Führung und Personalmanagement Der Boss als Vorbild – Gesunde Chefs sind gut für Mitarbeiter

Redakteur: David Franz

Viele Unternehmer und Mitarbeiter widmen sich mit großem Engagement ihrer körperlichen Fitness. Aber wie steht es um ihre psychische Fitness? Und mit welchen Maßnahmen lässt sich ein mentales Wohlbefinden am Arbeitsplatz überhaupt erzeugen?

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Es kommt auf eine gesunde Führung an - im doppelten Sinne: Zum einen nehmen die Führungskräfte eine zentrale Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein. Zum anderen müssen sie ein Vorbild sein. Nur dann sind auch die Beschäftigen mit großer Wahrscheinlichkeit gesund.
Es kommt auf eine gesunde Führung an - im doppelten Sinne: Zum einen nehmen die Führungskräfte eine zentrale Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein. Zum anderen müssen sie ein Vorbild sein. Nur dann sind auch die Beschäftigen mit großer Wahrscheinlichkeit gesund.
(Bild: twinlili / pixelio.de)

Betriebssport gehört längst zum Standardangebot attraktiver Arbeitgeber, die damit einen Ausgleich zur Arbeit schaffen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern. Wie aber steht es um Angebote für eine gesunde Psyche? Die aktuelle "Top Job"-Trendstudie des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen zeigt, dass Führungskräften eine besondere Rolle zukommt, wenn es um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter geht. Ihr Führungsstil und ihr eigenes Verhalten beeinflussen nicht nur die Psyche der Mitarbeiter, sondern steigern auch deren Engagement, Leistung und Bindung an das Unternehmen.

Der Chef als Vorbild

Er sitzt morgens als Erster im Büro, legt nicht einmal fünf Minuten Pause am Tag ein, hält sich mit Kaffee wach und macht abends als Letzter das Licht aus. Und auch, wenn die Grippewelle umgeht, erscheint er mit Fieber und Husten am Schreibtisch: Ein solcher Chef riskiert nicht nur seine eigene Gesundheit – sondern auch die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Denn Mitarbeiter orientieren sich – bewusst oder unbewusst – am Verhalten ihres Chefs. Sie fühlen sich unter Zugzwang, wenn er ständig präsent und auch am Wochenende einsatzbereit ist und fühlen sich verpflichtet, es ihm gleichzutun. Die von compamedia in Auftrag gegebene "Top Job"-Trendstudie zeigt deutlich: Mitarbeiter von Vorgesetzten, die auf ihre eigene Gesundheit achten und sich ausreichend regenerieren, haben deutliche bessere Werte im Bereich der psychischen Gesundheit als Mitarbeiter, deren Chefs keine guten Vorbilder sind.

Empowerment fördert psychische Gesundheit

Noch wichtiger als die Vorbildfunktion ist jedoch der Führungsstil. Unternehmen, in denen eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung gelebt wird, die ihren Mitarbeitern Perspektiven aufzeigen und deren Eigenverantwortung fördern, haben gesündere Mitarbeiter. Das so genannte Empowerment verbessert die psychische Gesundheit um 31 Prozent im Vergleich zu Unternehmen, die hier Nachholbedarf haben.

Gesunde Mitarbeiter für leistungsfähige Unternehme

Eine gute Führung hat jedoch nicht nur direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Am Ende kommt sie auch dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zugute. Psychisch gesunde Mitarbeiter sind um 30 Prozent zufriedener und fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz stärker integriert als Mitarbeiter, die unter psychischen Belastungen leiden. Sie identifizieren sich deutlich stärker mit ihrem Arbeitgeber – und das sorgt nicht nur für eine höhere Mitarbeiterbindung, sondern auch für mehr Engagement. Chefs können mit einer gesunden Führung so die Leistung des Unternehmens im Schnitt um 15 Prozent steigern.

Über die Studie

Das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen hat im Auftrag von compamedia 15.544 Mitarbeiter, 264 Geschäftsführungsmitglieder und die Personalleiter von 96 mittelständischen Unternehmen zum Thema befragt. Die Unternehmen hatten sich am Arbeitgeber-Benchmark TOP JOB beteiligt.

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