Die 100%-Inline-Kontrolle durch bildbasierende Prüfautomaten sichert nicht nur die Produktqualität bei hohen Stückzahlen und kurzen Zykluszeiten. Auch Rückschlüsse auf die Fertigung sind möglich.
Bild 1: Bis zu 500 Teile pro Minute vermisst der Drehteller-Prüfautomat und kontrolliert die Oberflächenqualität (hier Distanzhülsen).
(Bild: Kistler Vision Systems)
Strengste Qualitätskontrollen sind in der Serienfertigung Pflicht geworden, insbesondere bei sicherheitskritischen Produkten. Bei der 100%-Kontrolle durch industrielle Bildverarbeitung (IBV) ist jeder einzelne Produktionsschritt dokumentiert. Wirtschaftlich umsetzbar ist dies nur mit automatisierten Bildverarbeitungssystemen, die im Fertigungstakt die Qualität überwachen. Das vermeidet teure Rückrufaktionen, Produkthaftungsfälle und Image-Schäden.
Die Qualitätssicherung entwickelt sich damit in Richtung Produktionsoptimierung, bei der bereits in der Linie selbst reagiert werden kann. Etwa durch die Möglichkeit, in die Software Warngrenzen für die Klassifizierung von Fehlerarten, Größen, Maßen und weiteren Prüfkriterien einzulernen. Schleichende Änderungen im Produktionsprozess sind dann früh erkennbar. Durch die kontinuierliche Fertigungsdokumentation aller qualitätsrelevanten Merkmale im Zeitverlauf und in Langzeitanalysen gibt es Hinweise auf die Ursachen auftretender Fehler. Diese lassen sich dann gezielt vermeiden. Zur Digitalisierung der Produktion im Sinne einer Industrie 4.0 spielt die IBV eine Schlüsselrolle.
Prüflösungen am Beispiel der Software KiVision
Die erfolgreiche Bewältigung aller Anforderungen steht und fällt mit einer Software, die den Entwicklungen bei Optosensorik, Kamera, Schnittstellen und Hardware folgt. Durch höhere Auflösungen der Kameras, stetig steigende Prozessorleistung, etwa durch Mehrkernprozessortechnologie, und standardisierte Schnittstellen steigt die Leistungsfähigkeit von Bildverarbeitungssystemen, um höhere Inspektionsgeschwindigkeiten und Prüfgenauigkeiten zu erreichen.
In vielen Anwendungen ist die Erkennung von Farben von großem Vorteil. Hierbei ist die einfache Bedienbarkeit des Systems von besonderer Bedeutung. Früher waren ausgewiesene Experten gefordert, um eine Bildverarbeitungslösung einzurichten. Inzwischen lassen sich heute durch intuitive Konfigurationsmöglichkeiten und ergonomische Software-Oberflächen viele Anpassungen ohne besondere Vorkenntnisse der Thematik durchführen.
KiVision ist beispielsweise eine solche Software, die auf aktuelle Forderungen der Prüftechnik zur Qualitätssicherung optimiert wurde. Sie basiert auf einfach zu bedienenden Tools und schnellen Algorithmen. Ihre Flexibilität erlaubt individuelle Kundenwünsche und auch die Durchführung komplexer, anwendungsspezifischer Prüfabläufe. Die Software KiVision wird auch im Hause Vester Elektronik verwendet, die im Herbst 2017 in die Kistler Gruppe integriert wurde – samt 30 Jahren Bildverarbeitungs-Kompetenz des Unternehmens in Straubenhardt. Seitdem ist die industrielle Bildverarbeitung Teil der umfassenden Prüftechnik-Kompetenz der Kistler Gruppe.
Das Portfolio wird ständig weiterentwickelt. Mit dem Einstieg in die optische Messtechnik etablierte Kistler in Karlsruhe das Competence Center Vision Systems mit eigener Software-Entwicklung, um die Schlüsseltechnologie Industrielle Bildverarbeitung weiter auszubauen. Damit können Kundenansprüche und Anforderungen schnell und gezielt erfüllt werden.
Bedeutende Fortschritte beim Vermessen und Prüfen von beispielsweise Dreh-, Stanz-, Press- und Kunststoffteilen flossen in die Prüfautomaten von Kistler ein, die bis zu acht digitale Kameras für eine Messaufgabe nutzen. Bei Stanzautomaten etwa sind Frequenzen von 1200 Hub pro Minute keine Seltenheit – auch bei mehrfachfallenden oder doppelspurbetriebenen Werkzeugen. Damit stehen für eine solche Anwendung der Bildverarbeitung manchmal gerade einmal 30 ms (mit entsprechenden Reserven) für Bildaufnahme und Bildauswertung zur Verfügung. Das präzise Vermessen von Serienteilen mittels Durchlichtprüfung gehört zum Standard der Qualitätskontrolle; die Genauigkeitsanforderung liegen im Mikrometerbereich und wird durch Subpixel-Algorithmen erreicht.
