Kundenspezifische Display-Lösungen

Das Display nach Maß

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Lassen sich Display-Hinterleuchtung und das Gehäuse anpassen?

Die Schnittkanten müssen unbedingt versiegelt werden, da sonst der LC-Fluid frei liegen würde. Das kann mit einer hochviskos aushärtenden Substanz mit tixotropem Fließverhalten erfolgen, so dass es ermöglicht wird, etwas zwischen die TFT-Gläser einzuziehen und luftdicht abzuschließen. Eine Interaktion mit dem LC-Fluid muss ausgeschlossen sein.

Die Versiegelung wird über die beiden Schnittflächen verankert, die dadurch geschützt sind. Offene Bereiche können im Betrieb des Displays nach einiger Zeit zu Farbstreifen oder Ausfällen im Display führen. Nach der Versiegelung ist die Zelle stabil und die Enddicke sollte sich gegenüber dem Originalpanel nicht geändert haben. Das ist nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass sich in den LC-Fluids Spacer befinden, welche die Zellen auf definiertem Abstand halten. Eine geeignete Versiegelung ist beständig gegen Wasserdampf, Temperaturzyklen und -schock.

Die Zusammensetzung dieser Versiegelungsmassen unterliegt der Geheimhaltung. Die ursprünglich spezifizierten Eigenschaften des TFT-Panels bleiben erhalten. Deshalb können auf diese Technologie spezialisierte Unternehmen die gleiche Gewährleistung übernehmen, wie sie das Original hatte. Alle größenveränderten Displays werden nach Versiegelung zu 100% auf Funktion überprüft.

Angepasst werden muss auch das Backlight an das neue Format und die Fertigung eines neuen Gehäuses. Das ursprüngliche Backlight lässt sich nicht immer wieder verwenden. Spezialisierte Betriebe bieten Hinterleuchtungen in unterschiedlichen Technologien an: LED, CCFL und EL. Am einfachsten ist es, wenn sich ein bestehendes LED-Backlight umändern lässt. Eine Anpassung des Lightguides an die neue Gehäusegröße ist aber unerlässlich. Homogenität und Helligkeit sollten nicht verändert werden.

Wenn der Kunde eine andere Backlight-Technologie oder Helligkeit als das Original wünscht, so ist das möglich. Zu beachten ist hier, dass die ursprüngliche Gesamtspezifikation nicht mehr gültig ist. Beim Gehäuse ist grundsätzlich die Fertigung eines neuen und auf die Anforderung der geänderten Display- und Backlightgröße optimierten Einheit zu empfehlen. Hier können weitere individuelle Anforderungen des Kunden wie Ränder, Dicke und Befestigungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Für Muster (Quick and Dirty) ist eventuell die etwas kostengünstigere Umarbeitung des ursprünglichen Gehäuses möglich.

Weltweit verfügen nur eine Handvoll Unternehmen über eine Lizenz, TFT-Gläser zu schneiden. Nicht alle fertigen auch kundenspezifische Displays, Backlights und/oder Gehäuse: Einige bieten Glasgrößen für die Industrie mit <15", andere sind im Bereich Digital Signage angesiedelt und fertigen Anzeigetafeln in Sonderformaten, zum Beispiel für den Bereich des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Andere wiederum haben sich auf militärische Applikationen oder Ersatz für CRTs spezialisiert.

Elektrosil unterstützt Anwender hauptsächlich aus Industrie und Automobilbau in der Designphase. Nach Festlegung der gewünschten Größe und Eigenschaften werden verschiedene marktgängige Panels gesucht, auf Umsetzbarkeit im Bezug zur gewünschten Größe geprüft und vorgeschlagen. Neben Zuschnitt des TFTs kümmert sich Elektrosil auch um die Herstellung des passenden Backlights und Gehäuses.

* * Wilfried Reeh ist für den technischen Support der Displays bei Elektrosil in Hamburg verantwortlich.

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