Jahresbericht Telekommunikation 2024 9,5 Mrd. GB Mobildaten, sinkende Gesprächsminuten und immer noch der Enkeltrick

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Die Bundesnetzagentur hat den Jahresbericht Telekommunikation für das Jahr 2024 veröffentlicht, der bekannte Trends aufzeigt, aber auch aufzeigt, wie es mit der digitalen Transformation weitergeht und dass erste 6G-Frequenzen untersucht werden, während 2G ab 2028 abgeschaltet wird.

Im Mai 2025 hat die Bundesnetzagentur den Jahresbericht Telekommunikation 2024 veröffentlicht.(Bild:  Bundesnetzagentur)
Im Mai 2025 hat die Bundesnetzagentur den Jahresbericht Telekommunikation 2024 veröffentlicht.
(Bild: Bundesnetzagentur)

Die Bundesnetzagentur hat auf viele Teile der Infrastruktur in Deutschland ein wachsames Auge. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, fairen Wettbewerb und diskriminierungsfreien Netzzugang in den Bereichen Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen zu gewährleisten.

Als Regulierungsbehörde ist auch die Bundesnetzagentur in der Pflicht, regelmäßig die Entwicklungen im Rahmen von Berichten zu dokumentieren. Entsprechend wurde am 16. Mai 2025 der Jahresbericht Telekommunikation für das Jahr 2024 veröffentlicht. Neben einigen bereits bekannten Trends, wie dem Rückgang von telefonierten Minuten und dem Versand klassischer SMS, enthält der Bericht auch Anhaltspunkte zum Glasfaserausbau, zum Test von 6G-Frequenzen – und unterstreicht, dass der Enkeltrick-Betrug leider immer noch hoch im Kurs steht.

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„Missbrauch ist aber auch weiterhin ein großes Thema bei den klassischen Telekommunikationskanälen“, schreibt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, im Vorwort des Berichts. 154.624 Beschwerden über Rufnummernmissbrauch erreichten die Bundesnetzagentur; knapp 10.000 mehr als im Jahr davor. „Hinter jedem einzelnen Fall steht ein Opfer – Bürgerinnen und Bürger, die betrogen und um ihr Geld gebracht wurden. Mit rund 60 Prozent lag der Schwerpunkt wieder bei unerwünschten Kurznachrichten. Der Enkeltrick ist immer noch hoch im Kurs. Aber auch kostenpflichtige Warteschleifen, Fake-Hotlines und manipulierte Rufnummern gehörten zum Repertoire der Betrüger. Um dies zu bekämpfen, hat die Bundesnetzagentur rund 6.500 Rufnummern abgeschaltet.“

Jahresbericht Telekommunikation: interessante Entwicklungen

  • Digitale Transformation und Plattformregulierung: Die Bundesnetzagentur übernahm neue Aufgaben als Digital Services Coordinator (DSC), um digitale Plattformen zu überwachen, was die Bedeutung von sicheren Online-Diensten hervorhebt und die Herausforderungen der Plattformregulierung unterstreicht.
  • Breitbandausbau und Wettbewerb: Der Ausbau von Glasfasernetzen führte zu einer Steigerung der „Homes Passed“, obwohl immer noch Herausforderungen im Bereich des Doppelausbaus bestehen, bei dem parallele Ausbauvorhaben zu Ineffizienzen führen können. „Homes Passed“ bezieht sich auf die Anzahl der Haushalte, die Zugang zu einer bestimmten Breitbandinfrastruktur haben, indem der Anschluss bis ans Grundstück oder bis ans Gebäude gelegt wurde.
  • Mobilfunkentwicklung und Frequenznutzung: Die Bundesnetzagentur plant die Verlängerung der Nutzungsrechte für Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz, die 2025 auslaufen. Ziel ist es, eine durchgängige und verbesserte Mobilfunkversorgung zu gewährleisten, insbesondere in ländlichen Gebieten und entlang von Verkehrswegen. Abgesehen davon schreiten Ausbau und Nutzung von 5G-Netzen voran, wobei auch erste Frequenzen für 6G untersucht werden. „Über 93 Prozent der Bundesrepublik sind von mindestens einem Netzbetreiber mit 5G versorgt“, meldet die Agentur. Gleichzeitig gibt es Pläne zur Abschaltung der 2G-Netze bis 2028.
  • Nachhaltigkeit und Netzwerkresilienz: Es wird verstärkt auf umweltfreundliche und nachhaltige Technologielösungen gesetzt, einschließlich energieeffizienter Netzwerktechnologien, was auch durch den neuen EU-Verhaltenskodex unterstützt wird.
  • Internationale Zusammenarbeit: Die Bundesnetzagentur spielt eine aktive Rolle in internationalen Gremien, speziell bei BEREC und der ITU, was ihre Bedeutung für die Entwicklung globaler Standards und Regulierungen unterstreicht.

Wenn Sie Interesse haben, herauszufinden, wie groß die Marktdurchdringung der Telekom eigentlich noch ist, dann sollten Sie mal in den Jahresbericht hineinschmökern.

Datenvolumen steigt im Festnetz und im Mobilfunknetz

Die meisten Menschen in Deutschland sind dank verschiedenster Faktoren, wie DSL- und Glasfaserausbau sowie Smartphones, mittlerweile „Always on“. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie ständig erreichbar sind, sondern dass sie auch ständig unterhalten werden wollen. Wie die Bundesnetzagentur für das Jahr 2024 festgestellt hat, wurden im Festnetz 149 Milliarden GB Daten übertragen; etwa ein Anstieg um knapp 15 Milliarden GB im Vergleich zum Jahr 2023.

Das ist wenig verwunderlich, findet doch inzwischen viel Unterhaltung online statt; seien es nun rund um die Uhr auf den verschiedensten Geräten verfügbare Streaming-Dienste oder soziale Medienplattformen wie Youtube, Tiktok und Instagram. Dass die ebenfalls unterwegs gerne konsumiert werden, zeigt auch das 2024 im Inland übertragene Datenvolumen von knapp 9,5 Milliarden GB. Der Zuwachs im Vergleich zum Jahr 2023 beläuft sich auf knapp 500 Millionen GB.

Gesprächsminuten im Festnetz und Mobilfunk sinken

Ebenso wenig überraschend ist es, dass die über das Festnetz und über das Mobilfunknetz rückläufig sind. 57 Milliarden Gesprächsminuten gab es im Jahr 2024 über das Festnetz, 148 Milliarden über das Mobilfunknetz. Beide Zahlen sind geringer als im Jahr 2023, doch der Rückgang war im Jahr 2024 geringer.

Gleichzeitig ist die Menge der Gesprächsminuten über Messenger- und Videokonferenz-Dienste von 175,1 Milliarden im Jahr 2023 auf 196,7 Milliarden Minuten gestiegen. Und 901,9 Milliarden Sofortnachrichten wurden über diese Kommunikationsangebote versendet – im Vergleich dazu wurden gerade einmal 5,2 Milliarden SMS verschickt. (sb)

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