Steckverbinderkongress 2025 Am Puls der Zeit zu neuen Ideen – Innovationsmanagement in der Verbindungstechnik

Von Kristin Rinortner 3 min Lesedauer

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In einer schnelllebigen Welt mit neuen und wieder verschwindenden Märkten, geopolitischen Strömungen und einem stark standardisierten Produktansatz ist ein flexibles, aber pragmatisches Innovationsmanagement notwendig, um am Puls der Zeit zu bleiben. In der Keynote zum Steckverbinderkongress erläutert Dr. Susanne Krichel, wie die Methodik eingesetzt werden kann.

Innovationsmanagement: Kein Konzept hat ewig Bestand, aber wie bleibt ein Unternehmen am Puls der Zeit? Dr. Susanne Krichel steht in der Keynote auf dem Steckverbinderkongress 2025 Rede und Antwort.(Bild:  bertrand from Pixabay /  Pixabay)
Innovationsmanagement: Kein Konzept hat ewig Bestand, aber wie bleibt ein Unternehmen am Puls der Zeit? Dr. Susanne Krichel steht in der Keynote auf dem Steckverbinderkongress 2025 Rede und Antwort.
(Bild: bertrand from Pixabay / Pixabay)

Einen detaillierten Einblick in das Thema Innovationsmanagement gibt Dr. Susanne Krichel (Senior Vice President Global R&D bei der Lapp Holding SE) in der Keynote zum diesjährigen Steckverbinderkongress: „Am Puls der Zeit zu neuen Ideen – Innovationsmanagement in der Verbindungstechnik“. Um die Vision von Lapp „Top of mind“ zu verwirklichen, wurde vor mehr als einem Jahrzehnt das Innovationsmanagement eingeführt. Heute ist die Funktion ein zentraler Bestandteil der globalen F&E-Struktur. Der Eröffnungsvortrag stellt zwei zentrale Managementkonzepte des Innovationsmanagements in Stuttgart vor und gibt einen Einblick in die verschiedenen Formate, Prozesse und die Toolbox. Dabei beleuchtet der Vortrag nicht nur die theoretischen Ansätze, sondern gibt auch konkrete Einblicke in die Praxis.

Frau Krichel, was sind zentrale Konzepte beim Innovationsmanagement?

Dr.-Ing. Susanne Krichel studierte und promovierte im Fachgebiet Technische Kybernetik (Regelungstechnik) an der Universität Stuttgart. Nach dem Aufbau einer Vorentwicklungsstruktur bei Lapp als Head of Innovation and Advanced Technology hat sie zum 1. April 2025 die Rolle des Senior Vice Presidents Global R&D beim Unternehmen übernommen und treibt weltweit innovative und nachhaltige Produktlösungen im Bereich der Verbindungstechnologien voran.(Bild:  Lapp)
Dr.-Ing. Susanne Krichel studierte und promovierte im Fachgebiet Technische Kybernetik (Regelungstechnik) an der Universität Stuttgart. Nach dem Aufbau einer Vorentwicklungsstruktur bei Lapp als Head of Innovation and Advanced Technology hat sie zum 1. April 2025 die Rolle des Senior Vice Presidents Global R&D beim Unternehmen übernommen und treibt weltweit innovative und nachhaltige Produktlösungen im Bereich der Verbindungstechnologien voran.
(Bild: Lapp)

Wir bei Lapp gehen das Thema Innovationsmanagement in einem integrierten Ansatz an, d.h. von der Ideenfindung und Priorisierung der Ideen anhand von Suchfeldern bis hin zur Ideenumsetzung in einem evolutionären und revolutionären Entwicklungspfad mit unterschiedlichen Prozessansätzen. Abgerundet wird das Ganze von einem Produktlebenszyklusmanagement, einem starken Patentmanagement, dem Thema Product Compliance und auch dem Thema Datenverwaltung. Das integrierte Innovationsmanagement wird auf strategischer Seite von einer Produktgenerationenplanung auf Basis des Cambridge Konzepts der „5 Years Integrated Roadmap“ flankiert. Hier arbeiten der Vertrieb bzw. das Market Management eng mit den Produktmanagern zusammen, um das Portfolio von heute und morgen zu definieren – die Entwicklung bei Lapp konzipiert dann vorausschauend relevante Technologiekonzepte auf Produkt- und Produktionsprozessseite. Hier spielt auch unser Tech Radar mit einem methodisch starken Technology Foresighting eine wichtige Rolle.