Bild 2: Das optimierte Zusammenspiel von Beleuchtung, Optik, Kamera, Schnittstellen und Rechner erlaubt der Software maximale Prüfleistung (hier die Kontrolle von Schraubenmuttern).
(Bild: Kistler Vision Systems)
Unter dem Strich heißt das, dass Kunden mit entsprechenden Systemen und Software heute vieles eigenständig meistern können, was vor wenigen Jahren noch spezialisierten Anbietern in der industriellen Bildverarbeitung vorbehalten war. Doch trotz aller Leistungssteigerungen sind die Erwartungen der Anwender an Leistungsstärke und Bedienbarkeit neuer Software weiterhin sehr hoch, denn es rücken immer komplexere Aufgaben in den Fokus. Bei der Weiterentwicklung der Software bleiben damit Anspruch und Ziel: schwierige Aufgaben so vereinfachen, dass sie wie Standardaufgaben durchführbar sind.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Gerade bei der Oberflächeninspektion im Auflicht ist das einfache Bedienen des Systems eine Herausforderung und bedeutet, komplexe Algorithmen in leicht interpretierbare und bedienbare Software zu übersetzen. Beispielsweise wenn es darum geht, kleinste Kratzer auf Blechteilen zu entdecken. Makel jedoch, etwa fleckige Oberflächen, sind gar nicht erst in den Fokus zu nehmen, wenn diese für die Qualität der gefertigten Teile nicht relevant sind. Damit steht zum einen die Software im Mittelpunkt, zum anderen das optimale Zusammenspiel von Beleuchtung, Optik, Kamera, Schnittstellen und Rechner.
Bild 3: Bei dieser End-of-Line-Prüfung von Serienteilen (Dreh-, Stanz-, Press- und Kunststoffteilen) überwacht KiVision alle Merkmale gemäß Vorgabe des Anwenders.
(Bild: Kistler Vision Systems)
In allen Prüfstationen von Kistler, die am Artikelende beispielhaft skizziert werden, ist die Bildverarbeitungs-Software KiVision integriert. Sie kommt aber auch außerhalb der Prüfautomaten zum Einsatz und ist mit anderen Messsystemen von Kistler kombinierbar. KiVision ist windows-basiert und versetzt die Bediener in den Werkhallen nach nur wenigen Stunden Training in die Lage, die Software eigenständig zu nutzen und erste Messaufgaben zu lösen. Eine komfortable, intuitive Benutzeroberfläche, viele gut strukturierte und für Praktiker entwickelte Prüf- und Makrobefehle sowie visualisierbare Parameter befähigen sie sogar, Prüfaufgaben für komplett neue Teile selbstständig einzulernen.
Komplexe Prüfsequenzen, die vor allem bei der Oberflächeninspektion anfallen, lassen sich durch wiederverwendbare Unterprogramme und Funktionsblöcke deutlich vereinfachen. Die Verschmelzung der Parametrierung-Software KVC Visu von Vester mit der Bildverarbeitungssoftware KiVision befähigt den Bediener, alle Maschinen-, Programm- und Statistikdaten in der gleichen Oberfläche zu verwalten und anlagen- oder werkstückspezifisch zu speichern.
KiVision unterstützt zudem alle wichtigen Kameraschnittstellen sowie Feldbusse und ist erweiterungsfähig. Es lassen sich beispielsweise Spezialsensoren oder eigene Algorithmen mit dem KiVision Software Development Kit einbringen, ohne eigene Algorithmen offenlegen zu müssen – ein großer Vorteil gerade bei geplanten Patentanmeldungen. Auch eine Datenübertragung an externe CAQ-Systeme sowie die Integration in das eigene Firmennetzwerk sind möglich. Damit lassen sich Prüfprogramme extern am PC-Arbeitsplatz programmieren sowie Programmdaten und Messwerte zentral verwalten. Wenn gewünscht, lassen sich weitere Software-Bausteine integrieren, die eine Ferndiagnose und Fernwartung der Prüf- und Sortierautomation erlauben.
In Hochleistungsprozessoren nimmt die Zahl der CPU-Kerne zu, um die immer größeren Datenmengen verarbeiten zu können. Die Grundarchitektur von KiVision ist darauf ausgelegt, die Leistung der Kerne parallel abzurufen, um dadurch die Leistungssteigerungen bei PCs für eine schnellere Bildverarbeitung zu nutzen. Dies ermöglicht den asynchronen Bildeinzug aller im Einsatz befindlichen Kameras und die parallele Abarbeitung der jeweils dafür notwendigen Prüfprogramme. Mit herkömmlichen Bildverarbeitungsprogrammen ist dies nur seriell und dadurch mit erheblichen Leistungseinbußen möglich.
Bild 4: Sowohl einfache Maßprüfungen als auch komplexe Prüfaufgaben sind möglich; mithilfe des Editors (links) wird das Prüfprogramm (rechts) anhand der Kamerabilder erstellt.
(Bild: Kistler Vision Systems)
Zuverlässigkeit und Präzision ist Pflicht für kritische Teile
Essenziell für die Qualitätsprüfung sicherheitskritischer Teile – und damit einer Null-Fehler-Produktion – ist die zuverlässige Aussortierung aller schlechten Teile – auch in Ausnahmesituationen. Kistler legt deshalb bei den Prüfautomaten und Stanzteilprüfzellen höchsten Wert darauf, nicht allein im Regelfall, sondern auch in einer Vielzahl denkbarer Störsituationen dafür zu sorgen, dass fehlerhafte Teile unter keinen Umständen im Behälter für O.K.-Teile landen – ohne dabei Einbußen an der Prüfgeschwindigkeit hinnehmen zu müssen.
Kistler erreicht diese Sicherheit durch das reibungslose Zusammenspiel von gut programmierter SPS, asynchronem Handling, dem Einsatz eigens dafür gefertigter Auswurfkontrollen und der KiVision-Software, die das asynchrone Handling unterstützt. Etwa mit virtuellen Teilnummern, die helfen, zeitlich auseinander liegende aber zusammengehörige Bilder dem richtigen Prüfteil zuzuordnen. Dabei sammelt die SPS als übergeordnete Instanz die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen und kann eine sichere Gut-Schlecht-Entscheidung treffen oder notfalls sogar die Maschine in einem erkannten Risikobereich stoppen. Um Lösungen für neue, weitergehende Kundenwünsche zur Verfügung zu stellen, entwickelt Kistler seine Software KiVision im Karlsruher Competence Center Vision weiter und bietet selbstverständlich entsprechende Schulungen an.
Die Karlsruher Bildverarbeitungs-Spezialisten arbeiten eng mit den Teams von Kistler im nur 30 km entfernten Straubenhardt zusammen, die ihre Branchen-Kenntnisse einbringen, um KiVision mit kunden- und anwendungsspezifischen Routinen zu erweitern. Die Software ist dabei Teil eines abgestimmten Gesamtpakets aus einer Hand: Maschinenbau-, Elektronik-, Bildverarbeitungs-, Statistik- und Software-Kompetenz sorgen für immer neue Impulse und Lösungen. Neben individuellen Machbarkeitsanalysen und einem intensiven Dialog mit den Kunden ist dabei auch die Entwicklung eigener Sensorik und optischen Komponenten ein wichtiger Pluspunkt.
Beispielhafte Prüfautomaten für Serienteile
Der Sortierautomat Visioncheck KVC-121 sorgt für eine lagestabile Zuführung und Handhabung von Massenteilen in schnell wechselbaren, geneigten Prüf- und Transportschienen. Telezentrische Blitzbeleuchtungskomponenten und bi-telezentrische Präzisionsobjektive garantieren eine präzise optische Prüfung bei hohem Durchsatz. Bedient wird der vollverkleidete und geräuschgedämmte Automat über einen 24-Zoll-Touchscreen; integriert werden können bis zu vier Kameras mit unterschiedlicher Auflösung bei einem Durchsatz von bis zu 250 Teilen pro Minute.
Visioncheck KVC-621 ist eine Stanzteil-Prüfzelle für endlos produzierte Teile, vor allem aus den Bereichen Stanzen, Laminieren, Ätztechnik und Spritzgießen. Anwendungen wie die klassische Maßkontrolle, eine komplette Konturprüfung sowie die Erkennung von Oberflächendefekten sind für diesen Automaten Routine. Dem Anwender stehen viele weitere Prüfmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem kann er selbst festlegen, was im Fehlerfall geschehen soll; vom Stoppen der laufenden Produktion bis hin zum Austrennen oder Markieren von Schlechtteilen.
Die beiden Systeme Visioncheck KVC 821/C und Visioncheck KVC 821/E wurden besonders für anspruchsvolle Maß- und Oberflächenprüfungen von Massenteilen konstruiert und sind mit einem Drehteller mit bis zu acht Kameras ausgerüstet. Je nach Größe und Gewicht der Prüfteile wird die Zuführung über ein integriertes (KVC 821/C) oder beigestelltes (KVC 821/E) Zuführsystem realisiert; außerdem sorgen Ausblasdüsen für eine automatische Sortierung von Gut- und Schlechtteilen inklusive Auswurfkontrolle über eigens entwickelte Mehrstrahllichtschranken.