Eine Adresse, viele Möglichkeiten Bihl+Wiedemann zeigt, wie Safety über ASi-5 effizienter wird

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Ein System, eine Adresse, viele Signale: Auf dem Automatisierungstreff 2025 in Heilbronn stellte Bihl+Wiedemann vor, wie sich Sicherheitslösungen für Maschinen und Anlagen mit ASi-5 Safety umsetzen lassen – übersichtlich, anpassbar und mit reduziertem Aufwand.

ASi-5 Safety: One for All – von der Integration von IO-Link Safety über die sichere Kopplung und Muting bis hin zu Lösungen für AGVs.(Bild:  Bihl+Wiedemann)
ASi-5 Safety: One for All – von der Integration von IO-Link Safety über die sichere Kopplung und Muting bis hin zu Lösungen für AGVs.
(Bild: Bihl+Wiedemann)

André Hartmann stellte in seinem Vortrag heraus, dass funktionale Sicherheit ohne technische Hürden umsetzbar sein sollte. Dabei betonte der Vertriebsleiter von Bihl+Wiedemann, dass gerade einfache, konsistente Systeme im Maschinenbau den Unterschied machen. Das ASi-5 Safety-System des Unternehmens ziele genau darauf ab.

Das System verwendet pro Modul nur eine Teilnehmeradresse – unabhängig davon, ob sichere oder nicht-sichere Signale übertragen werden. Die Verdrahtung bleibt damit überschaubar, die Diagnose erfolgt über dieselbe Leitung. Die Konfiguration wird im Gateway abgelegt, inklusive Kommentaren, Parametern und Hardwaredaten. Wartung und Erweiterung lassen sich dadurch strukturierter durchführen.

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ASi-5 Safety: Nur eine IP-Adresse für das ganze System.(Bild:  Bihl+Wiedemann)
ASi-5 Safety: Nur eine IP-Adresse für das ganze System.
(Bild: Bihl+Wiedemann)

IO-Link Safety: Ein Leitungssystem für sichere Kommunikation

Ein zentrales Thema im Vortrag war die Integration von IO-Link Safety in das bestehende ASi-5-System. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des bekannten IO-Link-Standards für sicherheitsgerichtete Anwendungen. Die Besonderheit: Standard- und Safety-Signale werden gemeinsam über nur eine Leitung übertragen. Das reduziert nicht nur die Anzahl der Kabel, sondern auch die Anzahl der Adressen und den Aufwand für die Installation.

Hartmann machte deutlich, dass mit IO-Link Safety auch die Energieversorgung über die AUX-Leitung realisiert werden kann – eine zusätzliche Spannungsversorgung entfällt damit in vielen Fällen. Besonders bei einem Gerätetausch zeigt sich der Vorteil: Die Parameter des alten Geräts werden automatisch übernommen, was den Austausch beschleunigt und Fehlerquellen reduziert.

Ein weiterer Punkt war die softwarebasierte Parametrierung der IO-Link Safety Master. Diese lassen sich entlang der ASi-Leitung flexibel platzieren und über eine zentrale grafische Oberfläche konfigurieren. Sie soll nicht nur die Einrichtung erleichtern, sondern auch für Transparenz im laufenden Betrieb sorgen. Die visuelle Unterstützung erleichtert auch weniger erfahrenen Anwendern die Orientierung im System und notwendige Anpassungen vorzunehmen, ohne tief in die Systemarchitektur einsteigen zu müssen.

Muting direkt im System: Standardkomponenten sicher einbinden

Im weiteren Verlauf seines Vortrags stellte Hartmann das ASi-5 Safety Muting-Modul vor. Damit lassen sich Standardkomponenten wie Lichtgitter, Lichttaster oder Sensoren direkt in sicherheitsgerichtete Anwendungen integrieren – ohne zusätzliche Sicherheitsbausteine. Das Muting-Modul verarbeitet sowohl sichere als auch nicht-sichere Signale, wobei beide Signalarten getrennt gehandhabt und über eine gemeinsame Leitung weitergegeben werden können.

Beispiel für den Einsatz des Muting-Moduls zur Integration von Standardkomponenten in Sicherheitskreise.(Bild:  Bihl+Wiedemann)
Beispiel für den Einsatz des Muting-Moduls zur Integration von Standardkomponenten in Sicherheitskreise.
(Bild: Bihl+Wiedemann)

Diese Lösung kommt insbesondere in der Logistik und Fördertechnik zum Einsatz, wo eine Vielzahl an Sensoren zum Einsatz kommt. Durch die Reduzierung der Hardwarekomplexität und den geringeren Verkabelungsaufwand lässt sich die Planung vereinfachen und die Umsetzung beschleunigen. Hartmann zeigte ein Beispiel mit einem Roboterarm, bei dem mehrere Sensoren zur Absicherung eingesetzt werden. Diese ließen sich ohne zusätzliche Infrastruktur direkt ins Sicherheitssystem einbinden.

Sichere Kopplung für mobile Systeme: Mit Safe Link komplexe Szenarien umsetzen

Zum Abschluss seines Vortrags widmete sich Hartmann der sicheren Kopplung mehrerer Systeme über das firmeneigene Verfahren Safe Link. Damit lassen sich bis zu 31 Safety-Gateways untereinander verbinden. In dieser Konfiguration können bis zu 1922 sichere Signale verarbeitet und verteilt werden – ohne auf zusätzliche Netzwerktechnik zurückgreifen zu müssen.

Die Kommunikation erfolgt über bestehende Ethernet-Infrastruktur – ein Ansatz, der sich ohne zusätzliche Netzwerktechnik in bestehende Anlagen integrieren lässt. Hartmann schilderte den Einsatz etwa in mobilen Anwendungen wie AGVs, bei denen Sicherheitssignale zwischen verschiedenen Anlagenteilen und Fahrzeugen verteilt und synchronisiert werden müssen.

Sichere Kopplung: Mit Safe Link lassen sich bis zu 31 Gateways koppeln – geeignet für mobile Systeme und modulare Anlagen.(Bild:  Bihl+Wiedemann)
Sichere Kopplung: Mit Safe Link lassen sich bis zu 31 Gateways koppeln – geeignet für mobile Systeme und modulare Anlagen.
(Bild: Bihl+Wiedemann)

Die Konfiguration und Visualisierung der Kopplung erfolgt zentral über die Software ASIMON360. Ziel ist es, Sicherheit über Systemgrenzen hinweg durchgängig zu organisieren – auch bei modularen Maschinenkonzepten und dezentraler Steuerungsarchitektur. So entsteht ein übersichtlicher Aufbau mit klar nachvollziehbarer Fehlerdiagnose im Störfall. (mc)

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