Alternative Energien Bald Strom aus Zitrusfruchtabfällen für ganz Sizilien

Redakteur: Kristin Rinortner

Die auf erneuerbare Energien spezialisierte Beratergenossenschaft Cooperativa Empedocle hat zusammen mit der Coca-Cola Foundation ein Verfahren entwickelt, mit dem man elektrische Energie aus Zitrusfruchtabfällen erzeugen kann.

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Biogas: Die neue Pilotanlage in Catania erzeugt Biogas und damit Strom aus Abfällen von Zitronen und Orangen. Derartige Anlagen sollen zukünftig ganz Sizilien mit Strom versorgen.
Biogas: Die neue Pilotanlage in Catania erzeugt Biogas und damit Strom aus Abfällen von Zitronen und Orangen. Derartige Anlagen sollen zukünftig ganz Sizilien mit Strom versorgen.
(Bild: empedocle)

In der nahe bei Catania auf Sizilien (Italien) errichteten Pilotanlage soll der optimale Rohstoffmix ermittelt und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gesichert werden.

Presskuchen als Grundlage

Der bei der Getränkeindustrie anfallende Presskuchen dient als Basis zur Herstellung von Biogas, aus dem sich wiederum elektrischer Strom gewinnen lässt. Für die Getränkeherstellung ungeeignete Stoffe wie Schale, Kerne und Fruchtfleisch werden zu Sekundärwertstoffen. Sie können mit anderer im Ackerbau anfallender Biomasse vermischt und vergärt werden.

Sensoren überwachen die Bakterientätigkeit und kontrollieren die Qualität des erzeugten Biogases. „Mithilfe unserer Anlage wollen wir nicht nur die Technologie testen, sondern auch die wirtschaftliche Effizienz des Verfahrens ermitteln“, so Genossenschaftsvorsitzender Beno Biundo. Die ausschließlich auf Basis von italienischem Knowhow entstandene Methodik könne Vorbild für alle zitrusfruchtverarbeitenden Betriebe auf Sizilien werden.

Große finanzielle Einsparung

Wissenschaftlich unterstützt wird das Projekt „Energia dagli Agrumi“ durch Mitarbeiter der Universität Catania. Der italienische Manager geht davon aus, dass 20 solcher Anlagen ausreichend wären, um eine echte Alternative zur Stromerzeugung auf ganz Sizilien zu bieten. In jeden Fall brächten sie eine Kostenersparnis mit sich, da die Entsorgung von jährlich 340 000 t Pressrückständen Ausgaben von 10 Mio. Euro nötig mache.

Jede Anlage kann ohne größere Vorkenntnisse individuell auf die spezifischen Bedürfnisse eines Verarbeitungsbetriebes abgestimmt werden. „Dieses auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zielende Projekt wird als Vorbild für andere agrarische Anbauprodukte in ganz Italien dienen“, ist Biundo überzeugt. Ebenfalls an der Verwertung von Abfällen der Zitrusfrüchte verarbeitenden Industrie beteiligt ist das Projekt „Orange Fiber“, das einen Einsatz von Apfelsinenpressrückständen in der Textilindustrie zum Ziel hat.

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