In seiner Pilotanlage hat der deutsche Hersteller Vulcan nach eigenen Angaben das weltweit bisher hochwertigste Lithiumhydroxid mit der geringsten Verunreinigung produziert. Es soll die Anforderungen des Marktes übertreffen. Ab 2025 will Vulcan klimaneutrales Lithium im industriellen Maßstab mithilfe von Geothermie erzeugen.
Der Stoff aus dem die Batterien sind: In seiner Pilotanlage im Geothermiekraftwerk Landau erzeugt Vulcan per Sorption hochreines Lithium für moderne Energiespeicher.
(Bild: ARTIS-Uli Deck/)
Der deutsche Energie- und Lithiumanbieter Vulcan Energie Ressourcen mit Hauptsitz in Karlsruhe hat im Rahmen seines ZeroCarbonLithium-Projektes nach eigenen Angaben das bisher hochwertigste Lithiumhydroxid mit der geringsten Verunreinigung auf dem Markt produziert. Das Ergebnis wurde in Vulcans Pilotanlage in Insheim erzielt.
Die Energie für die Lithiumextraktion gewinnt Vulcan umweltfreundlich mithilfe von Geothermie – und will so den Lithiummarkt „revolutionieren“. Kern des ZeroCarbonLithium genannten Projektes ist ein selbst entwickeltes Verfahren, mit dem Vulcan Lithiumionen aus dem Thermalwasser des Oberrheingrabens filtern kann. Durch den Einsatz erneuerbarer Wärme sei der gesamte Prozess klimaneutral und das Verfahren somit CO2-frei, teilt das Unternehmen mit.
Lithium-Pilotanlage produziert seit April 2021
Seit April 2021 läuft die Pilotanlage zur Lithiumförderung in Insheim und produziert dabei Lithiumchlorid, das in einem Folgeschritt zu Lithiumhydroxid für die Batterieindustrie verarbeitet wird. Wie Vulcan erklärt, übertraf die Qualität des zuletzt hergestellten Lithiums mit einem Gehalt von 57,1 Prozent Lithiumhydroxid die auf dem Markt vorherrschende Kundenspezifikation von 56,6 Prozent.
„Wir nutzen für die Lithiumextraktion eine seit Jahrzehnten kommerziell erprobte und bewährte Sorptionsmethode, die ein sehr reines Lithiumchlorid erzeugt. Mit mehr als eineinhalb Jahren Praxiserfahrung, konnten wir die Ergebnisse unserer Pilotanlage stetig optimieren“, sagt Dr. Horst Kreuter, Geschäftsführer von Vulcan. Mittlerweile habe sein Team genügend Daten sammeln können, um „die Phase 1 unserer endgültigen Machbarkeitsstudie planweise im ersten Quartal 2023 abzuschließen“.
Zero-Carbon-Lithium „Made in Germany“
Nach eigenen Angaben ist die Vulcan Gruppe das erste Unternehmen, das ein Zero-Carbon-Lithiumprodukt „Made in Germany“ auf den Markt bringt. Dabei hilft die Erfahrung, die es als regionaler Erzeuger von erneuerbarer Wärme und erneuerbarem Strom gewonnen hat.
Das Unternehmen ist Mitglied der European Battery Alliance, die eine nachhaltige und europäische Wertschöpfungskette für die Batterieproduktion in Europa schaffen will. Laut Kreuter verfolgt Vulcan das Ziel, die Transformation hin zu einer klimaneutralen Mobilitäts- und Energiewirtschaft zu beschleunigen. Er ist überzeugt, dass sich der Oberrhein mit der erreichten Lithiumqualität zum Zentrum für die industrielle Produktion von CO2-freiem Lithium etablieren und damit die Unabhängigkeit der europäischen Batterieindustrie sowie die regionale Wertschöpfung stärken kann.
Mit LG, Umicore, Renault, Stellantis und Volkswagen konnte Vulcan bereits namhafte Partner für die Abnahme des klimafreundlichen Lithiums gewinnen. Feste Abnahmeverträge seien bereits unter Dach und Fach, die eigenen Produktionskapazitäten bis 2030 im Markt gebunden, teilt das Unternehmen mit.
Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik der Volkswagen AG und CEO der Volkswagen Group Components, zeigt sich begeistert: „Die Volkswagen Batterie-Einheitszelle muss bei Leistung, Kosten und Nachhaltigkeit von Anfang an an der Spitze stehen. Mit unseren neuen Partnern kommen wir diesem Ziel einen weiteren Schritt näher. Gemeinsam werden wir wichtige Teile der Batterie-Wertschöpfungskette angehen und zukunftsweisende Technologien entwickeln."
Neuer Laborstandort für noch bessere Ergebnisse
Anfang 2022 hatte Vulcan Energie Ressourcen einen neuen Laborstandort in Karlsruhe-Durlach eröffnet, um unter anderem seine analytische Labortechnik zu erweitern. Vulcan will dadurch künftig sämtliche Kompetenzen inhouse bündeln und die Effizienz der Gesamtprozesse optimieren.
Der neue Standort soll vor allem in der Feinanalyse bestimmter Prozesse neue Erkenntnisse liefern und eine zügige Skalierung der selbst entwickelten Technologie vorantreiben. Vulcan will zudem einen besonders wichtigen Prozessschritt optimieren: das Filtern der Lithium-Ionen aus dem Thermalwasser. Dazu sollen spezifische Tests nun in das neue Labor verlagert werden. Ein besseres Prozessverständnis soll helfen, die Produktion der Pilotanlage schrittweise zu kommerzialisieren. Das Labor in Durlach ergänzt die Laborkapazitäten am Standort der Pilotanlage zur Lithiumgewinnung.
Kreuter ist zuversichtlich: „Die Eröffnung des neuen Laborstandortes ist ein Meilenstein für die Zukunft unseres Zero-Carbon-Lithium-Projektes. Die neue Feinjustierung der Prozesse festigt den Erfolgskurs der regionalen und europäischen Mobilitätswende.“ Das sechsköpfige Team in Karlsruhe-Durlach wird geführt von der Laborleiterin Dr. Angela Digennaro. Das Unternehmen hat sich in der Region bereits fest etabliert und arbeitet kontinuierlich mit dem Karlsruher Institut für Technologie als externem Dienstleister zusammen. (me)
Stand: 08.12.2025
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