Luftfahrt Aufgedeckt: Der Boeing 787 Dreamliner
Mit mehr als dreijähriger Verspätung hat Boeing im September seinen Langstrecken-Jet 787 ausgeliefert. Das Flugzeug wartet nicht nur mit aktueller Triebwerkstechnik auf, sondern ist auch mit vielen bemerkenswerten Elektronik-Features ausgestattet.

Ursprünglich plante Boeing Anfang des 21. Jahrhunderts den sogenannten "Sonic Cruiser", ein Flugzeug, das mit fast einfacher Schallgeschwindigkeit die Reisezeiten auf Langstecken deutlich verkürzen sollte.
Aber die Krise, in die viele Fluggesellschaften nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stürzten, führte dazu, dass viele Airlines ihre Prioritäten überdachten: Niedrige Betriebskosten hatten nun absoluten Vorrang.
Um Treibstoff als wichtigsten Kostenfaktor einsparen zu können, setzte Boeing mehr als bei jedem anderen Passagierflugzeug zuvor auf Verbundwerkstoffe und spritsparende Triebwerke. Gleichzeitig wurden auch in der Elektronik neue Wege beschritten.
Android
wurde als Betriebssystem für das Bordunterhaltungssystem der 787 gewählt. Jeder Sitzplatz verfügt über einen Touchscreen. In der First Class beträgt die Diagonale der Flachdisplays sogar stolze 17 Zoll (zum Vergleich: das iPad 2 misst 9,7 Zoll in der Diagonalen).
Beleuchtung
Der Innenraum des Dreamliner wird mit Leuchtdioden erhellt. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Lichtstimmungen erzeugen. 128 unterschiedliche Farbtöne sind möglich.
19-Zoll-Fenster
Die elektrochromatischen Fenster enthalten eine elektrisch leitfähige Schicht. Auf Knopfdruck werden sie durch eine schwache elektrische Ladung verdunkelt.
Turbulenzen
sollen abgeschwächt werden. Sensoren in der Außenhaut erfühlen Veränderungen im Luftdruck, auf die das automatische Flugkontrollsystem dann reagiert.
Avionik
Die modulare Bauweise der Bordelektronik und die Einsparung von Kabeln reduzierten das Gewicht der Bordelektronik gegenüber vergleichbaren Systemen bei älteren Flugzeugmustern um 900 Kilogramm.
Kritik entzündete sich daran, dass die elektronischen Systeme im Passagierbereich, die zum Beispiel den Zugang zum Internet während des Fluges erlauben sollen, nicht physikalisch, sondern durch Firewalls von den sicherheitskritischen Navigations- und Kontrollsystemen getrennt sein sollen.
Der Security-Experte Bruce Schneier meinte dazu, die Geschichte sei von den Medien sehr stark hochgespielt worden, trotzdem müsse man bei der Umsetzung genau hinsehen.
Fly-By-Wire
Das Steuerungssystem basiert auf dem Betriebssystem Integrity-178B von Green Hills Software. Es gilt als eines der sichersten Echtzeitbetriebssysteme weltweit.
(ID:29621250)