2018 gab es 82.000 unbesetzte IT-Stellen, 2023 waren es 149.000, im Jahr 2040 könnten es 663.000 sein, davor warnt der Digitalverband Bitkom in einer jüngst veröffentlichten Langzeitstudie. „Seit Jahren diskutieren wir über den Fachkräftemangel in der IT und starten einzelne Projekte. Woran es fehlt, ist eine ambitionierte Gesamtstrategie. Sie muss jetzt kommen“, wird gemahnt.
Wie entwickelt sich die IT-Fachkräftelücke in Deutschland bis zum Jahr 2040? Der Bitkom zeichnet ein düsteres Bild.
(Bild: Bitkom)
Der branchenübergreifende Fachkräftemangel wird seit Jahren beklagt und die Folgen des Mangels sind allen bekannt. Im schlimmsten Fall kann Fachkräftemangel zu Produktivitätsverlusten, Innovationshemmungen, Wettbewerbsnachteilen, Kostenanstiegen und verlangsamtem Wirtschaftswachstum führen; nicht nur auf Unternehmensebene, sondern für ganze Volkswirtschaften.
Initiativen, meist punktuell eingesetzt, sollen langfristig für Lösungen sorgen, etwa Förderprogramme, sodass sich junge Leute, die ihren Abschluss in der Tasche haben, etwa für MINT-Studiengänge interessieren. Doch solche sehr spezifischen Aktionen stellen oft nur einen Tropfen auf dem heißen Stein dar.
Schauen Sie nicht so überrascht
„Der Fachkräftemangel ist kein Naturereignis. Wir müssen auf niemanden warten oder auf etwas hoffen, wir müssen selbst aktiv werden. Seit Jahren diskutieren wir über den Fachkräftemangel in der IT und starten einzelne Projekte. Woran es fehlt, ist eine ambitionierte Gesamtstrategie. Sie muss jetzt kommen“, mahnt Dr. Ralf Wintergerst vom Digitalverband Bitkom, der kürzlich eine Langzeitstudie zum Mangel von Arbeitskräften in der IT-Branche vorgestellt hat.
„Digitalisierung braucht Technologie, sie braucht aber vor allem Menschen, die sie voranbringen. Der sich seit Jahren verschärfende Mangel an IT-Fachkräften betrifft das ganze Land und bremst die dringend notwendige Digitalisierung. Eine immer größer werdende Fachkräftelücke in der IT bedeutet einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, Wachstum und Wohlstand. Ohne IT-Spezialistinnen und -Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft“, so Wintergerst auf Basis der präsentierten Daten.
Und die lesen sich schauerlich. Es kann so kommen, dass bis zum Jahr 2040 663.000 IT-Stellen unbesetzt bleiben. Das klingt nach etwas, was in ferner Zukunft liegt; das ist allerdings nicht so, und die Prognose wird von Daten aus den vergangenen Jahren gestützt.
Es muss gemeinschaftlich gehandelt werden
Die Langzeitstudie des Bitkom beleuchtet die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage in der IT-Branche, die sogenannte IT-Fachkräftelücke. Benötigt werden im Jahr 2024 knapp 1,3 Millionen Fachkräfte in der IT, das Angebot umfasst allerdings nur etwas mehr als 1,1 Millionen IT-Fachkräfte.
Werden diese Zahlen mit der fortschreitenden Digitalisierung skaliert, wird nach Ansicht des Bitkom bereits im Jahr 2035, also zehn Jahre von jetzt an, die Halbmillionenmarke bei der IT-Fachkräftelücke geknackt. Diese Prognose wurde von den Mitarbeitenden des Bitkom auf Basis gesammelter Daten und Entwicklungen der Vergangenheit getroffen.
Interessant, wenn auch nicht unerwartet, ist, dass die demografische Welle die IT später treffen wird. Das ist nachvollziehbar, denn so lange ist es noch gar nicht her, dass das digitale Zeitalter begonnen hat.
Zwar legt das Angebot an IT-Fachkräften leicht zu, doch dieses Wachstum kann den Bedarf in den kommenden Jahren bei Weitem nicht decken. Um die IT-Interessierten bereits in der Schule abzuholen, schlägt der Bitkom unter anderem ein bundesweites Pflichtfach Informatik ab Sekundarstufe 1 sowie die Flexibilisierung sowie praxisorientierte Umgestaltung von Studiengängen.
Gleichwohl werden für ältere Beschäftigte finanzielle Anreize sowie eine deutliche Verringerung oder Abschaffung von Sozialabgaben für erwerbstätige Personen im Rentenalter gefordert, um möglichst viele bis 2040 aus dem Beruf ausscheidende IT-Fachpersonen zusätzlich zu halten.
Fachkräftelücke könnte halbiert werden
Zusätzlich dazu, Anreize für junge Leute zu schaffen und älteres Personal zu halten, muss außerdem der Quereinstieg in die IT-Branche ermöglicht werden, sofern man die Fachkräftelücke bis 2040 zumindest fast halbieren wolle. Dafür werden finanzielle Unterstützungen der Weiterbildung und Investitionen der Unternehmen nötig sein.
Ein großer Hebel, so sieht es der Bitkom, wäre zudem die verstärkte Zuwanderung durch Fachkräfte; dafür müsse stark an der deutschen Bürokratie gearbeitet werden. Es benötige eine einheitliche Digitalisierung der Einwanderungsverfahren, eine Umstrukturierung von Ausländerbehörden zu Willkommensagenturen, Marketing für den IT-Standort Deutschland sowie die Stärkung der Willkommenskultur in Gesellschaft und Wirtschaft.
Die Charts zur Langzeitstudie können Sie sich im zur Verfügung gestellten PDF des Bitkom ansehen (ganz unten auf der Webseite des Bitkom); einige davon stellen wir Ihnen ebenfalls in der Bildergalerie zur Verfügung.
Stand: 08.12.2025
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Kämen alle diese Faktoren und Maßnahmen zusammen, wäre es möglich, die IT-Fachkräftelücke zu schließen. Wie Wintergerst eingangs angemerkt hat: Dafür wird ein verstärktes Zusammenarbeiten aller nötig. Gleichwohl muss man im Hinterkopf haben, dass nicht nur die IT-Branche von Fachkräftemangel geplagt wird.
Die Vorschläge des Bitkoms machen einen vernünftigen Eindruck. Eine Gesamtstrategie wird allerdings für Gesamtdeutschland und alle Bereiche nötig, die vom Fachkräftemangel betroffen sind, damit wirklich alle am selben Strang ziehen und sich keine Branche durch staatliche und wirtschaftliche Initiativen benachteiligt sieht. Und die Weichen müssten möglichst schnell gestellt werden, sodass wir die Lücken tatsächlich schließen können und sie nicht nur so klein wie möglich halten. (sb)