Messplatz für 28 GHz

Damit sich 5G und Satellitensignale untereinander nicht stören

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Erhebliche Streuung als Folge der Interferenz

Man weist in diesem Szenario nach, dass die Signale einander nicht stören, indem man mit einer Vektorsignalanalyse-Software, die Teil des Messaufbaus ist, das proprietäre OFDM-Signal demoduliert. Die OFDM-Konstellation sieht in diesem Fall recht sauber aus, was zeigt, dass beide Signale ohne Störung miteinander auskommen. Ändert man dann den Frequenzabstand zwischen beiden Signalen, dann zeigt sich, dass nun das Satellitensignal in das kundenspezifische OFDM-Signal hineinreicht und kein Sicherheitsabstand mehr zwischen den Signalen bleibt (Bild 4).

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Was der fehlende Frequenzabstand in diesem Szenario ausmacht, kann man in der VSA-Messung sehen. Die Konstellation zeigt eine erhebliche Streuung als Folge der Interferenz durch das Satellitensignal.

Man kann diese Störung genauer untersuchen, in dem man die EVM (Error-Vector-Magnitude) pro Unterträger misst (Bild 5). Die linke Abbildung zeigt den Bildschirm des VSA. Rechts oben ist die EVM pro Subträger grafisch dargestellt. Speziell am oberen Ende des Frequenzbands ist die Störung durch das Satellitensignal deutlich sichtbar.

Die Tabelle unten rechts zeigt eine recht hohe EVM, Zeichen für die schlechte Koexistenz beider Testsignale in diesem Szenario. Die angegebene EVM ist ein Mittelwert über die gesamte Erfassungszeit und Bandbreite des Signals, die VSA-Software kann die EVM aber auch nach der Frequenz (Subträger) oder nach der Zeit (Symbole) weiter aufgliedern.

Störungsfreies Miteinander der Spektren bei 5G

Auf der rechten Seite des Bildes ist das obere rechte Teilfenster von der linken Seite vergrößert dargestellt: Man sieht die EVM pro Unterträger mit der Störung durch das Satellitensignal. Die weiße Kurve ist der Mittelwert. Man erkennt sofort, dass die EVM am oberen Ende des Frequenzbands, wo das Satellitensignal mit dem möglichen 5G-Signal interferiert, erheblich ansteigt. Fragen des friedlichen und vor allem störungsfreien Miteinanders sowie die Spektrumpolitik werden mit der Entwicklung von 5G zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der Artikel hat einen flexiblen Messplatz vorgestellt, mit dem man mögliche Koexistenzprobleme in verschiedenen Signalszenarien untersuchen kann. Im vorliegenden Fall wurde eine Simulationssoftware zusammen mit breitbandigen Messgeräten eingesetzt. Um Frequenzen auf ihre gegenseitige Abhängigkeit hin zu untersuchen, ließe sich auch eine Simulationssoftware verwenden.

Diese kann beispielsweise der Einfluss eines eventuell interferierenden Signals auf die simulierte Bitfehlerrate untersuchen. Der vorgestellte Messaufbau kann auch im Frequenzband um 39 GHz eingesetzt werden. Dieser Fall wurde nicht gezeigt.

Literatur

[1] Pressemeldung: FCC Takes Steps to Facilitate Mobile Broadband and Next-Generation Wireless Technologies in Spectrum Above 24 GHz, https://apps.fcc.gov/edocs_public/attachmatch/DOC-340301A1.pdf

[2] FCC-16-89A1.docx – Federal Communications Commission


* Greg Jue beschäftigt sich als Applikationsentwickler mit 5G bei Keysight Technologies.

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