Tipps zur Tastaturwahl Anforderungen an Tastaturen für Messgeräte

Autor / Redakteur: Guido Kopping * / Kristin Rinortner

Die Wahl einer Tastaturart hängt von der Anwendung ab. Was im Vorfeld besprochen werden sollte, damit die Kosten im Rahmen bleiben und die Anforderungen erfüllt werden, lesen Sie hier.

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Tastaturen haben ein breites Anwendungsspektrum. Hersteller müssen bei der Entwicklung ihrer Produkte Lösungen suchen, die dem Gebrauch und den Anforderungen exakt entsprechen. Zugleich sollten diese Lösungen natürlich auch in einem gewissen Kostenrahmen liegen, um das Produkt verkaufen zu können. Dennoch sind immer die Einsatzbedingungen entscheidend für die Auswahl der geeigneten Technologie. Staubige oder nasse Umgebungseinflüsse, Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Chemikalien, lassen die Eingabegeräte bei ungeeigneter Technologie schnell verschleißen bzw. kaputt gehen. Die vielfältigen Anforderungen sollen anhand einer Applikation erläutert werden.

In der in diesem Beitrag beschriebenen Kundenapplikation handelte es sich um ein qualitativ hochwertiges Antennenmessgerät (Aufmacherbild), welches häufig im Freien eingesetzt wird. Daher ist es absolut notwendig einen gewissen Grad an Nässe- und Staubschutz zu erreichen, damit der Kunde über einen langen Zeitraum hinweg problemlos mit diesem robusten Gerät arbeiten kann. Eine weitere Anforderung war die Beleuchtung für das Tastenfeld, damit die Eingaben selbst bei schlechten Lichtverhältnissen durchgeführt werden können.

Die letztendliche Entscheidung für oder gegen eine Technologie hängt weitgehend vom Einsatzbereich ab. Darüber hinaus sollte der Herstellungsprozess im Vorfeld in den einzelnen Schritten festgelegt werden, damit das Produkt für den Hersteller und den Kunden kalkulierbar wird.

Die Anforderungen zur Hintergrundbeleuchtung sowie das „Feeling“ der Tastatur gaben schließlich den Ausschlag für die Technik einer Silikonschaltmatte. Die alternative Technik einer Folientastatur wurde auf Grund der schwierigen Beleuchtungsmöglichkeit und dem subjektiv besseren Anfühlen bei der Silikonschaltmatte verworfen.

Herstellungsverfahren einer Silikonschaltmatte

Zur Herstellung von Silikonschaltmatten muss eine metallische Form hergestellt werden. Dieses Verfahren ist zwar relativ teuer, die daraus hergestellten Produkte eignen sich jedoch sehr gut für die Massenproduktion. Das Grundmaterial aus Silikonkautschuk wird im Werkzeug in der präzisen Menge eingebracht und anschließend unter hohem Druck und mit hoher, definierter Temperatur in dem Werkzeug derart verpresst, dass es sich in der gesamten Form verteilt und zu einem einheitlichen Werkstück verschmilzt.

Auf Grund der hohen Elastizität des Materials sind leichte Hinterschneidungen in der Konstruktion möglich, das Produkt lässt sich dennoch problemlos entformen. In diesem Herstellungsprozess lassen sich auch andere Metall- und Kunststoffteile in die Matte integrieren. Die anschließende Beschriftung erfolgt meistens mittels Siebdruck. Damit eine abriebfeste Legende entsteht, wird die Farbe in einem thermischen Verfahren in das Silikon eingebrannt. Um die Widerstandsfähigkeit weiter zu erhöhen, gibt es zusätzlich Methoden zur Beschichtung bis hin zum Aufbringen von Tastenkappen aus Kunststoff oder Metall.

Je nach Einsatzbereich muss die Tastatur verschiedene Umweltbedingungen wie Kälte, Wärme, Sonneneinstrahlung, Regen etc. verkraften. Sie darf keine Beschädigung durch Substanzen wie Reinigungsmittel, Säuren oder ähnliche aggressive Stoffe erleiden und muss ein hohes Schreibaufkommen (geringer Abrieb) garantieren. In speziellen Fällen, in denen die Hygiene eine große Rolle spielt, wie zum Beispiel in der Medizintechnik, gibt es auch antimikrobakterielle Beschichtungen, die Bakterienwachstum verhindern oder eindämmen.

Um die Beleuchtung zu realisieren, wurde die Grundmatte transparent gestaltet. Hierdurch wird gewährleistet, dass eine unter der Matte angebrachte Lichtquelle durch die Matte hindurch leuchten kann. Um die Bedienbarkeit zu erleichtern sollten aber Bereiche bzw. Tasten farblich unterschiedlich ausgeführt werden, damit der Benutzer nicht nach einer benötigten Taste „suchen“ muss. Daher wurde die Matte dem Kundenwunsch entsprechend farbig beschichtet. Diese zusätzliche Beschichtung gewährleistet ein maximal widerstandsfähiges Gerät. Um die Legende bzw. Beschriftung sichtbar zu machen wurde die Beschichtung anschließend an den Symbol- und Zeichenpositionen mittels Laser entfernt. Die transparente Matte wurde an allen Tasten farblich passend beschichtet (Bild 1).

Die technische Ausführung lässt sich am besten an Hand der Prinzipskizze von Bild 2 ersehen.

Dieses kundenspezifische Projekt stellte hohe Anforderungen an die konstruktive Ausführung der Matte und die Lage der Lichtquelle, da es unter ungünstigen Bedingungen zu ungewünschter Schattenbildung an der Oberfläche kommen kann.

Die leitfähigen Kontaktpillen (2 bis 4, je nach Größe und Form der Taste) sind bei dieser Applikation jeweils an den Eckpunkten der einzelnen Taste angebracht. Dies gewährleistet den Lichtaustritt im Zentrum der Taste, genau an der Stelle, wo er gewünscht wird. Alternativ wäre eine ringförmige Kontaktpille möglich gewesen, die allerdings meist extra angefertigt werden muss, während bei kreisförmigen Kontaktpillen sehr oft auf Standardprodukte zurückgegriffen werden kann.

Die Anordnung der Pillen ist in Bild 3 (nächste Seite) dargestellt und lässt das Licht sehr gut und ohne störende Schatten an der Oberfläche der Taste erscheinen.

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