KI in der Qualitätskontrolle „Der manuelle Aufwand wird nahezu vollständig eliminiert“

Das Gespräch führte Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Qualitätssicherung lassen sich Prüfprogramme automatisch erstellen und der manuelle Aufwand soll sich nahezu vollständig eliminieren lassen.

Künstliche Intelligenz hilft in der Qualitätssicherung dabei, Prüfprogramme automatisch zu erstellen. Dadurch werden der manuelle Aufwand und die Rüstzeiten nahezu vollständig eliminiert. (Bild:  Viscom)
Künstliche Intelligenz hilft in der Qualitätssicherung dabei, Prüfprogramme automatisch zu erstellen. Dadurch werden der manuelle Aufwand und die Rüstzeiten nahezu vollständig eliminiert.
(Bild: Viscom)

Die Elektronikfertigung steht vor einem Wendepunkt: Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Art, wie wir produzieren, sondern auch wie wir Qualität sicherstellen. Mit vAI ProVision hat Viscom eine Lösung entwickelt, die Prüfprogramme automatisch erstellt und dabei Effizienz und Präzision auf ein neues Level hebt. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Welche konkreten Vorteile ergeben sich für Elektronikfertiger? Und wie flexibel ist die Integration in bestehende Fertigungsumgebungen?

Kai Uwe Schablack, Executive Vice President SMT Inspection Solutions bei Viscom, gibt Einblicke in die technischen Details und praktischen Erfahrungen mit der KI-gestützten Inspektionstechnologie. Im Interview erklärt er, wie sich Rüstzeiten drastisch reduzieren lassen, warum die KI-gestützte Verifikation besonders bei schwierigen Inspektionsbedingungen überzeugt und welche Anforderungen an die Integration gestellt werden.

Herr Schablack, wie stark reduziert die KI-gestützte automatische Prüfprogrammerstellung mit vAI ProVision den manuellen Aufwand und die Rüstzeiten im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, und welche konkreten Zeitersparnisse sind in der Praxis realisierbar?

Kai-Uwe Schablack über die Vorteile von künstlicher Intelligenz in der Qualitätssicherung: „Inspektionsergebnisse werden automatisiert vorbewertet, sodass sich der Bediener auf Ausnahmefälle konzentrieren kann.“(Bild:  Viscom)
Kai-Uwe Schablack über die Vorteile von künstlicher Intelligenz in der Qualitätssicherung: „Inspektionsergebnisse werden automatisiert vorbewertet, sodass sich der Bediener auf Ausnahmefälle konzentrieren kann.“
(Bild: Viscom)

Kai Uwe Schablack: Durch den Einsatz der KI-gestützten automatischen Prüfprogrammerstellung mit vAI ProVision wird der manuelle Aufwand nahezu vollständig eliminiert. Im Vergleich zu konventionellen Vorgehensweisen, die einen hohen Programmier- und Rüstaufwand erfordern, reduziert sich der Zeitbedarf erheblich. In der Praxis liegt der zeitliche Aufwand für die Erstellung eines Prüfprogramms mit vAI ProVision bei unter 30 Minuten.

Welche Verbesserungen in der Fehlererkennungsrate und Prüftiefe bietet die KI-gestützte Verifikation und Bildverarbeitung gegenüber traditionellen AOI/AXI-Inspektionsmethoden, insbesondere bei schwierigen Bedingungen wie Schatten oder reflektierenden Materialien?

Kai Uwe Schablack: KI-gestützte Bildverarbeitungsverfahren erhöhen die Prüfstabilität, Wiederholgenauigkeit und Prozesssicherheit bei komplexen Inspektionsaufgaben deutlich. Das zeigt sich insbesondere bei anspruchsvollen AXI-Anwendungen, wie zum Beispiel der Void-Prüfung mit Abschattungen auf doppelseitig bestückten Leiterplatten, bei denen traditionelle regelbasierte Verfahren an ihre Grenzen stoßen.

Darüber hinaus reduziert die KI-gestützte Verifikation und Klassifikation den manuellen Aufwand für den Operator erheblich. Inspektionsergebnisse werden automatisiert vorbewertet, sodass sich der Bediener auf Ausnahmefälle konzentrieren kann. Dadurch ist es möglich, dass ein einzelner Operator die Verifikation/Klassifikation für mehrere Fertigungslinien (Multilinien-Betrieb) übernimmt.

Die KI-gestützte Verifikation wird in verschiedenen Automatisierungsstufen (Level of Automation) von Viscom angeboten. In der höchsten Stufe erfolgt die Klassifikation vollständig autonom durch die KI. Unsere Kunden entscheiden flexibel, welcher Automatisierungsgrad ihren Qualitäts- und Prozessanforderungen am besten entspricht.

Wie flexibel lässt sich vAI ProVision in unterschiedliche Fertigungsumgebungen von Kleinserien bis Großvolumenproduktion integrieren und welche Anforderungen bestehen an bestehende E-CAD-Daten und Infrastruktur?

Kai Uwe Schablack: vAI ProVision ist äußerst flexibel ausgelegt und unterstützt Fertigungsumgebungen von der Kleinserie bis hin zu Großvolumenproduktionen. Der Mehrwert der Lösung steigt mit der Qualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Bauteilinformationen. Für eine optimale Nutzung empfehlen wir daher, möglichst vollständige E-CAD-Daten einzubinden.

Gleichzeitig ist vAI ProVision aber so konzipiert, dass es auch mit reduzierten Datenmodellen zuverlässig funktioniert und sich problemlos in bestehende Infrastrukturen integrieren lässt. (heh)

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