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Die Simulation von Satellitenübertragungen
Für die Simulation von Satellitenübertragungen lassen sich Nichtlinearitäten von Travelling Wavetube Amplifiers (TWTA / Wanderfeldröhren) und IMUX- bzw. OMUX- Kurven nachempfinden. Zusammen mit den BTC-Fading-Optionen lassen sich außerdem typische Umwelteinflüsse einer Satellitenübertragung oder ein sich im Raum bewegender Satellit simulieren. Auch das thermische Rauschen der Sonne, das das Satellitensignal überlagern kann, lässt sich darstellen. Hintergrundstörsignale beim Empfang des Nutzsignals wie die eines benachbarten Satelliten und der Einfluss von terrestrischen Störsignalen auf eine Erdfunkstelle oder einen Empfänger sind ebenfalls darstellbar. Zusätzlich zu einem AWGN, welches sich vor und nach dem Fading hinzufügen lässt, kann auch Phasenrauschen zum Satellitennutzsignal addiert werden.
DVB-S wurde 1994 als Standard eingeführt und hat maßgeblich zum Erfolg der Satellitenkommunikation beigetragen. Als Ergänzung zum DVB-S Format spezifiziert DVB-DSNG (eingeführt 1997) den Einsatz von 8PSK- und 16QAM-Modulation für die Berichterstattung und Nachrichtenübermittlung via Satellit. Die zweite Standardgeneration DVB-S2 wurde für Broadcast Services, Interactive Services einschließlich Internet-Zugriff, DTVC/DSNG (Digital TV Contribution/Digital Satellite News Gathering) sowie Professional Services weiter optimiert.
Professional Services sind Point-to-Point- oder Point-to-Multipoint-Dienste und werden in der Regel in einem generischen Stream-Format übermittelt. DVB-S2 kann für unterschiedliche Satelliten-Transponder-Bandbreiten und Frequenzbänder genutzt werden. Die Testlösung ist mit einem DVB-S2 Echtzeit-Coder ausgestattet und unterstützt alle vier im DVB-S2-Standard beschriebenen Services. Auch Anbieter von Komponenten für die Satelliten-Kommunikation profitieren von den Übertragungs- und Coder-Optionen sowie Nichtlinearitäts-Simulationen. So können Verstärker auf Basis der Wanderfeldröhren ebenso getestet werden wie Breitband-Satelliten-Verstärker.
Bei den Wanderfeldröhren können mittels IMUX/OMUX-Simulation der Eingangs- und Ausgangs-Multiplexer die Nichtlinearitäten minimiert werden, um den Datendurchsatz zu erhöhen. Die Komponenten können im L-, C- und S-Band getestet werden, für höhere Frequenzbereiche erfolgt die Ausgabe auf der Sat-IF.
Netzwerke besser planen und optimieren
Nicht nur für Equipment- und Komponenten-Hersteller, sondern auch für die Betreiber von terrestrischen und Satellitengestützten Netzwerken bieten sich interessante Messoptionen. Damit lassen sich Netzwerke besser planen und optimieren. So können für terrestrische Netzwerke reale SFN-Simulationen und MIMO-Tests durchgeführt werden.
Für Satelliten-Netzwerke können einerseits die Links (DVB-S bzw. DVB-S2) selbst oder aber auch Interferenzen, beispielsweise zwischen LTE und DVB-S2, simuliert werden. Zeit spart die Lösung mit seinen Optionen für Conformance- und Logo-Tests der Satelliten-Receiver. Es werden Satelliten-Applikationen bis zu 6 GHz abgedeckt: MSS im L-Band, FSS im C-Band oder BSS auf Satelliten-Zwischenfrequenz. Die für die Internet-Services via Satelliten-Netzwerke genutzten Interactive Services von DVB-S2 sowie die IP-Distribution werden ebenfalls unterstützt.
Außerdem können Standarderweiterungen im Hinblick auf Compliance, Leistungsfähigkeit und Effizienz simuliert werden, womit eine hohe Zukunftssicherheit gewährleistet wird. Es lässt sich die komplette DVB-S2-Übertragungskette testen. Von den eigentlichen Satelliten-Übertragungskanälen, den DSNG-Uplink, Broadcast Services (Contribution, Distribution) und die Professional Services (Vorwärts-Link).
* Ralph Kirchhoff arbeitet als Product Manager Broadcasting Signal Generators bei Rohde & Schwarz in München.
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