Gesetze und Normen in der Beleuchtungstechnik, Teil 1

Beleuchtung mit LED – Gesetze und normative Anforderungen

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Beweislastumkehr empfiehlt den Einsatz der aktuellen Norm

Die zutreffende Zuordnung von Vorgaben ist auch deshalb nicht einfach, weil die einzelnen Richtlinien zwar grundlegende Anforderungen, also die Schutzziele, aber keine technischen Detailvorschriften beschreiben. Zur Konkretisierung der Schutzziele listet die EU harmonisierte Normen in ihrem Amtsblatt.

Wenn diese angewandt werden, gilt die Vermutung, dass Richtlinien- und Gesetzesanforderungen erfüllt sind. Es gibt dabei zwar keine Verpflichtung, die Normen anzuwenden. Allerdings besteht eine Beweislastumkehr bei Abweichungen von der Norm, weshalb es empfehlenswert ist, nur die aktuell gelisteten Normen anzuwenden.

Vor diesem Hintergrund nutzen Hersteller, Importeure und Händler gerne den Prüf- und Zertifizierungsservice des VDE-Instituts. Die Zertifizierung mit dem VDE-Zeichen oder dem EMV-Zeichen ist eine Versicherung, alles richtig gemacht zu haben. Seit Beginn der LED-Entwicklung setzt sich das VDE-Institut intensiv für die Einführung dieser energieeffizienten und umweltschonenden Zukunftstechnologie ein.

VDE-Prüfzeichen als wichtige Kaufentscheidung auch bei LED-Beleuchtungslösungen

Für die Prüfung von LEDs stehen in dem 2011 fertig gestellten Kompetenzcenter für neue Beleuchtungstechnologien modernste Prüfanlagen zur Verfügung, die weltweit ihresgleichen suchen. Neben der Prüftechnik und der großen Erfahrung ist auch die VDE-Mitarbeit an der Normung ein Grund dafür, den Prüf- und Zertifizierungsservice zu nutzen.

Darüber hinaus trägt das VDE-Zeichen dazu bei, Vertrauen in Produkte zu schaffen. Zwei Drittel der Bundesbürger kennen das VDE-Zeichen, das zu den wichtigen Kriterien für die Kaufentscheidung zählt und als bekannteste Premiummarke für Leuchten, Leuchtkomponenten und Lampen gilt.

Ein besonders hohes Qualitätsniveau dokumentiert die VDE-Marke „VDE Quality Tested. Nur wenn die Anforderungen für Sicherheit, EMV und Performance erfüllt und durch Prüfdokumente belegt sind, darf das VDE-Gütesiegel nach der Zertifizierung verwendet werden. Außerdem erhält jedes geprüfte Produkt eine ID-Nummer sowie ein Produktdatenblatt, das im Internet eingesehen werden kann.

Die Gültigkeit des Zeichens beträgt ein Jahr. Verbrauchern und Leuchtenherstellern bietet „VDE Quality Tested“ maximale Transparenz. Zur Sicherstellung gleichbleibender Qualität erfolgen eine Erstbesichtigung der Fertigungsstätte des Herstellers und Folgeinspektionen während der laufenden Fertigung.

Die richtungsweisenden Weichen der LED-Technologie sind gestellt

Für den europäischen Markt erfolgt die VDE-Zertifizierung für Leuchten und eingebaute Betriebsgeräte mit dem ENEC-Zeichen des VDE. Die dokumentierten Prüfungen sind auch die Basis für Zulassungen außerhalb Europas. Globale Zulassungen in den unterschiedlichsten Ländern werden mit dem IEC-CB-Verfahren oder bilaterale Abkommen erreicht. Hersteller in Europa haben zudem den Vorteil, dass die Folgeinspektion von den VDE-Inspektoren im Auftrag der meisten ausländischen Organisationen zeitgleich durchgeführt werden.

Zusätzlich führt das VDE-Institut eine Vielzahl weiterer Prüfungen auf der Basis nationaler und internationaler Normen sowie Rechtsvorschriften durch. Sie ebnen die Wege, um eine Zulassung in fast allen Staaten der Welt zu erhalten. Kooperationen mit Partnern vor Ort ermöglichen den schnellen und reibungslosen Zugang zum Weltmarkt.

Testzentrum für Photo- und Spektrometrie

So bietet der internationale Zertifizierungsservice des VDE eine effiziente Abwicklung, wenn es um die Einholung ausländischer Prüfzeichen und Zertifikate für Exportländer in aller Welt geht. In Europa ist der VDE unter anderem in Italien, Frankreich, Spanien, der Schweiz, in Polen, Russland, Weißrussland und der Türkei vertreten. In Asien ist der VDE über die VDE Global Services mit Niederlassungen in China, Hongkong, Taiwan, Japan und Korea präsent.

Was die Normung, Prüfung und Zertifizierung betrifft, sind die richtungsweisenden Weichen für die LED-Technologie gestellt. Wann sie den Durchbruch zum Massenprodukt schafft, hängt neben dem Anschaffungspreis – die Energieeffizienz von LEDs steht außer Zweifel – erheblich von der Entwicklung der Lichttechnik ab. Dieses Thema sowie das neue Testzentrum für Photo- und Spektrometrie, das vom VDE-Institut Anfang November 2011 eröffnet wurde, steht daher im Fokus des zweiten Beitrags zur LED-Technologie.

* * Manfred Disser ist Leiter Fachbereich Beleuchtung, IT, Photovoltaik, Unterhaltungselektronik sowie Industrie- und Medizintechnik beim VDE.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:30083490)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung