Rekordjahr für Elektroautos Deutsche Autobauer exportieren 2023 Elektroautos im Wert von 24 Mrd. Euro

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Von Januar bis August exportierten die deutschen Automobilhersteller Elektroautos im Wert von knapp 24 Mrd. Euro. Allerdings gibt es derzeit einen Engpass bei Lithium auf dem Weltmarkt.

Exportfaktor E-Auto: Von Januar bis August exportierte die deutschen Autobauer Elektroautos im Wert von knapp 24 Mrd. Euro.(Bild:  Menno de Jong /  Pixabay)
Exportfaktor E-Auto: Von Januar bis August exportierte die deutschen Autobauer Elektroautos im Wert von knapp 24 Mrd. Euro.
(Bild: Menno de Jong / Pixabay)

Das Wachstum der Elektroauto-Industrie verläuft allen Unkenrufen zum Trotz weiterhin dynamisch. Dieses Jahr dürften weltweit rund 18 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge elektrisch betrieben werden. Die Anzahl an zugelassenen Elektroautos in Deutschland überstieg Ende des Jahres 2022 erstmals die Millionenmarke. Am 1. Januar 2023 waren rund 1,01 Mio. Fahrzeuge gemeldet. Zum Stichtag 1. Juli 2023 waren es rund 1,17 Mio. Abgebildet werden Pkw mit ausschließlich elektrischer Energiequelle (BEV). Je nach Definition werden auch Plug-In-Hybrid-Pkw als Elektroautos gezählt. Ihr Bestand belief sich am 1. Juli 2023 auf etwa 887.300 Fahrzeuge [1].

Im traditionell schwachen Automonat September wurden in Deutschland 32.000 Elektroautos zugelassen. Allerdings liegt er unter dem Rekord-August mit mehr als 80.000 Zulassungen, weil der gewährte Umweltbonus ausgelaufen ist. Im September lag der Anteil dennoch bei 14 Prozent aller neuen Autos. Somit wurde jedes siebte Fahrzeug elektrisch betrieben.

Anziehender Export von Elektrofahrzeugen

Der Exportfaktor Auto spielt auch bei E-Autos eine immer größere Rolle. So wurden von Januar bis August 520.000 Elektroautos im Wert von 23,9 Mrd. Euro aus Deutschland ins Ausland exportiert. Damit stieg der Export dieser Fahrzeuge mengenmäßig um mehr als das Doppelte (+103,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Da waren es noch 255 000 Stück im Wert von 12 Mrd. Euro. Auch bei den Importen gab es einen Anstieg: Mit 308.000 importierten Elektroautos für 9,8 Mrd. Euro waren es mengenmäßig 66,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum Januar bis August 2022.

Diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen deutlich, dass nun langsam auch die deutschen Autohersteller mit ihren E-Strategien vorankommen [2]. Überdurchschnittlich stark wächst derzeit Opel im Geschäft mit Elektroautos. Mit dem neue Chef Florian Hüttl, der seit Juni 2022 den Rüsselsheimer Konzern lenkt, kommen die Hessen voran und legten bei E-Fahrzeugen in diesem Jahr schon um 34 Prozent zu. Das dürfte zwar auch mit den Vorgaben der Mutter Stellantis aus Paris zu tun haben. 2025 sollen dann alle neuen Modelle rein elektrisch angeboten werden. Damit dürften die Opelaner die Vorreiter in Deutschland sein.

Beim Rohstoff Lithium wird es eng

Es gibt kaum noch Hersteller, die komplett neue Autos mit Verbrennungsmotor entwickeln. Damit dürfte auch das Thema Versorgungssicherheit für die deutschen Hersteller eine große Rolle spielen. Denn insbesondere beim Rohstoff Lithium wird es auf dem Weltmarkt eng. Citibank und Deutsche Bank rechnen bereits ab 2025 mit einem Angebotsdefizit bei Lithium. Umso wichtiger ist es, sich als Automobilhersteller den Nachschub zu sichern.

Stellantis hat dazu, wie viele andere auch, bereits Verträge mit Lithiumunternehmen abgeschlossen. Dabei zahlt der Konzern vorab einen festen Betrag, sichert sich aber einen Teil der zukünftigen Produktion. Vor einem solchen Offtake-Deal dürfte im kommenden Jahr auch CleanTech Lithium stehen. Das britisch-chilenische Unternehmen entwickelt in Chile gleich drei Projekte. Für das am weitesten fortgeschrittene Projekt wird derzeit eine Machbarkeitsstudie vorbereitet. Sobald diese vorliegt, dürfte auch CleanTech als strategischer Partner für Auto- und Batteriekonzerne in Frage kommen. Die erste Anlage soll 2026 in Produktion gehen.

Referenzen

KBA. (2023). Anzahl der Elektroautos in Deutschland von 2006 bis Juli 2023. Statista. Zugriff: 7. November 2023.

Pressemitteilung Statistisches Bundesamt vom 13. Oktober 2023. Zugriff: 7. November 2023.

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