Robotik Anforderungen an Steckverbinder für die Medizintechnik

Von Isaac Noble* 3 min Lesedauer

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Steckverbinder spielen eine entscheidende Rolle in medizinischen Robotern, da sie Strom, Signale und Daten zwischen verschiedenen Komponenten übertragen. Welche Anforderungen werden heute gestellt?

Medizintechnik: Steckverbinder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung künftiger medizinischer Roboter.(Bild:  Copyright (c) 2020 MAD.vertise/Shutterstock.)
Medizintechnik: Steckverbinder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung künftiger medizinischer Roboter.
(Bild: Copyright (c) 2020 MAD.vertise/Shutterstock.)

Nach Angaben der International Federation of Robotics stieg die Gesamtzahl der für den professionellen Einsatz verkauften Serviceroboter im Jahr 2022 um 48 Prozent auf 158.000 Einheiten weltweit. Bei den häufigsten Anwendungsgebieten nahm die Medizin hinter Logistik und Gastgewerbe den dritten Platz ein.

Medizinische Roboter sind Robotersysteme, die für den Einsatz in verschiedenen medizinischen Anwendungen entwickelt wurden, von Chirurgie und Rehabilitation bis hin zu Diagnostik und Telemedizin. Diese Roboter unterstützen medizinisches Fachpersonal, steigern die Genauigkeit medizinischer Verfahren, verbessern Patientenergebnisse und bieten Lösungen bei der medizinischen Versorgung. Je nach ihrem Verwendungszweck können medizinische Roboter unterschiedliche Formen, Funktionen und Autonomieebenen aufweisen.

Im Jahr 2000 genehmigte die FDA die Verwendung des Da-Vinci-Chirurgiesystems in der allgemeinen laparo­skopischen Chirurgie, gefolgt von Zulassungen für andere Bereiche, einschließlich Strahlentherapie und rekon­struktive Chirurgie. Mit der Entwicklung von generativer KI und maschinellem Lernen könnten autonome Roboter in der Zukunft ferngesteuerte Operationen durchführen oder das Wiederauftreten bzw. Fortschreiten von Erkrankung vorhersagen.

Leitkongress zu Trends und Einsatz moderner Steckverbinder

Anwenderkongress Steckverbinder in Würzburg

Anwenderkongress Steckverbinder
(Bild: VCG)

Der Anwenderkongress Steckverbinder beleuchtet praxisorientiert technische Aspekte beim Design und Einsatz moderner Steckverbinder. In Praxis-Workshops vermitteln hochkarätige Experten elektrotechnische Grundlagen, spezifisches Knowhow und helfen bei der Auswahl des richtigen Steckverbinders.

Der Kongress ist eine in Europa einzigartige Veranstaltung, die sich den Themen rund um das Steckverbinder-Design, Design-in, Werkstoffe, Qualifizierung und Einsatz von Steckverbindern widmet.

Damit medizinische Roboter genau arbeiten, ist die Verbindungstechnik entscheidend. Steckverbinder müssen nachfolgenden spezifischen Standards entsprechen.

Mechanische Haltbarkeit: Robotersysteme sind repetitiven Bewegungen, wiederholten Vibrationen und mechanischen Belastungen ausgesetzt. Die in solchen Systemen verwendeten Steckverbinder müssen daher robust genug sein, um einem ununterbrochenen Einsatz fehlerfrei standzuhalten. Redundante Steckverbinder und Sicherungssysteme sorgen für Kontinuität, wenn Probleme auftreten, und sie erhöhen damit Gesamtsicherheit medizinischer Roboter.

Größen- und Gewichtsbeschränkungen: Platz und Gewicht sind in medizinischen Anwendungen oft begrenzt, so dass Steckverbinder kompakt und leicht sein müssen. Kleinere und sehr robuste Steckverbinder stützen sich auf ausgeklügelte Konstruktion und verbesserte Funktionalität.

Steckverbinder leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur modularen Konstruktion von Robotern, die Upgrades und Wartungsarbeiten vereinfacht. Sie erleichtern die Plug-and-Play-Integration neuer Module und fördern Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf dem sich schnell weiterentwickelnden Gebiet der medizinischen Robotik.

Elektrische Leistung: Steckverbinder müssen konstante elektrische Leistung liefern, Energieverluste vermeiden und geringstmögliche Wärme entwickeln. Für eine unterbrechungsfreie Datenübertragung zu gewährleisten, sollten Signalverluste und Nebensprechen minimal sein. Wichtig ist ebenfalls eine gute Schirmung und gutes EMV-Verhalten.

Sterilisation: Steckverbinder müssen häufigen Steri­lisationsprozessen standhalten, d.h., die verwendeten Materialien müssen Sterilisationstechniken gegenüber beständig sein. Edelstahl ist aufgrund seiner ausgezeichneten Korrosionsbeständigkeit, Haltbarkeit und Widerstandfähigkeit gegen hohe Temperaturen eine beliebte Wahl. Darüber hinaus sind medizinische Kunststoffe wie Polyetheretherketon (PEEK) und Polyphenylsulfon (PPSU) für ihre Beständigkeit gegen Chemikalien, Hitze und Feuchtigkeit bekannt.

Mit der Weiterentwicklung medizinischer Roboter werden Steckverbinder eine immer größere Rolle spielen, um Präzision, Zuverlässigkeit und Sicherheit bei Anwendungen im Gesundheitswesen zu gewährleisten. Fortlaufende Innovationen in der Steckverbindertechnik werden zweifellos zum kontinuierlichen Wachstum und Erfolg der medizinischen Robotik beitragen, was letztlich sowohl medizinischem Fachpersonal als auch Patienten zugutekommt. (kr)

* Isaac Noble ist European Product Manager bei PEI-Genesis in Southhampton / UK.

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