Das Licht einer LED verlangt ein umfangreiches Wissen über die verschiedenen Lichtparameter, um die Lichtqualität zu beschreiben. Gerade billige LEDs entsprechen nicht den aktuellen Anforderungen.
Qualität von Licht: Ob Farbtemperatur, Lichtausbeute oder Energieeffizienz; wer LEDs vertreibt oder installiert, sollte auf verschiedene lichttechnische Parameter achten.
Als im Jahr 2007 die EU-Kommission auf Grundlage des Kyoto-Protokolls das Aus für nicht effiziente Leuchtmittel einläutete, begann der Siegeszug der LED. Dabei stand die Energieeffizienz immer im Vordergrund. Damit verbunden sind auch die sinkenden Kosten beim Betrieb von LED-Leuchten. Diese werden zudem immer preiswerter, effizienter aber auch komplexer. Allerdings enden damit auch die einfachen Zeiten, als der Kauf von Leuchtmitteln unkompliziert war. Die Entscheidung fiel gemäß elektrischer Leistung, Lampensockel und Bauform. Doch nach welchen Kriterien werden heute LED-Leuchten gekauft?
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Die Hersteller der LEDs und der Leuchten optimieren ihre Produkte entsprechend den Kundenwünschen. Allerdings steht hier der Wunsch entgegen, alles billig zu produzieren. Dabei bleibt die technische Umsetzung oft auf der Strecke und so wundert es nicht, dass viele Leuchten vorwiegend aus dem asiatischen Raum kommen. Diese sind nach augenscheinlicher Prüfung zwar preiswert, aber ihren Preis nicht wert.
Das zeigen auch die täglich eintreffenden Mails im Spam-Ordner. Kontaktiert man dann diese Anbieter und fragt nach dem Sinn dieser Ramsch-Produkte, so erhält man als Antworten: „Our customer don't care the quality – they just care the price“. Und so haben die Bundesnetzagentur und das Gewerbeaufsichtsamt alle Hände voll zu tun den Markt bzw. die Endanwender vor diesen Produkten zu schützen, welche die Ware wie selbstverständlich ohne WEEE-Registrierung und zweifelhafter CE-Kennzeichnung über ganz unterschiedliche Händler importieren.
Auch so mancher Container hatte den Weg bis zum Deutschen Hersteller nicht geschafft. Wer sicher gehen will sollte die Leuchtmittel vor dem Kauf prüfen, ob der Hersteller oder die Produktmarke auf der Seite der Stiftung EAR (Elektro-Altgeräte Register) registiert sind. Wenn das nicht der Fall ist und Sie sind noch Wiederverkäufer im Lichtprojekt oder als Online-Händler muss man bedenken, dass der Inverkehrbringer für die Produkte verantwortlich ist und für die Konsequenzen haftbar ist. Das kann bis zu einem Bußgeld und einer Warensperrung reichen.
Lichtqualität und Lichtparameter
Für den Einsatz von LEDs in der Beleuchtung wird ein umfangreiches Verständnis vorausgesetzt, um die verschiedenen Lichtparameter zu verstehen, welche die Lichtqualität und dessen spektrale Zusammensetzung und Ableitung beschreiben. Dank unterschiedlicher Bauformen lässt sich das Licht optimal lenken. Allerdings kann bei falscher Auswahl das Licht störend auf den Anwender wirken, sowie zu ineffizientem Einsatz von Lichtenergie führen. Licht-Profis wird empfohlen, sich umfangreich weiterzubilden, sowie sich messtechnisch auf die neuen Anforderungen einzustellen. Die steigende Nachfrage nach Flickermeter zeigt, wie wichtig das Thema Flickerverhalten ist. Das übliche Luxmeter genügt dem ernsthaften Licht-Experten längst nicht mehr. Mit mobilen Lichtspektrometern sind lichttechnische Angaben möglich. Damit punktet der Lichtexperte bei Verkaufsgesprächen durch entsprechende Professionalität.
Die Qual der Wahl bei der Leuchtenauswahl
Ganz ähnlich verhält es sich mit dem CE-Kennzeichen. Es ist kein Zertifikat, sondern das Prüfkennzeichen des Herstellers, das zeigt, dass das Produkt den Europäischen Richtlinien und Normen entspricht. Hersteller ist nach dieser Sichtweise nicht die produzierende Firma im Ausland, sondern derjenige, welcher das Produkt im Europäischen Markt in Verkehr bringt – also häufig der Importeur. Dieser haftet in vollem Umfang für mögliche Schäden, die durch fehlerhafte Produkte ausgelöst werden.
Damit wäre die erste Hürde genommen. Man erhält ein Leuchtmittel, welches den vorgeschriebenen gesetzlichen Weg gegangen ist. Doch jetzt kommt ein Aber: es ist noch nicht gesagt, dass man damit ein Qualitätsprodukt erhält. Die Qualitätskriterien bei Leuchtmitteln sind seit Beginn der LED wesentlich umfangreicher geworden. Genügte es früher auf die Einkaufsliste zu schreiben: „Glühlampe E27, 60 W in matt“, so findet man heute im Baumarkt hinsichtlich LED-Technik weiterführende technische Merkmale:
Lebensdauer (Mittlere oder maximale Lebensdauer?),
Farbtemperatur,
Farbwiedergabeindex,
Lichtausbeute,
Energieeffizienzlabel und weitere Parameter.
Mit vielen Angaben ist der durchschnittliche Anwender überfordert und greift zum billigsten Produkt. Zuhause eingebaut ist das Staunen groß über das ungewohnte Licht. Schön hell macht das Leuchtmittel, doch es wirkt unnatürlich. Gemeint ist da nicht nur eine kalte Lichtfarbe, sondern auch die unnatürliche Wiedergabe von Farben, was einem niedrigen Farbwiedergabeindex zu verdanken ist.
Doch selbst ein hoher Farbwiedergabeindex, wie beispielsweise CRI/Ra > 90, ist noch keine zuverlässige Aussage über eine gute Lichtqualität. Der Wert besagt lediglich, dass das Leuchtmittel auf acht von nahezu unendlich vielen Farben hingezüchtet wurde. Das Qualitätskriterium hat seine Wurzeln im Jahr 1931, wurde dann 1960 überarbeitet und hält sich bis heute hartnäckig.
Stand: 08.12.2025
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