So bleiben Fertigungsdienstleister auf Kurs 6 Erfolgschancen für EMS-Anbieter trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

Redakteur: Claudia Mallok

Für den amerikanischen EMS-Anbieter Sanmina-SCI, der in Deutschland ein Werk im fränkischen Gunzenhausen hat, ist das raue Wirtschaftsklima kein Grund schwarz zu sehen. „Die Erfahrung lehrt uns, dass Veränderungen und Umbrüche stets große Chancen für neue Geschäfte bringen“, sagt Oliver Digel, Senior Vice President Sales & Business Development EMEA bei Sanmina-SCI. Der Branchenkenner zeigt sechs Lösungsansätze auf, wie EMS-Anbieter jetzt die richtigen Weichen stellen können.

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Die Prognosen für die Elektronikindustrie - mit einem Produktionsvolumen von über 2500 Mrd. Euro die größte Industriebranche weltweit - wurden gesenkt. Auch für das EMS-Geschäft haben die Marktbeobachter iSuppli die zu erwartenden Wachstumsraten nach unten korrigiert. Obwohl die Experten davon ausgehen, dass Elektronikhersteller auch weiterhin die Vorteile der Fremdfertigung (Outsourcing) nutzen werden, hat die schwache Nachfrage Verlagerungen zur Folge.

Oliver Digel, Senior Vice President Sales & Business Development EMEA bei Sanmina-SCI und zeigt sechs Lösungsansätze, wie EMS-Anbieter jetzt die richtigen Weichen stellen können.

1. Der EMS-Markt ist stark fragmentiert

Der EMS-Markt lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Man muss sehr stark differenzieren, in welchem vertikalen Segment man als Outsorurcing-Dienstleister tätig sein möchte oder seine Kompetenzen erfolgreich ausbauen kann. Branchen wie die Medizintechnik wachsen trotz der angespannten Weltwirtschaftslage. Andere Industrien wie Solar- und Windenergie sind erst im Aufbau und stehen vor einer umfassenden Internationalisierung.

Für die Hersteller im noch jungen Markt Erneuerbare Energien geht es jetzt um Kostenoptimierung in der Produktion und die Flexibilisierung entlang der Wertschöpfungskette. Themen, die sie gemeinsam mit Fertigungsdienstleistern lösen können. Auch andere Branchen entwickeln sich entgegen dem allgemeinen Trend. Beispielsweise steigt der Bedarf nach Telekommunikation und Datendienstleistungen. Hier wird, teilweise auch unterstützt durch das Konjunkturpaket der Bundesrepublik, die Infrastruktur weiter ausgebaut. Das bietet EMS-Anbietern zusätzliche Chancen.

2. Zukunftsträchtige Branchen ausbauen

Der Blick auf die vielen Facetten des EMS-Marktes zeigt, dass man reagieren und schwache Bran-chen wie die Automobilzulieferung durch neue Tätigkeitsfelder und Services ersetzen kann. Sanmina-SCI zertifiziert beispielsweise das deutsche Werk in Gunzenhausen gerade für die Medizintechnik nach ISO 13485. Das Unternehmen bündelt seine Expertise in diesem Segment in einer eigenen Medical Division mit über 20 Jahren Markterfahrung und bisher zehn weltweiten Produktionsstätten für Medizintechnik.

Fertigungsmöglichkeiten am deutschen Standort sind dazu eine ideale Ergänzung und eine zusätzliche Alternative zu den bereits bestehenden europäischen Medizinstandorten in Irland und Schweden. Hinzu kommen Vertriebsmitarbeiter aus dem Medical Segment für die Kundenberatung vor Ort. Auch im Segment Luft- und Raumfahrttechnik eröffnen sich Wachstumschancen, auf die Sanmina-SCI durch zusätzliche Zertifizierungen für seine deutsche Produktionsstätte reagiert.

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