Neue Robotik für Produktion und Logistik ABB zeigt intelligente mobile Plattformroboter und neue Großroboter

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Auf der Automatica 2025 zeigte ABB neue Roboter für autonome Logistik und schwere Fertigungsaufgaben: den mobilen AMR Flexley Mover P603 sowie die Industrieroboter IRB 6730S, 6750S und 6760.

IRB-67xx-Serie von ABB Robotics(Bild:  ABB Robotics)
IRB-67xx-Serie von ABB Robotics
(Bild: ABB Robotics)

Der P603 ist ein autonomer mobiler Roboter (AMR) für Lasten bis 1.500 Kilogramm. Er nutzt KI-basierte Visual-SLAM-Navigation, benötigt keine Reflektoren und fährt auch bei ungünstiger Bodenbeschaffenheit stabil. Ein Differentialantrieb erlaubt bidirektionales Fahren in engen Umgebungen. Eine Schwerpunktüberwachung reguliert die Geschwindigkeit je nach Lastverteilung. Laut ABB liegt die Positioniergenauigkeit bei fünf Millimetern, die Spitzengeschwindigkeit bei zwei Metern pro Sekunde.

„Der Markt verlangt mehr Plattform-AMRs. Bis 2030 wird ein Volumen von 14,4 Milliarden US-Dollar erwartet“, sagte Alfonso Gonzalez, ABB-Manager für AMR auf der Automatica-Pressekonferenz.

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Inbetriebnahme per Drag & Drop

Mit AMR Studio 4.0 stellt ABB eine grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung, mit der sich Missionen und Verkehrsregeln für AMR-Flotten ohne Programmierkenntnisse konfigurieren lassen. Flottenmanagement, Kartenabgleich und Kollisionsvermeidung laufen über einen zentralen Server. „Unsere Roboter navigieren nicht nur selbstständig – sie teilen Karten, erkennen Verkehrsströme und vermeiden Staus wie ein intelligentes Flottennetz“, so Gonzalez weiter.

ABB sieht die P603-Plattform für Anwendungen wie Linienbeschickung, Kitting oder End-of-Line-Handling vor. Über Aufsatzmodule können verschiedene Transportgüter bewegt werden: offene und geschlossene Paletten, Container, Racks oder Trolleys.

Neue Großroboter mit hohem Durchsatz

Parallel zeigte ABB neue stationäre Roboter für hohe Traglasten: Die IRB-Modelle 6730S und 6750S sind Konsolroboter für die Montage auf erhöhten Ebenen. Sie lassen sich mit am Boden montierten Robotern kombinieren und erreichen bis zu 350 Kilogramm Traglast. Die Bauweise eignet sich für beengte Linien mit erhöhtem Roboterdurchsatz, etwa in Karosseriebau, Druckguss oder Giga-Casting.

Der IRB 6760 mit Karbon-Greifarm ist für die Pressenbeschickung optimiert. „Mit diesen Robotern sind wir in der Lage, 15 Hübe pro Minute zu fahren – das ergibt bis zu 900 Teile pro Stunde", erklärt Jörg Rieger, der bei ABB Robotics das Automobilgeschäft leitet.   Gesteuert werden alle neuen Großroboter über ABBs Omnicore-Plattform. Diese verspricht hohe Pfadgenauigkeit (unter einem Millimeter), reduzierte Zykluszeiten und bis zu 20 Prozent weniger Energieverbrauch.

Einheitliche Softwarebasis für alle Systeme

Die Steuerungslösung Omnicore bildet den gemeinsamen Kern aller ABB-Robotersysteme, stationär wie mobil. Neben Motion Control und Sicherheitsfunktionen bietet sie die Grundlage für KI-gestützte Funktionen: etwa automatische Routenanpassung, Pfadplanung, Objekterkennung und perspektivisch auch Sprach-zu-Code-Programmierung. „Wir nutzen große Sprach- und Bildmodelle, damit Roboter gesprochene Anweisungen verstehen und daraus direkt Robotercode erzeugen“, erklärte ABB-Robotikchef Marc Segura.

ABB betont dabei, die Roboter nicht mit zu vielen Features auszustatten, sondern nur mit den nötigsten: „Es gibt nicht mehr Geld hinter einem Use Case, als unsere Kunden bereit sind zu investieren. Deshalb hören wir genau hin, was sie wirklich brauchen“, so Segura weiter. (mc)

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