Obsoleszenz COG veröffentlicht Release 2 der smart-PCN-Spezifikation

Redakteur: Franz Graser

Mit der zweiten Auflage des smart-PCN-Kommunikationsformats für Änderungsmitteilungen und Abkündigungen von Produkten und Bauteilen verspricht die Component Obsolescence Group (COG) einen deutlich geringeren Bearbeitungsaufwand.

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Eine Materiallogistik-Mitarbeiterin in einem Fertigungsunternehmen wird mit Produkt-Änderungsmitteilungen und Abkündigungen überschwemmt. Die manuelle Bearbeitung dieser Informationen ist äußerst zeitaufwendig. Der smartPCN-Standard schafft hier Abhillfe.
Eine Materiallogistik-Mitarbeiterin in einem Fertigungsunternehmen wird mit Produkt-Änderungsmitteilungen und Abkündigungen überschwemmt. Die manuelle Bearbeitung dieser Informationen ist äußerst zeitaufwendig. Der smartPCN-Standard schafft hier Abhillfe.
(Bild: COG)

Das XML-basierte maschinenlesbare smartPCN-Kommunikationsformat erlaubt eine weitgehend automatisierte Bearbeitung von Änderungsmitteilungen über die gesamte Lieferkette hinweg, angefangen von der Einzelkomponenten- bis in die Endanwendungsebene.

Dabei spielt es prinzipiell keine Rolle, ob die Änderungsmitteilungen (Product Change Notifications, PCN) elektronische, elektromechanische oder mechanische Bauteile, Softwarekomponenten oder Hilfsmittel betreffen. Mit Hilfe eines kostenlos verfügbaren PCN-Viewers lassen sich die Anpassungsmöglichkeiten und der Bedienkomfort des Kommunikationsstandards demonstrieren.

Zum Hintergrund: Produzierende Unternehmen, die in ihren Geräten, Anlagen oder Fahrzeugen eine größere Anzahl unterschiedlicher elektronischer oder elektromechanischer Komponenten einsetzen, müssen damit leben, dass sie Jahr für Jahr mit einigen hundert bis Tausenden sogenannter Änderungsmitteilungen überflutet werden, in denen Hersteller und Distributoren über technische Änderungen informieren.

Bisher verwenden die meisten Hersteller und Distributoren für diese Prozedur eigene unternehmensspezifische Vorlagen und Übertragungsmedien. Dies führt dazu, dass in großen Fertigungsunternehmen oft mehrere Mitarbeiter ausschließlich mit der manuellen Auswertung von Änderungsdaten beschäftigt sind.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat eine aus Mitarbeitern der BMK Group, Festo, TQ-Systems, Würth Elektronik eiSos und Zollner bestehende COG-Arbeitsgruppe seit 2009 in einer mehrjährigen Evaluierungsphase die Inhalte von Produktänderungen und -abkündigungen elektronischer und elektromechanischer Komponenten systematisch gesammelt und analysiert. Parallel dazu wurden die Anforderungen von Kunden, Lieferanten und Herstellern unter die Lupe genommen.

Die Ergebnisse der sehr detaillierten Marktuntersuchung führten zur Entwicklung des sogenannten smartPCN-Formates, das als XML-basierter Kommunikationsstandard erstmals einen weitestgehend automatisierten Datenaustausch zwischen Herstellern, Lieferanten und Kunden ermöglicht. Die nun als Release 2.0 verfügbaren smartPCN-Spezifikationen erlauben eine einfache Kategorisierung der Inhalte, durch die sich beispielsweise sofort alle wesentlichen Kenndaten einer PCN erkennen lassen.

Von der klassischen PCN zu smartPCN.
Von der klassischen PCN zu smartPCN.
(Bild: COG)

Die Maschinenlesbarkeit und die Vermeidung von Mehrfachbearbeitungen hat zudem eine drastische Reduzierung des manuellen Aufwands um bis zu 75 Prozent zur Folge. Sowohl die Erzeugung als auch die Darstellung der Informationen können an individuelle unternehmensspezifische Anforderungen angepasst werden. Auch die direkte Anbindung an ERP-Systeme ist möglich.

Voraussichtlich noch im Laufe des 3.Quartals dieses Jahres wird mit dem smartPCN-Manager die erste für COG-Mitglieder kostenlose Vollversion des Softwarewerkzeugs zur Verfügung stehen. Nichtmitglieder der COG können den smartPCN-Manager gegen eine Gebühr von 50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer über das Partnerunternehmen D+D+M Daten- undDokumentations-Management beziehen, das unter anderem auch die Konvertierung von herkömmlichen PCNs in den smartPCN-Standard übernimmt.

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