Gutes Quartalergebnis Automotive, Cloud, KI: Chipdesigner Arm legt deutlich zu

Von Michael Eckstein 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie erhofft spülen die Boom-Branchen Künstliche Intelligenz, Cloud und Automotive viel Geld in die Kassen des Chipentwicklers Arm. Auch die Armv9-Architektur ist erfolgreich. Das sorgt für ein Kursfeuerwerk: Seit dem Börsengang von Arm im September 2023 hat sich der Wert der Aktie deutlich mehr als verdoppelt.

Arm-basierte Chips mit KI-Blöcken stecken selbst in den kleinsten Endpunktgeräten. Im Bild die Illustration eines Cortex-M52-basierten Controllers auf einer Leiterplatte.(Bild:  Arm)
Arm-basierte Chips mit KI-Blöcken stecken selbst in den kleinsten Endpunktgeräten. Im Bild die Illustration eines Cortex-M52-basierten Controllers auf einer Leiterplatte.
(Bild: Arm)

Der Chipentwickler Arm, dessen Technik in praktisch allen Smartphones verbaut ist, profitiert vom Schritt ins Geschäft mit Rechenzentren. Der verstärkte Einsatz von KI-Technologie steigere auch die Nachfrage nach Chips mit Arm-Architektur, sagte Firmenchef Rene Haas nach Vorlage von Quartalszahlen. Die Arm-Aktie schoss im nachbörslichen Handel um rund ein Fünftel hoch, nachdem die Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen hatte.

Auf Basis der von Arm entworfenen Chip-Architekturen entwickelt unter anderem Apple die Prozessoren für seine iPhones – und seit einigen Jahren auch für die Mac-Computer. Auch der Halbleiterkonzern Qualcomm, mit dessen Chips viele Android-Smartphones laufen, greift darauf zurück. Die Kunden zahlen an Arm Lizenzabgaben für die Verwendung der Chip-Architektur.

Aktuelle Armv9-Architektur mit sattem Lizenzaufschlag

Das Geschäft läuft besser als von Analysten erwartet: Im dritten Quartal konnte Arm einen Umsatz von 824 Millionen US-Dollar verbuchen, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit einem Rekordumsatz bei den Lizenzgebühren und einem starken Wachstum bei den Lizenzeinnahmen, also Neuabschlüssen. Letztere legten nach Firmenangaben um 11 Prozent auf 470 Millionen US-Dollar zu, was auf die Erholung der Halbleiterindustrie und die rasch zunehmende Verbreitung von Armv9-basierten Chips zurückzuführen sei.

Armv9 ist die im März 2021 vorgestellte, aktuelle Top-Architektur des Chipentwicklers. Sie setzt konsequent auf 64 Bit, kappt alle Verbindungen zu 32-Bit-Altlasten. Neu entwickelte Prozessorkerne sollen hohe Rechenleistung bei gleichzeitig verbesserter Energieeffizienz bereitstellen. Die neuste Version Armv9.2 hatte das Unternehmen Mitte letzten Jahres eingeführt.

Arm fordert für Armv9 rund doppelt so hohe Abgaben wie für den mittlerweile über zwölf Jahre alten Vorgänger Armv8. Laut Haas kommen auf Armv9 basierende Chips inzwischen in allen neuen Premium-Smartphones zum Einsatz, was den Arm-Umsatz antreibe. Gut für Arm: Seit etwa Mitte letzten Jahres haben die weltweit verkauften Stückzahlen wieder deutlich angezogen.

Lizenzgeschäft: läuft

Deutlich über den Prognosen lag auch das Geschäft mit laufenden Lizenzeinnahmen: Hier konnte Arm ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 354 Millionen US-Dollar melden. Interessant dabei: Ein starker Buchungseingang ist laut Haas auf die hohe Nachfrage nach KI-tauglichen Arm-CPUs zurückzuführen, da sehr viele Unternehmen „in allen Endmärkten verstärkt in Künstliche Intelligenz investieren“.

Tatsächlich werden immer mehr Endpunktprodukte mit Chips ausgerüstet, die NPU-Blöcke (Network Processing Unit) integrieren. Diese beschleunigen die Inferenzierung, also die Verarbeitung von Sensordaten über trainierte Neuronaler Netze. Noch lukrativer für den Chipdesigner sind die Prozessoren für Rechenzentren, die Abgaben für gleich mehrere Rechenkerne bringen. Gerade bei den Cloud-Servern habe Arm gegenüber anderen Prozessorarchitekturen Marktanteile gewinnen können, sagt Haas. Gleiches gelte für den Automotive-Sektor, in dem Arm-basierte Prozessoren zunehmende proprietäre Kerne in den Mikrocontrollern ablösen.

Laufendes Quartal: Umsatz wohl deutlich über Prognose

Laut Geschäftsbericht konnte Arm seinen Non-GAAP-Betriebsgewinn im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 338 Mio. US-Dollar steigern, was zu einer Non-GAAP-Betriebsmarge von satten 41,0 Prozent führte. Für das laufende Quartal rechnet Arm mit einem Umsatz zwischen 850 und 900 Millionen Dollar – Analysten hatten im Schnitt nur mit einer Prognose von 778 Millionen Dollar gerechnet.

Kein Wunder also, dass CEO Haas erfreut feststellt: „Arm hat ein weiteres Quartal mit Rekordumsätzen verbucht, was auf die anhaltende Akzeptanz der weltweit am weitesten verbreiteten Compute-Plattform zurückzuführen ist.“ (me)

Mit Material von Arm, dpa

(ID:49912069)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung