EMV-Richtlinien für Geräteprüfungen, Teil 5 Anforderungen bei der Kompatibilität von Mobiltelefonen mit Hörhilfen in den USA

Autor / Redakteur: Bernd Selck* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In unserem fünften Teil stellen wir Ihnen am Beispiel der HAC (Hearing AID Compatibility) die Verträglichkeit von Hörhilfen zusammen mit Mobiltelefonen vor. Grundlage sind die FCC-Regularien der ANSI, um entsprechend kompatible Telefone anbieten zu können.

Anbieter zum Thema

Die FCC-Regularien zur Verträglichkeit mit Hörhilfen fordern, dass die Hersteller von Mobiltelefonen den Netzbetreibern mindestens zwei Hörhilfen-kompatible Telefone je Luftschnittstelle anbieten sollen. Speziell sehen die Regelungen vor, dass die fünf größten Mobilfunkanbieter Sprint, Nextel, Verizon Wireless, Cingular und T-Mobile entweder zwei Hörhilfen-kompatible Handset-Modelle für jede Luft-Schnittstelle verfügbar haben oder gewährleisten, dass 50% ihrer Handset-Modelle Hörhilfen-kompatibel sind.

Kompatibilität von Mobiltelefonen mit Hörhilfen wird gemäß dem amerikanischen Standard ANSI C63.19 nachgewiesen. Hierzu werden sowohl E-Feld-Emission und H-Feld-Emission als auch Hörfrequenz-Messungen nach IEEE C63.19 T-Coil Signal Amplitude, T-Coil Frequenz-Resonanz und T-Coil Signal-Rausch-Abstand gemessen.

Der gesetztliche Hintergrund des HAC-Gesetzes

Das Hearing Aid Compatibility Act von 1988 (HAC-Gesetz) verlangt von der Federal Communications Commission (FCC), dass Telefone, die nach August 1989 für den Gebrauch in den USA vorgesehen sind, mit Hörgeräten kompatibel sind. Allerdings wurden drahtlose Telefone von den Anforderungen ausgenommen.

Der amerikanische Kongress gewährte der FCC einen Widerruf, da Personen mit Hörgeräten durch Mobilfunktelefone beeinträchtigt werden können. Durch technische Weiterentwicklungen der Hörgeräte und der Mobilfunktelefone ist es möglich, diese Geräte technologisch aufeinander abgestimmt zu betreiben. Beruhend auf diese Ergebnisse wurden durch die FCC Regeln für die Vereinbarkeit von Hörgeräten und Mobilfunktelefone erstellt.

Was ein Telefon kompatibel zu Hörgeräten macht

Hörgeräte funktionieren nach der akustischen Kopplung oder der Telecoil-Kopplung. Die akustische Kopplungsweise (Mikrofon) erhalten und verstärken alle Töne, die den Benutzer umgeben. Diese sind gewünschte Töne, wie ein Audiosignal eines Telefons oder unerwünschte Umgebungsgeräusche.

Hörgeräte, die mit der Telecoil-Kopplungsweise arbeiten, verhindern den Empfang unerwünschter Umgebungsgeräusche. Es werden nur die magnetischen Felder empfangen, die durch Telecoil-kompatible Mobilfunktelefone erzeugt werden. Ein Telecoil ist eine kleine, dicht gewickelte Leitung (Spule) innerhalb des Hörgerätes, das bei Aktivität das Stimmensignal der Mobilfunktelefone als elektromagnetisches Feld aufnimmt.

So sind Benutzer von Telecoil-ausgestatteten Hörgeräten in der Lage, effektiv über das Telefon ohne unerwünschte Nebengeräusche zu kommunizieren. Telecoils können allerdings aufgrund der Größe nur in zwei Arten von Hörgeräten eingefügt werden: entweder als Hörhilfe im Ohr und hinter dem Ohr.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:311429)