Spreizdübel, Fischertechnik, Fotoblitz – all das wurde von Artur Fischer erfunden, der dafür heute mit dem Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.
Sonderapplaus für Artur Fischer von Heiko Maas und Benoit Battistelli
(Europäisches Patentamt)
Einer der weltweit erfolgreichsten Erfinder aller Zeiten, Artur Fischer, wurde heute in Berlin mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet. Dieser wichtigste Preis für technische Innovationen in Europa wurde dem 94-jährigen Artur Fischer in der Kategorie "Lebenswerk" durch den Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas verliehen. Der gebürtige Schwabe, der bislang 1136 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet hat (Stand Ende 2013), wird in einem Atemzug mit Erfindern wie Thomas Alva Edison genannt.
"Wir freuen uns, dass die Erfinderlegende Artur Fischer den Preis für sein Lebenswerk erhalten hat. Wie schon 2012 war erneut ein Kandidat, der vom Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) vorgeschlagen wurde, unter den Preisträgern. Verdient hätte Artur Fischer ihn angesichts seiner bahnbrechenden Innovationen schon lange", sagt Cornelia Rudloff-Schäffer, Präsidentin des DPMA. "Allein der von ihm erfundene Dübel wird täglich weltweit in verschiedenen Varianten über 14 Millionen Mal produziert ", ergänzt die Chefin der Zentralbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland. Impressionen von der Vergabe des Europäischen Erfinderpreis finden Sie in der Bildergalerie:
Artur Fischers Motto "Jede Erfindung muss den Menschen dienen" spiegelt sich in seinen vielfältigen, alltagstauglichen Erfindungen wider: Neben dem Spreizdübel, der 1958 die Bauindustrie revolutionierte, erfand er unter anderem zahlreiche Befestigungssysteme, das Spielsystem fischertechnik (1964) und das synchronisierte Blitzlichtgerät für Fotoapparate (1949). Fischer, 1919 in Tumlingen (Schwarzwald) in bescheidene Verhältnisse hineingeboren und daher ohne die Möglichkeit zu studieren, ist nicht nur ein begnadeter, leidenschaftlicher Erfinder.
Er verstand es auch, seine Ideen und Erfindungen unternehmerisch umzusetzen und zu vermarkten: 1948 gründete er im Nachkriegsdeutschland aus dem Nichts heraus die Fischerwerke. Etwa 4 000 Beschäftigte sind heute weltweit für den Familienbetrieb tätig, der so vielfältig aufgestellt ist wie ihr Gründer: Autozulieferung, Bautechnik, Spielwarenproduktion und Unternehmensberatung gehören zum Unternehmens-Portfolio. Im Bereich Befestigungssysteme werden heute circa 14 000 verschiedene Artikel im noch immer familieneigenen Betrieb hergestellt, der insgesamt 600 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet.
So viel Leistung, Erfinder- und Unternehmertum zog viele Ehrungen nach sich: Neben dem Bundesverdienstkreuz in verschiedenen Stufen erhielt Artur Fischer zahlreiche Auszeichnungen, Doktorwürden und Ehrenprofessuren. Im Jahr 2001 rief Artur Fischer - zusammen mit der Baden-Württemberg-Stiftung - schließlich selbst einen Erfinderpreis ins Leben: Der Artur Fischer Erfinderpreis wird seither alle zwei Jahre an Schülerinnen beziehungsweise Schüler sowie an private Erfinderinnen und Erfinder vergeben. Der heute verliehene Preis für sein Lebenswerk ist für Artur Fischer jedoch kein Grund mit dem Tüfteln aufzuhören - das stellte er schon bei seiner Nominierung klar.
Der Europäische Erfinderpreis ("European Inventor Award") ist eine prestigeträchtige europäische Auszeichnung für Erfindungen und der einzige europäische Preis, der Lösungen in angewandter Technik würdigt. Seit dem Jahr 2006 vergibt das Europäische Patentamt (EPA) jährlich den Europäischen Erfinderpreis in Kooperation mit der Europäischen Kommission und dem Land, das die EU-Ratspräsidentschaft inne hat - in diesem Jahr Griechenland. Der Preis zeichnet in sechs Kategorien (Industrie, Forschung, KMU, außereuropäische Staaten, Lebenswerk, Publikumspreis) Erfinder und Erfinderteams aus, die mit bahnbrechenden Arbeiten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben und so zu Fortschritt und Wohlstand beitragen.
Die weiteren Preisträger des Europäischen Erfinderpreises
Neben Artur Fischer wurden weitere Personen mit dem Europäischen Erfinderpreis in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet:
Masahiro Hara, Miterfinder des QR codes und Gewinner des European Inventor Award 2014 Popular Prize
(Europäisches Patentamt)
Publikumspreis: Der QR-Code, den Masahiro Hara und sein Team entwickelt haben, ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Er kommt unter anderem bei der Bestandsführung in der Fabrik, in der Verwaltung von Patientenakten, bei der Rückverfolgung biologischer Proben oder als Marketinginstrument zum Einsatz. Mit einen Smartphone oder Tablet und der dazugehörigen App verbindet der QR-Code die physische Welt mit der virtuellen.
Koen Andries, Gewinner des European Inventor Award 2014 in der Industrie-Kategorie
(Europäisches Patentamt)
Industrie: Koen Andries, Jérôme Guillemont (Belgien, Frankreich) und Team: Dem Forscherteam ist es gelungen, die Behandlungszeiten von Tuberkulose signifikant zu verkürzen und in einem überschaubaren Zeitraum die vollständige Heilung zu erreichen. Dafür haben sie ein Molekül extrahiert, das den Tuberkulose-Bakterien bereits nach kurzer Zeit die Energieversorgung kappt.
Peter Holme Jensen, Gewinner des European Inventor Award 2014 im Bereich mittelständische Unternehmen
(Europäisches Patentamt)
Kleine und mittelständische Unternehmen: Peter Holme Jensen, Claus Hélix-Nielsen, Danielle Keller (Dänemark): Durch die Erfindung des dänischen Chemiker-Teams wird die Aufbereitung von Wasser in seiner reinsten Form ohne hohen und teuren Energieaufwand möglich. Die wasserfilternde Aquaporin-Membran macht sich den natürlichen Wasseraustausch zwischen einzelnen Zellen (Osmose) und die Eigenschaften des dafür maßgeblichen Proteins zu Nutze.
Christofer Toumazou, Gewinner des European Inventor Award 2014 Research Category
(Europäisches Patentamt)
Forschung: Christofer Toumazou (Großbritannien). Dank seiner Arbeiten lässt sich das menschliche Erbgut in kürzester Zeit und außerhalb eines Labors analysieren. Seine Erfindung ist ein DNA-Schnelltest per USB-Stick. Sie basiert auf einem Mikrochip, der jede Form von genetischer Abweichung im Erbgut bereits nach kurzer Zeit erkennt.
Charles W. Hull, Winner, Gewinner des European Inventor Award 2014 in der Kategorie nicht-europäische Länder
(Europäisches Patentamt)
Außereuropäische Länder: Charles W. Hull (USA) arbeitete mit UV-Licht, um Oberflächenbeschichtungen auszuhärten. 1983 kam er auf die Idee, das für die Beschichtung verwendete Kunstharz in dünnen Laminatschichten übereinander zu lagern und mit UV-Licht in Form zu ätzen: Der elektrolytische 3D-Drucker war geboren. Auf Basis seiner Idee funktioniert heute jeder 3D-Drucker.
Stand: 08.12.2025
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