Welche Formate, Prozesse und Tools gibt es?

Wie bereits erwähnt sind die strategischen Formate und Konzepte die „5 Years Integrated Roadmap“ und dazu passend das integrierte Innovationsmanagement, um Ideen effizient umzusetzen. Hier haben wir verschiedene Prozesse, um Ideen zu bewerten, zu patentieren und zu entwickeln. Auf evolutionärer Entwicklungsseite setzen wir auf einen klassischen Wasserfallansatz – den Stage Gate. Wichtig ist eine frühe und enge Verzahnung der Produktmanager mit den Entwicklern, der Produktion und dem Einkauf. Die meisten der Projekte hier sind von ihrer technologischen Komplexität bekannt und können durch entsprechende Vorentwicklungsprojekte gestützt werden. Um neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen zu entwickeln, die über unser Kerngeschäft der komponentenbasierten Verbindungstechnologien hinausgehen, haben wir jetzt kürzlich einen Corporate Incubator gestartet. Hier werden Ideen mit einem hohen Differenzierungspotential in diesem Bereich über den Ansatz der „Lean Start-up“-Methode vorangetrieben. Das ist eine spannende und neue Reise für uns. Wir haben darüber hinaus zahlreiche globale Kollaborationsformate, da wir sehr dezentrale aufgestellt sind.

Leitkongress zu Trends und Einsatz moderner Steckverbinder

Anwenderkongress Steckverbinder in Würzburg

Anwenderkongress Steckverbinder
(Bild: VCG)

Der Anwenderkongress Steckverbinder beleuchtet praxisorientiert technische Aspekte beim Design und Einsatz moderner Steckverbinder. In Praxis-Workshops vermitteln hochkarätige Experten Steckverbinder-Grundlagen, spezifisches Knowhow und helfen bei der Auswahl des richtigen Steckverbinders.

Der Kongress ist eine in Europa einzigartige Veranstaltung, die sich den Themen rund um das Steckverbinder-Design, Design-in, Werkstoffe, Qualifizierung und Einsatz von Steckverbindern widmet.

Warum ist das Thema Ihres Vortrags besonders relevant für unsere Teilnehmer?

In der heute schnelllebigen Welt mit Märkten, die neu entstehen, aber genauso schnell wieder depriorisiert werden können, mit geopolitischen Strömungen und einem in der Verbindungstechnik stark normierten und standardisierten Produktansatz ist es wichtig, über ein flexibles aber pragmatisches Innovationsmanagement am Puls der Zeit zu bleiben. Steckverbinder genauso wie andere Verbindungstechnologien (Kabel, Leitungen, Systemprodukte) sind häufig Commodity-Produkte – trotzdem können sich diese Produkte neben allen Vorgaben am Markt differenzieren. Dafür müssen Ideen und Markteinflüsse aber kanalisiert, priorisiert werden und gezielt für den Markt entwickelt werden. Darüber hinaus muss in Firmen Freiraum geschaffen werden, um sich aus diesem „normalen“ Entwicklungsgeschäft auch mit revolutionären Produktideen zu beschäftigen.

Was sind die drei wichtigsten Aspekte Ihres Vortrags?

Verständnis schaffen, wie ein integriertes Innovationsmanagement funktioniert, pragmatische Formate für dezentrale Organisationen vorstellen, die bei Lapp bereits gut funktionieren und Lessons learned an konkreten Beispielen aufzeigen.

Was lernen unsere Teilnehmer aus Ihrem Vortrag?

Dass es kein Konzept gibt, das ewig Bestand in einer Firma hat, sondern es wichtig ist, auch existierende Prozesse immer wieder neu zu hinterfragen und an die VUCA-Welt (volatility, uncertainty, complexity, ambiguity, Anm. d. Red.) anzupassen. Innovationsmanagement ist kein starres Gerüst, sondern eine Methodik, die smart und flexibel eingesetzt werden muss.(kr)

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