Würzburger EMS-Tag Auftragsfertigung mit dem Standortvorteil Deutschland

Hubertus Andreae *

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„Eine Elektronikauftragsfertigung am Standort Deutschland ist kein Auslaufmodell,“ erklärte Hubertus Andreae auf dem 10. Würzburger EMS-Tag. Richtig umgesetzt, kann eine Auftragsfertigung in Deutschland wettbewerbsfähig und ertragreich sein und es besteht zusätzlich für eine Fertigung in Deutschland sogar noch ein Standortvorteil.

Der Standortvorteil Deutschland: „Made in Germany steht für erfolgreiche Produktion in Deutschland auf ganzheitlich hohem Niveau“, erklärt Hubertus Andreae von dreiplus auf dem 10. EMS-Tag in Würzburg.(ELEKTRONIKPRAXIS)
Der Standortvorteil Deutschland: „Made in Germany steht für erfolgreiche Produktion in Deutschland auf ganzheitlich hohem Niveau“, erklärt Hubertus Andreae von dreiplus auf dem 10. EMS-Tag in Würzburg.
(ELEKTRONIKPRAXIS)

Hubertus Andreae war Keynote-Sprecher auf dem 10. Würzburger EMS-Tag, der mit 50 Teilnehmern auch 2012 wieder gut besucht war und viele inhaltliche Highlights und Denkanstöße bot. Die wesentlichen Aussagen, wie Sie den Standortvorteil Deutschland heben können, finden Sie in diesem Fachbeitrag.

Die Bildergalerie zum 10. Würzburger EMS Tag 2012

Leider ist vielen Marktteilnehmer nicht bewusst, dass es einen Standortvorteil Deutschland gibt. Sie haben daher die entscheidenden Maßnahmen und Leistungsmerkmale nicht im Blick. Dieser Beitrag soll mehr Klarheit darüber schaffen und den Fokus von scheinbaren Hauptthemen auf die wesentlichen Schlüsselthemen lenken. Worüber in Deutschland immer geklagt wird:

  • Die direkten Lohnkosten sind zu hoch
  • Die Lohnnebenkosten verhindern die Wettbewerbsfähigkeit
  • Gegen die Niedriglohnländer haben wir keine Chance
  • Investitionen werden behindert
  • Die Förderungsrahmenbedingungen sind unzureichend

Sicher können wir uns ein Paradies wünschen, aber wir verfügen in der Regel über genügend eigenes Potential um in Deutschland wettbewerbsfähig produzieren zu können. Man muss das Potential nur aktivieren.

Gute Beispiele können uns Mut machen

Einige deutsche Auftragsfertiger in Ost und West (entgegen der Erwartung nicht immer die großen Namen der Branche) gewinnen immer wieder Projekte bei denen sie gegen ausländische Anbieter in Osteuropa und Asien im Wettbewerb gestanden haben. Zum Teil sogar in Marktsegmenten wie z.B. in der Automobilbranche, die bekannt ist für ihren hohen Kostendruck.

Das Erfolgsgeheimnis solcher Unternehmen ist nicht der Verzicht auf einen angemessenen Ertrag, sondern das leistungsstarke Gesamtkonzept, das einen Leistungs- und Gesamtkostenvorteil für die Kunden gewährleistet. Worin unterscheiden sich solche Unternehmen von vielen anderen EMS-Marktteilnehmern?

  • Kontinuierlicher Neukundengewinn und neue Projekte etablierter Kunden (auch in den schlechten Wirtschaftsjahren wie 2008/2009)
  • Höchste technologische Kompetenz
  • Eine gänzlich andere Materialwirtschaft als in der Branche üblich
  • Breite Kompetenz in allen Bereichen des Unternehmens
  • Volle Auftragsbücher
  • Geringer Umsatz- und Ertragseinbruch in der Krisenzeit 2008/2009
  • Die ganzheitliche Prozessvernetzung ist in allen Unternehmensprozessen im Focus
  • Hochgradig motivierte Mitarbeiter, die bereit sind, sich zu ändern und die mühevolle Detailarbeit neue Wege zu beschreiten auf sich nehmen.
  • Sie haben Erträge die nennenswert über dem Branchendurchschnitt liegen (z.B. Ergebnis vor Steuern >10%)
  • Eine Leistungseffizienz (z.B. Rohertrag pro Mitarbeiter) die z.T. fast 100% über dem vieler Wettbewerber liegt

In Deutschland kann man wettbewerbsfähig und mit Ertrag produzieren

Dieser Fehler wird verursacht durch allgemeine Prozessschwächen der Unternehmen. Im Allgemeinen sind das:

  • Auftragsterminierungsprozesse
  • Materialbeschaffungsprozesse
  • Mangelhaftes Lieferantenmanagement
  • Fehlende ERP-Werkzeuge
  • Fehlende Prozessdisziplin
  • Fertigungsmängel
  • Unklare Verantwortlichkeiten

Das interessante an diesen Punkten ist, der Kunden spürt sie und das Unternehmen (EMS) verliert an Effizienz, Ertrag, Liquidität und Wachstumspotenzial. Dennoch steht die Liefertreue strategisch und operativ nicht im Unternehmensfokus vieler Unternehmen. Nicht anders ist zu erklären, das viele Unternehmen die Liefertreue nicht messen, die Geschäftsführungen sich die Liefertreue nicht auswerten lassen oder das, selbst wenn die Daten schon vorhanden sind, nicht kontinuierlich an deren Optimierung gearbeitet wird.

Noch ein Hinweis dazu: Die Liefertreue ist das Spiegelbild des Leistungsgefüges eines Unternehmens. Sie ist mindestens so viel Wert wie der klare Blick auf den Kontostand. Denn eine schlechte Liefertreue wird nachhaltig den zukünftigen Kontostand beeinflussen. Das heißt die Liefertreue und deren kontinuierliche Optimierung ist Chefsache.

Fehler 2 – unzuverlässige Aussagen: Auch hier gelten viele der oberen Punkte. Mit den oben aufgeführten Mängeln können die betroffenen Mitarbeiter keine zuverlässigen Aussagen tätigen.

Keine Problembeseitigung bekannter und von Kunden angesprochener Mängel

Fehler 3 – Lieferantenbewertung der Kunden werden in der Regel nicht genutzt um eine dauerhafte Leistungsverbesserung zu erarbeiten. Sie werden zu Kenntnis genommen, möglicherweise auch mal angesprochen und dann abgeheftet.

Wenn wir kein Problembewusstsein entwickeln, wenn wir nicht wissen wollen wodurch die Probleme entstehen, wenn wir den Kunden und die Mängel nicht ernst nehmen, dann werden wir den dauerhaften Erfolg in Deutschland nicht sicherstellen können.

Nachfolgend möchte ich einige systematische Optimierungsansätze liefern die helfen sollen, dass Leistungsgefüge nachhaltig zu verbessern und eine Elektronikfertigung in Deutschland auch in der Zukunft abzusichern.

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