Aufträge bereits erteilt Das Comeback der Kernenergie?

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Kleine, modulare Reaktoren (SMR) sind nicht neu. Sie bieten elektrische Leistungen bis 300 MW und können dabei auf den verschiedensten Prinzipien der Kernenergie-Erzeugung beruhen. Rolls-Royce SMR hat bereits Aufträge erhalten und soll erste Anlagen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts in Betrieb nehmen.

Ein einzelnes Rolls-Royce SMR-Kraftwerk nimmt die Fläche von zwei Fußballfeldern ein und versorgt etwa eine Millionen Haushalte mit Strom.(Bild:  Rolls-Royce SMR)
Ein einzelnes Rolls-Royce SMR-Kraftwerk nimmt die Fläche von zwei Fußballfeldern ein und versorgt etwa eine Millionen Haushalte mit Strom.
(Bild: Rolls-Royce SMR)

Egal ob Leichtwasserreaktor oder flüssigmetallgekühlter Brutreaktor, ein SMR folgt keinem speziellen Prinzip. Lediglich die Leistung wird hier benannt. So haben die kleinen Reaktoren eine maximale elektrische Leistung von 300 MW. Drüber hinaus spricht man von einem mittleren SMR.

Hersteller wie die China Nuclear Power Engineering Group oder neue Firmen wie Copenhagen Atomics stehen hinter den kleinen Atomkraftwerken. Nun geht aus einer Pressemitteilung der tschechischen Regierung hervor, dass der erste Reaktor ist in der Nähe des südböhmischen Kernkraftwerks Temelín geplant ist. Dieser soll vom Hersteller Rolls-Royce SMR gebaut werden.

Aber auch andere Länder sind interessiert. Neben Tschechien sollen auch Großbritannien, die Niederlande, Polen und Schweden interessiert sein. In Schweden steht jetzt neben Rolls-Royce SMR nur noch ein weiterer Kandidat zur Auswahl und die polnische Regierung genehmigte bereits Anfang 2024 den Bau.

Konzept

Nach Definition wäre der Rolls-Royce Reaktor ein mittlerer SMR. Er kommt mit einer Leistung von 470 Megawatt. Mit dem Reaktor wird das Ziel verfolgt, saubere, erschwingliche Energie bereitzustellen. Das Konzept basiert auf der modularen Fertigung bewährter Technologien in Fabriken, wodurch Baukosten und Risiken gesenkt werden sollen. Mit einer Lebensdauer von 60 Jahren und einer Verfügbarkeit von über 92 Prozent soll der SMR sowohl netzgebundene als auch netzunabhängige Lösungen unterstützen.

Der Rolls-Royce Small Modular Reactor basiert auf einem Druckwasserreaktor (PWR). Ein Druckwasserreaktor ist ein Typ des Kernreaktors, bei welchem das Kühl- und Moderatormittel unter hohem Druck steht. Als Mittel wird Wasser verwendet. Im Reaktorkern erhitzt die Kernspaltung das Wasser, welches aufgrund des hohen Drucks flüssig bleibt und nicht verdampft. Das heiße Wasser fließt durch Wärmetauscher, wo es sekundäres Wasser zum Verdampfen bringt. Der entstehende Dampf treibt eine Turbine an, die wiederum einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Danach wird der Dampf im Kondensator abgekühlt und zurück in den Kreislauf geführt. So wird kontinuierlich Strom erzeugt. Eine schnelle Anpassung der Produktion ist so nur schwierig machbar.

Fazit

Die kleinen Reaktoren senken durch Gleichteile und die Fertigung am Band das Risiko von Fehlern. So könnten die Reaktoren ein guter Schritt in Richtung CO2-Senkung sein. Ob dies auch in Deutschland eine Rückkehr zur Atomkraft bedeuten könnte, bleibt jedoch weiter fraglich.

 (mr)

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