Betriebssysteme Chinesischer Chiphersteller liefert Linux-Firmware mit Backdoor
Der chinesische SoC-Hersteller Allwinner verwendet nach Medienberichten eine Linux-Variante mit einer Hintertür. Laut Ars Technica genügt es, mit dem Befehl „rootmydevice“ einen undokumentierten Debugging-Prozess aufzurufen, um Administratorrechte zu erlangen.
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Das 2007 gegründete Halbleiterunternehmen Allwinner ist in erster Linie auf Ein-Chip-Systeme (SoC) spezialisiert, die in niedrigpreisigen Android-Tablets, Smartphones oder Set-Top-Boxen zum Einsatz kommen.
Der in Zhuhai bei Guangdong ansässige Hersteller hat in der auf dem Linux-Kernel 3.4 basierenden Firmware eine Backdoor eingebaut, auf die nach Angaben des US-Onlinedienstes Ars Technica „lächerlich einfach“ zugegriffen werden kann.
Diese Hintertür wird aktiviert, wenn der Befehl „rootmydevice“ in die Datei sunxi_debug im Unterverzeichnis proc/sunxi_debug geschrieben wird. Der zu diesem Zeitpunkt aktive Prozess erhält dann Administrator-Privilegien, schreibt der britische Dienst The Register.
Laut einem Security-Alert des Linux-Distributors Armbian ist die Hintertür in allen Betriebssystem-Images für die SoCs der Typen H3, A83T und H8 vorhanden, die auf dem Linux-Kernel 3.4 basieren. Davon sind unter anderem die Single-Board-Computer Orange Pi, NanoPi M1 von FriendlyARM, M2+ und M3 von SinoVoip, der Cubietruck von Cubietech sowie der pcDuino8 Uno von Linksprite betroffen.
Besitzer der Raspberry-Pi-kompatiblen Orange-Pi-Boards haben die Möglichkeit, auf die Armbian-Version 5.10 zu wechseln. Eine Ausnahme bilden Orange-Pi-Boards, die auf dem SoC des älteren Typs H3 basieren, da die betreffenden Boards nicht mehr mit Updates begleitet werden.
Warum Allwinner diese Hintertür eingefügt hat, ist Gegenstand heftiger Diskussionen. Die gängige These lautet, dass die Softwareentwickler damit einen Debugging-Modus implementiert hatten, der aus der fertigen Version nicht entfernt worden war. Allwinner hatte in der Linux-Community schon zuvor nicht den besten Ruf, da der Hersteller mehrfach durch Verstöße gegen die GPL-Lizenzbedingungen aufgefallen war.
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