Vorurteile in der Gesellschaft Der Kampf der Geschlechter – Mann gegen Frau?
Was wäre eine Welt ohne Vorurteile? Über Jahrhunderte hinweg wurde das Rollenbild von Mann und Frau geprägt. Wir helfen Ihnen beim Entdecken von versteckten Vorurteilen
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Haben Sie Vorurteile? Beispielsweise gegen Frauen, Männer, Homosexuelle, Heteros, Banker, Programmierer, Manager oder Microsoft? Vorurteile haben mehr Einfluss auf unser Verhalten als wir annehmen. Sie hindern uns daran, die Lösungsspielräume in Projekten auszuschöpfen.
Einerseits hoffe ich, dass Sie Vorurteile haben, denn sonst würde irgendetwas mit der Funktion Ihres Gehirns nicht stimmen. Andererseits wünsche ich mir, dass Sie keine Vorurteile gegenüber Autoren haben, die provokante Einleitungen schreiben und sich als Vertreter des testosterongesteuerten Geschlechts anmaßen, über Vorurteile gegenüber Frauen zu schreiben. (Liebe Alice, verzeih mir bitte diesen Übergriff auf Deine Domäne.)
Sind Sie – und ich frage Frauen und Männer! – auch der Meinung, dass Frauen schlechtere Softwareentwickler als Männer sind? Oder dass sie Heim und Herd dem Entwicklungslabor vorziehen sollten? Nein? Ehrlich? Um Ihrer wahren Gesinnung auf die Spur zu kommen, empfehle ich Ihnen, den Implicit Association Tests (IAT) durchzuführen. Den finden Sie meiner Website (Experimente).
Das Rollenbild zwischen Mann und Frau
Wenn Sie allerdings Angst davor haben, Ihre versteckten Vorurteile zu entlarven, lesen Sie einfach weiter und kuscheln sich weiter in die Illusion, dass Sie keine Vorurteile gegenüber Frauen in technischen Berufen haben.
Der IAT zeigt, welche Eigenschaften oder Begriffe wir intuitiv mit Frau oder Mann verbinden. Da die Intuition schneller als das Bewusstsein reagiert zeigt die Reaktionszeit, welche Assoziationen uns in Fleisch und Blut übergegangen sind und welche erst den Umweg über den Verstand nehmen mussten.
Wie sich versteckte Vorurteile entdecken lassen
So lassen sich versteckte Vorurteile entdecken. Zum Beispiel wird der Begriff „Hausarbeit“ meist schneller der Begriffskombination „weiblich oder Familie“ als „männlich oder Familie“ zugewiesen. Auch wenn Sie keine Stoppuhr zur Hand nehmen, spüren Sie bei einigen Zuordnungen einen kurzen Moment innerer Unentschlossenheit. Er deutet darauf hin, dass der Bauch spontan anders wählen würde als der Kopf. Ganz schön clever, der IAT.
Doch wir sollten uns nicht dafür schämen, sondern den Tatsachen ins Auge blicken. Die Bildung von Vorurteilen ist die Folge einer lebenswichtigen Fähigkeit unseres Gehirns. Es automatisiert und generalisiert unser Denken und Verhalten auf Basis bewährter Erfahrungen, um in ähnlichen Situationen künftig schneller reagieren zu können. Genau dieses bewährte Prinzip führt aber in ein Dilemma, wenn Frauen Rollen übernehmen, die bisher mehrheitlich von Männern besetzt waren und umgekehrt.
Lesen Sie weiter: Die Alltagserfahrung bestimmt das Rollenbild
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