Oszilloskop-Messtechnik, Teil 3 Der Hardwaretrigger mit 160 Bit für sporadische Ereignisse
Sporadische Ereignisse sollen sich mit einem Hardwaretrigger mit einer Triggerlänge von 160 Bit aufspüren lassen. Keysight bietet in seiner V-Serie zudem noch einen InP-Chipsatz, um zwei Kanäle mit 63 GHz zu ermöglichen.
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Mit den Oszilloskopen der V-Serie von Keysight lassen sich auf bis zu 160 Bit lange Sequenzen in seriellen Datenströmen mit Datenraten von bis zu 12,5 GBit/s per Hardware triggern. Dadurch entfallen die Totzeiten, welche bei einer Softwaretriggerung unvermeidlich sind. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, sporadische Ereignisse zu erfassen. PCI-Express-Gen-3- und USB-3.1-Symbole haben eine Länge von mehr als 130 Bit. Die Modelle aus der V-Serie sind nach Angaben des Herstellers die einzigen Geräte am Markt, die auf solche Symbole rein mit Hardware triggern können.
Das mit einem Hardwaretrigger erfasste Ereignis kann im Anschluss mit Tools wie Augendiagramm, Jitter-Dekomposition oder Protokolldecoder umfassend analysiert werden. So lassen sich die Ursachen von Problemen auf der physikalischen Schicht oder der Protokollschicht herausfinden. Letztlich trägt das dazu bei, dass neue Produkte schneller auf den Markt kommen.
Analysebandbreite und Zeittorfunktion
Das Oszilloskop bietet ein niedriges Rauschen und gute HF-Spezifikationen. Deshalb lässt sich das Messgerät bei Gleichströmen bis zur vollen Bandbreite von 63 GHz einsetzen. Es ermöglicht damit ähnliche Messungen wie die eines Spektrumanalysators und zusätzlich hat es eine größere Analyse-Bandbreite, mehr Eingangskanäle und simultane Zeitbereichsmessungen.
Mit der internen FFT-Funktion kann das Spektrum eines vollständigen Bursts oder eines per Zeittor isolierten Segments analysiert werden. So lassen sich beispielsweise einzelne Segmente eines WiFi-Bursts (Präambel oder Daten) analysieren. Die optionale, auf den Oszilloskopen laufende VSA- (Vektorsignalanalyse-)Software Keysight 89600 stellt erweiterte Analysefunktionen bereit und ermöglicht es, HF-Signalen bis 63 GHz zu demodulieren.
Messgenauigkeit und Signalintegrität

Das Herzstück der Oszilloskope ist ein Indium-Phosphid- (InP-)Chipsatz, den Keysight entwickelt und produziert. Mit diesen Chipsätzen erreicht der Messgerätehersteller hohe Messgenauigkeiten und Signalintegrität.
Mit dieser Technik ist es möglich, in einem einzigen Oszilloskop vier 33-GHz-Kanäle oder zwei 63-GHz-Kanäle unterzubringen. Zudem wird der Energieverbrauch der Geräte minimiert. Neben den InP-Chipsätzen haben die Keysight Labs einen A/D-Wandler entwickelt, der eine Auflösung von 10 Bit bietet und 40 GS/s an Daten auswerten kann. In den Oszilloskopen von Keysight sind zudem ein thermostatgeregelter Quarzoszillator (OCXO, Oven Controlled Crystal Oscillator) mit einer Genauigkeit von 12 ppb (parts per billion mit 10–9) und ein Korrekturfilter zur Linearisierung des Amplituden- und Phasenfrequenzgangs und Minimierung der Signalverzerrungen.
Oszilloskop-Messtechnik – die Serie
Oszilloskop-Messtechnik, Teil 1
Welche Vorteile ein Oszilloskop auf Basis von PXI-Express bietet
Oszilloskop-Messtechnik, Teil 2
Das Oszilloskop begleitet bei der Schaltungsentwicklung
Oszilloskop-Messtechnik, Teil 4
Tektronix bietet eine analoge Echtzeit-Bandbreite von 70 GHz
Oszilloskop-Messtechnik, Teil 5
Eine Echtzeit-Bandbreite von 100 GHz ist ein Rekord
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