Neuerliche Eskalation China droht im Nexperia-Streit erneut mit Chip-Engpässen

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im Konflikt um Nexperia erhöht Peking den Druck auf die Niederlande. China sieht neue Risiken für die Halbleiter-Lieferkette und warnt erneut vor Folgen für die globale Industrie.

Fab für Assembly und Testing von Nexperia in Guangdong in China.(Bild:  Nexperia)
Fab für Assembly und Testing von Nexperia in Guangdong in China.
(Bild: Nexperia)

Der Streit um den Halbleiterhersteller Nexperia spitzt sich erneut zu. Chinas Handelsministerium wirft der niederländischen Zentrale vor, mit Maßnahmen gegen den China-Ableger Produktion und Betrieb des Unternehmens erheblich beeinträchtigt zu haben. Zugleich warnt Peking davor, dass der Konflikt wieder auf die globale Halbleiter-Lieferkette durchschlagen könnte.

Auslöser der jüngsten Eskalation ist nach Angaben der chinesischen Einheit die Sperrung von Benutzerkonten für Beschäftigte in China. Diese habe seit dem 3. März unter anderem Bestellprozesse massiv behindert. Inzwischen laufe der Betrieb zwar weitgehend wieder, doch aus Sicht der chinesischen Seite hat der Eingriff die laufenden Verhandlungen zusätzlich belastet.

Lieferkettenrisiko rückt wieder in den Fokus

Das chinesische Handelsministerium erklärte, das Vorgehen der niederländischen Seite habe „neue Konflikte“ geschaffen und neue Hürden für die Gespräche aufgebaut. Sollte daraus erneut eine Krise in der weltweiten Halbleiterproduktion und -versorgung entstehen, liege die Verantwortung nach Pekings Lesart bei den Niederlanden. Die Warnung zielt damit weit über den Unternehmenskonflikt hinaus und adressiert direkt die internationale Industrie.

Brisant ist das vor allem für die Automobilbranche. Nexperia-Chips werden in elektronischen Fahrzeugsystemen breit eingesetzt. Bereits im Herbst hatten die Auseinandersetzungen rund um den Konzern die Sorge vor Störungen in der Versorgung verstärkt, nachdem Exportkontrollen und der Machtkampf zwischen niederländischer Zentrale und chinesischer Tochter die Lieferfähigkeit belastet hatten.

Mitte Februar wurde per Gerichtsbeschluss in Amsterdam bestätigt, dass die von der niederländischen Regierung verhängten Kontrollen über Nexperia weiterhin bestehen bleiben, und eine weitere Untersuchung angeordnet. Hintergrund sind frühere Vorwürfe, wonach der chinesische Eigentümer Wingtech technologisches Know-how und Produktionskapazitäten nach China verlagern wollte. Nach dem Eingreifen niederländischer Behörden wurde später auf Initiative von Vorstandsmitgliedern der chinesische Vorsitzende suspendiert und ein Interims-Management eingesetzt, das nun vorerst im Amt bleibt. Solange die gerichtlich angeordnete Untersuchung läuft, die sich über Monate hinziehen kann, bleibt das Risiko neuer Spannungen in der Lieferkette bestehen.

(sg)

(ID:50777567)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung