent der Frauen, die 2024 ein Studium oder eine vergleichbare Ausbildung begannen, wählten ein MINT-Fach; bei Männern waren es 52 Prozent. Und bei den Abschlüssen selbst ist die Kluft ebenfalls groß, denn 15 Prozent der Frauen, aber mehr als die Hälfte der Männer mit tertiärem Abschluss haben eine MINT-Qualifikation.

Insgesamt gesehen verfügen 34 Prozent der 25- bis 64-Jährigen in Deutschland über einen höheren Abschluss. Das liegt unter dem OECD-Schnitt von 41 Prozent. Deutlich wird zudem ein Generationeneffekt: Während 40 Prozent der 25- bis 34-Jährigen tertiär qualifiziert sind, gilt das nur für 29 Prozent der 55- bis 64-Jährigen. Im OECD-Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld.

Positive Zeichen bei der Internationalisierung

Der Anteil internationaler Studierender ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, und zwar von 8 Prozent im Jahr 2016 auf 13 Prozent im Jahr 2023. Der OECD-Schnitt liegt in der Hinsicht weiterhin bei 8 Prozent. Besonders Berlin (21 Prozent) und Brandenburg (19 Prozent) verzeichnen dabei überdurchschnittlich hohe Quoten, während Schleswig-Holstein mit 6 Prozent das Schlusslicht bildet. „Von den internationalen Studierenden kamen 68 Prozent aus Nicht-OECD-Staaten. Die meisten Studierenden kamen mit 10 Prozent aus Indien, gefolgt von China mit 8 Prozent. Aus den OECD-Ländern waren österreichische und türkische Studierende mit jeweils 4 Prozent am häufigsten vertreten“, meldet das Destatis. Den vollständigen Bericht „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“ können Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamts herunterladen. (sb)

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