Anbieter zum Thema
HAC-Anforderungen für Mobilfunktelefone
Analoge Telefone verursachen gewöhnlich keine Einkopplung in Hörgeräte. Andererseits können digitale Telefone Einkopplungen verursachen. Das geschieht durch die elektromagnetische Energie, die durch die Antenne oder andere Bestandteile des Telefons ausgestrahlt werden. Deshalb hat die FCC spezifische Regelungen für Digitale Telefone beschlossen.
Der Standard für die Vereinbarkeit mit Hörgeräten wurde durch das American National Standards Institute (ANSI) erstellt und als ANSI C63.19 veröffentlicht. Die C63.19 enthält Methodiken:
- Eine „M“-Bewertung von eins bis vier für die Reduzierung von Radiofrequenzen (HF), um akustische Kopplung mit Hörgeräten zu ermöglichen, die nicht in der Telecoil-Weise arbeiten.
- Eine „T“-Bewert,ung von eins bis vier, um induktive Kopplung mit Hörgeräten zu ermöglichen, die nach der Telecoil-Weise arbeiten.
Messungen FCC für HAC gemäß ANSI C63.19

Die ANSI C63.19 gilt sowohl für Geräte für der drahtlosen Kommunikation als auch für Hörgeräte (Bild 1). Für beide Gerätearten sind Prüfmethoden und Bewertungsmethoden beschrieben. Für Mobilfunktelefone werden Funkinterferenz-Messungen und Hörfrequenz-Messungen durchgeführt. Bei der Funkinterferenz-Messung werden das E-und H-Feld gemessen. Beide werden im Nahfeld mit einem automatischen System realisiert.
Es lassen sich Geräte verwenden, mit denen auch SAR-Messungen möglich sind. Weiterhin müssen Hörfrequenz-Messungen wie T-Coil Signal Amplitude, T-Coil Frequenz-Resonanz und T-Coil Signal-Rausch-Abstand durchgeführt werden. Für Hörgeräte ist es erforderlich, dassHF-Störfestigkeitsprüfungen im Mikrofon-Modus und im T-coil-Modus angewandt werden. Alle Anforderungen an die Messplätze und die Durchführung der Messungen sind detailliert in der ANSI beschrieben.
Kompatibilität eines digitalen Mobiltelefons
Ein digitales Mobiltelefon ist gemäß dem ANSI-Standard
- für akustische Kopplung nach einer M3-Bewertung und
- für induktive Kopplung nach einer T3-Bewertung kompatibel.
In dem ANSI-Standard werden zusätzlich Methoden zur Verfügung gestellt, um Hörgeräte von M1 bis M4 zu bewerten. M1 ist der niedrigste Bewertungsgrad und M4 ist der höchste Bewertungsgrad gegen HF. Um zu bestimmen, ob ein digitales Mobiltelefon ein Hörgerät stören kann, wird die Immunitätsschätzung des Hörgerätes, beispielsweise M2, zur Schätzung des Telefons (M3) hinzugefügt.
Eine Summe von vier würde bedeuten, dass das Telefon verwendbar ist. Eine Summe von fünf bedeutet, dass das Telefon für den normalen Gebrauch verwendbar ist. Eine Summe von sechs oder mehr bedeutet, dass das Telefon ausgezeichnet mit dem Hörgerät funktioniert und eine Störung unwahrscheinlich ist.
Kennzeichnungen für HAC
HAC kompatible Mobilfunkgeräte müssen ausführlich gekennzeichnet und im Produkthandbuch beschrieben werden. Einige Hörgerätehersteller schließen Information über die HAC mit ihren Produkten freiwillig ein. Netzbetreiber stellen ähnliche Information in ihren eigenen oder belieferten Einzelhandelsgeschäften zur Verfügung. Zusätzlich wird das Personal entsprechend geschult, um Personen mit Hörgeräten kompetent zu beraten.
*Bernd Selck ist Leiter der benannten Stelle EMV Richtlinie, FCC TCB (USA), IC FCB (Kanada), MIC RCB (Japan) und Qualitätsbeauftragter der Phoenix Testlab. Zudem ist er als Fachbegutachter EMV und Qualität für die DATech in der TGA und als Fachexperte für die Bundesnetzagentur tätig.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:311429)