Übernahme Bietergefecht um Veoneer: Qualcomm gewinnt gegen Magna
Der Chipfertiger Qualcomm hat mit seiner Offerte den Autozulieferer Magna deutlich übertrumpft und erhält nun den Zuschlag für den ADAS-Spezialisten Veoneer. Wie es mit dem gefragten schwedischen Zulieferer weitergeht.
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Sowohl Magna als auch Qualcomm hatten Angebote für den schwedischen ADAS-Spezialisten Veoneer hingelegt. Den Zuschlag erhält nun der Hersteller von Snapdragon-Chips, dessen Offerte deutlich über dem liegt, was Magna bereit war zu zahlen. Für 37 Dollar pro Aktie, also etwa 4,5 Milliarden Dollar, darf Qualcomm nun Veoneer übernehmen. Das haben die Unternehmen am Montag mitgeteilt. Die Übernahme soll im nächsten Jahr abgeschlossen werden.
Magna – weltweit fünftgrößter Automobilzulieferer – und Veoneer hatten Ende Juli bereits einen Fusionsvertrag unterzeichnet. Für 31,2 Dollar pro Aktie wollte das kanadisch-österreichische Unternehmen den Zulieferer kaufen. Nun verzichtet Magna eigenen Angaben zufolge auf eine viertägige Frist, in der es ein Gegenangebot darlegen könnte. Die Fusion platzt damit, Veoneer muss eine Auflösungsgebühr von 110 Millionen Dollar an Magna zahlen.
Veoneer: Attraktiv durch Fahrerassistenzsysteme
Qualcomm kauft Veoneer gemeinsam mit der New Yorker Investorenfirma SSW Partners. Im Detail heißt das laut einer Mitteilung von Veoneer, dass SSW Partners alle Aktien von Veoneer kaufen und das „Arriver“-Geschäft an Qualcomm verkaufen wird. Der Chipkonzern arbeitet mit Veoneer unter der Marke Arriver bei Fahrerassistenzsystemen bereits seit Anfang des Jahres zusammen. Qualcomm will Arriver nun in sein eigenes Fahrerassistenzsysteme-Geschäft eingliedern. Damit will sich der Chipkonzern im Wettbewerb um ADAS-Plattformen stärker aufstellen. Qualcomm tritt dabei gegen Konkurrenten wie Intel oder Nvidia an. Das Unternehmen sucht derzeit nach Geschäftsfeldern außerhalb der Smartphone-Branche. Zu Beginn des Jahres hatte der Konzern schon das Chip-Start-up Nuvia für 1,4 Milliarden Dollar übernommen.
Die Geschäftsbereiche „Restraint Control Systems“ und „Active Safety“ bleiben bei SSW, die nach „langfristigen strategischen Partnern“ für die Felder suchen und das bestehende Geschäft sichern wollen. Veoneer-Chef Jan Carlson sagte am Montag: „Die Transaktion bietet attraktive Möglichkeiten für unser Arriver-Team bei Qualcomm und ermöglicht es unseren anderen Geschäftsbereichen, langfristige Industriepartner zu finden, bei denen sie sich weiter entwickeln können.“
Veoneer ist ein Spin-off des Automobilzulieferers Autoliv. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Software, Hardware und Systeme für Fahrerassistenzsysteme, automatisiertes Fahren und Passagierschutz. Zum Portfolio gehört Sensorik wie Radar und Lidar, Bildverarbeitungssysteme oder elektronische Steuergeräte für ADAS-Systeme. Damit ist Veoneer zum gefragten Übernahmekandidaten geworden. Magna wollte Veoneer nach Abschluss der Übernahme in seine Elektroniksparte integrieren und mit dem vorhandenen ADAS-Geschäft zusammenlegen.
Der größte Kunde ist nach eigenen Angaben der Stuttgarter Autobauer Daimler, Veoneer liefert beispielsweise ADAS-Software und Radar-Technik für die S-Klasse. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Stockholm.
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