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Der IBM PC Typ 5150

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Das Betriebssystem PC-DOS

Der Ur-PC war mit PC-DOS ausgestattet, einer umbenannten Version von MS-DOS. Das System war auch für IBM-kompatible Rechner erhältlich, weshalb Microsoft in den achtziger Jahre von einer nur Insidern bekannten Firma zu einem der mächtigsten Unternehmen weltweit aufstieg.

Das Betriebssystem MS-DOS stand auch für IBM-kompatible Rechner zur Verfügung. Der PC-Boom der achtziger Jahre führte dazu, dass Microsoft zu einem der weltweit einflussreichsten Unternehmen wurde. (Oldcomputermuseum.com)
Das Betriebssystem MS-DOS stand auch für IBM-kompatible Rechner zur Verfügung. Der PC-Boom der achtziger Jahre führte dazu, dass Microsoft zu einem der weltweit einflussreichsten Unternehmen wurde. (Oldcomputermuseum.com)

IBM hätte ohne Weiteres ein eigenes Betriebssystem entwickeln oder ein vorhandenes System für den PC modifizieren können. Der Zeitdruck, unter dem das Entwicklungsteam stand, führte jedoch dazu, dass man nach einem fertigen Betriebssystem suchte.

Dabei zog IBM Microsoft zunächst gar nicht als Lieferant eines PC-Betriebssystems in Betracht.

Die Company von Bill Gates war von Big Blue lediglich beauftragt worden, einen Interpreter für die Programmiersprache BASIC für den IBM PC zu schreiben.

Erst später kam IBM auf Bill Gates zu und erkundigte sich nach einem Betriebssystem. Allem Anschein nach verwies Gates selbst die Vertreter von Big Blue an die kalifornische Softwareschmiede Digital Research. Deren Gründer Gary Kildall hatte eines der ersten brauchbaren Betriebssyssteme für PCs programmiert, nämlich CP/M, das zur damaligen Zeit als Industriestandard galt.

Es war bekannt, dass Digital Research eine Version von CP/M für die Intel-Prozessoren der x86-Baureihe vorbereitete. Insofern wäre dieses – später als CP/M 86 bekannte – System die erste Wahl für IBM gewesen.

IBM und Digital Research konnten sich jedoch nicht einigen. Die Gründe dafür lassen sich nicht exakt rekonstruieren. Bekannt ist die Version, dass Gary Kildall nicht im Büro war, als die IBM-Vertreter eintrafen, und Kildalls Frau nicht bereit war, während der Abwesenheit ihres Mannes ein Non-Disclosure-Abkommen zu unterschreiben.

Vermutlich gab es eine Reihe von Gründen, die die Verhandlungen scheitern ließen. Zum einen weigerte sich Digital Research wohl, das Betriebssystem gegen eine Einmalzahlung an IBM zu lizenzieren. Zum anderen soll Big Blue die Kildall-Company mit einem sehr ehrgeizigen Zeitplan unter Druck gesetzt haben. Die Firma hätte dafür andere Kundenprojekte verschieben müssen. Dazu war Kildall aber nicht bereit, weil er dem Vernehmen nach nicht an den Erfolg des Personal Computers von IBM glaubte

Die IBM-Leute wandten sich nun wieder an Gates. Der hörte sich um und stieß auf die Firma Seattle Computer Products (SCP). SCP verkaufte Computerbausätze auf Basis des Intel-Chips 8086, des etwas leistungsfähigeren Bruders des 8088.

Da sich Digital Research mit CP/M 86 Zeit ließ, entwickelte SCP seinerseits ein Betriebssystem mit dem Namen 86-DOS (auch bekannt als QDOS – Quick and Dirty Operating System). 86-DOS wies viele Ähnlichkeiten mit CP/M auf.

Microsoft schlug IBM 86-DOS vor, Big Blue akzeptierte, und die Gates-Company sicherte sich die Rechte an dem Betriebssystem. Die Software wurde an die IBM-Hardware angepasst und als PC-DOS vertrieben.

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