Zivilluftfahrt der Zukunft Boeing testet Nurflügler-Design

Peter Koller

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Boeing und NASA haben damit begonnen, das Modell eines Nurflügler-Flugzeugs zu testen. Das Design ist ein heißer Kandidat für das Passagierflugzeug der Zukunft.

Lift-off: Die X-48C hebt ferngesteuert zu ihrem Erstflug ab(Fotos:  NASA/Boeing)
Lift-off: Die X-48C hebt ferngesteuert zu ihrem Erstflug ab
(Fotos: NASA/Boeing)

In dem Projekt Environmentally Responsible Aviation (ERA) will die NASA die Zivilluftfahrt der Zukunft erforschen. Airliner im Jahr 2025 sollen im Vergleich zu Jets von 1998 nur noch halb soviel Energie verbrauchen, 75 Prozent weniger an Emissionen ausstoßen und die Boden-Areale, die von Fluglärm betroffen sind, um 83 reduzieren.

Drei Hersteller haben Vorschläge eingereicht (NASA will die Zivilluftfahrt neu erfinden), darunter Boeing, das ein Blended Wing Body Design (BWD) vorschlägt, bei dem Rumpf und Flügel ineinander übergehen. Solche Nurflügler-Designs wurden bereits in den 1930er-Jahren in Deutschland von den Gebrüdern Horten erprobt. Es zeigte sich aber im Lauf der Zeit, dass die Flugeigenschaften solcher Konstruktionen nur mit dem Einsatz von Elektronik in der Steuerung sicher zu kontrollieren waren. Mittlerweile ist diese Technik ausgereift, wie etwa das Beispiel des Nurflügler-Stealth-Bombers B2 zeigt.

NASA und Boeing erproben das Konzept seit einiger Zeit mit dem Modell X-48 für den Einsatz als Fracht- oder Passagierflugzeug. Die aktuelle Iteration X-48C hatte nun ihren Erstflug. Sie hob ferngesteuert am 7. August um 7.56 Uhr Ortszeit vom Dryden Flight Research Center der NASA in Kalifornien ab, stieg bis auf eine Höhe von 5.500 Fuß und landete sicher neun Minuten später.

Die X-48C ist ein Modell, das etwa 8,5 % der Größe eines späteren echten Flugzeugs hat. 21 Fuß Spannweite beim Modell entsprechen rund 240 Fuß beim echten Jet. Das Blended Wing Body Design verspricht vor allem Vorteile beim Kerosinverbrauch und bei der Geräuschentwicklung.

Laut Boeing hätten die insgesamt 92 Flugversuche mit dem vorherigen Modell X-48B bereits bewiesen, dass ein BWB-Design bei Start und Landung sowie bei niedriger Geschwindigkeit genauso gut kontrolliert werden kann wie ein herkömmliches Flugzeug.

Mit der X-48C soll nun insbesondere die Geräuschentwicklung weiter gedämpft werden. Dazu wurden unter anderem die bisherigen drei Turbojet-Triebwerke gegen nur noch zwei stärkere Motoren ausgetauscht und näher zur Längsachse des Flugzeugs hin verschoben. Mit ihnen soll die X-48C eine maximale Flughöhe von 10.000 Fuß sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 140 nautischen Meilen pro Stunde erreichen.

Entsprechend den physikalischen Änderungen wurde auch die Flugkontrollsoftware angepasst, insbesondere die sogenannten flight control limiters, die dafür sorgen, dass das Flugzeug ständig innerhalb bestimmter Parameter bleibt.

An der Entwicklung der X-48 beteiligt ist neben der NASA und Boeing auch die US Air Force: Sie könnte sich ein BWB-Design gut für ein Transportflugzeug oder für als Tankflugzeug vorstellen.

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