Halbleiterausrüstung ASML kündigt Abbau von 1.700 Stellen an

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

Trotz stark gestiegener Auftragseingänge plant ASML den Abbau von 1.700 Stellen. Der Schritt folgt auf Jahre schnellen Wachstums und betrifft vor allem Führungsfunktionen.

ASML-Hauptsitz im niederländischen Veldhoven. Der Hersteller von Halbleiterausrüstung  plant, bis 2030 weltweit 1.700 Stellen, oder etwa 3,8 Prozent der bestehenden Belegschaft, abzubauen.(Bild:  ASML)
ASML-Hauptsitz im niederländischen Veldhoven. Der Hersteller von Halbleiterausrüstung plant, bis 2030 weltweit 1.700 Stellen, oder etwa 3,8 Prozent der bestehenden Belegschaft, abzubauen.
(Bild: ASML)

Der niederländische Halbleiterausrüster ASML hat angekündigt, weltweit 1.700 Stellen abzubauen. Das entspricht rund 3,8 Prozent der Belegschaft und stellt den größten Stellenabbau in absoluten Zahlen in der Unternehmensgeschichte dar.

Der Abbau soll überwiegend Standorte in den Niederlanden und den USA betreffen und konzentriert sich laut Unternehmen vor allem auf Management- und Führungspositionen. Finanzvorstand Roger Dassen verwies in einer Telefonkonferenz auf eine notwendige Anpassung nach der starken Expansion der vergangenen beiden Jahrzehnte.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines weiterhin robusten Auftragseingangs. Im vierten Quartal meldete ASML Bestellungen von 13,2 Milliarden Euro, nach 5,4 Milliarden Euro im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 6,32 Milliarden Euro gerechnet.

Anpassung trotz positiver Marktaussichten

Die starke Nachfrage wird vor allem durch Investitionen in KI-bezogene Chipfertigung getrieben. Mehrere Kunden haben ihre Investitionspläne ausgeweitet, um Kapazitäten für Logik- und Speicherchips zu erhöhen, die unter anderem von Cloud-Anbietern wie Microsoft, Amazon und Alphabet genutzt werden.

ASML-CEO Christophe Fouquet sprach von einer deutlich verbesserten Einschätzung vieler Kunden zur mittelfristigen Marktentwicklung. Diese basiere vor allem auf der Erwartung, dass die KI-Nachfrage nachhaltiger sei als zuvor angenommen.

Entsprechend hat das Unternehmen seine Umsatzprognose für 2026 angehoben. ASML rechnet nun mit Erlösen zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 waren 32,7 Milliarden Euro ausgewiesen worden. Analysten hatten bislang rund 35 Milliarden Euro für 2026 erwartet.

Langfristig hält ASML an seinen Zielen fest. Bis 2030 sollen Umsatz und Marge weiter steigen. Zugleich zeigt der angekündigte Stellenabbau, dass das Unternehmen seine Kosten- und Organisationsstruktur auch in einem Wachstumsumfeld überprüft.(sg)

(ID:50694520)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung