32-/64-Bit-Prozessoren 6 Chiphersteller machen ARM zur führenden MCU-Architektur
In der Studie „32/64-bit Microcontrollers & Embedded Microprocessors“ kommt das Marktforschungsunternehmen Semicast zu dem Schluss, dass ARM im Jahr 2010 die x86 und Power Architecture als führende 32-/64-Bit-MCU-/Embedded-MPU-Architektur abgelöst hat.
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Die Daten der Studie basieren laut Semicast auf den Umsatzzahlen für MCUs und Embedded-Mikroprozessoren, schließen ASICs, ASSPs und FPGAs allerdings aus. Dabei ergab sich für ARM im Jahr 2010 ein geschätzter Marktanteil von 23,5%. Im Jahr 2007 lag dieser Wert noch bei 13,6%, was nahezu einer Verdopplung des ARM-Marktanteils in nur drei Jahren entspricht.
Die ARM-Architektur ist seit Mitte der 1990er Jahre im MCU-Markt präsent. Zu den ersten Halbleiterherstellern, die damals den Original-ARM7-Core in ihre Bausteine integrierten, zählten Atmel, Cirrus Logic und Oki. Die ersten Produkte waren jedoch weniger erfolgreich, da ARM oft als Architektur für Mobiltelefone in Verbindung gebracht wurde und sich wenig für den MCU-Markt eignen würde.
Diese Annahme hat sich im Jahr 2006 schnell zerschlagen, als ARM den Cortex-M3 Core ankündigte, der vom damaligen Lead-Partner Luminary Micro übernommen wurde. Luminarys Ziel war es, die traditionellen Grenzen zwischen der 8-, 16- und 32-Bit-Architektur zu überwinden und die These widerlegen, dass ARM im kostensensitiven MCU-Markt nicht bestehen würde.
Cortex M zieht bei den Halbleiterherstellern ein
Luminarys früher Erfolg führte dazu, dass das Unternehmen im Jahr 2009 von Texas Instruments übernommen wurde. Da auch andere Halbleiterhersteller wie Atmel, Freescale, NXP, STMicroelectronics und Toshiba die Cortex-M-basierte Mikrocontroller in ihr Angebot aufnahmen, hat sich ARM schnell als führende Architektur etabliert.
Semicast ermittelte, dass TI im Jahr 2010 der führende Anbieter ARM-basierter MCUs/Embedded-MPUs war, vor NXP und ST. Die meisten der großen MCU-Hersteller haben mittlerweite ARM-basierte Bausteine im Angebot, einschließlich Freescale, die laut Semicast insgesamt führend bei 32-/64-Bit-MCUs/Embedded-MPUs im Jahr 2010 waren.
Freescales Kinetis-Reihe Cortex-M4-basierter Bausteine vervollständigt das 32-/64-Bit-MCU-Angebot neben der Power Architecture und Coldfire. Microchip bleibt einer der wenigen MCU-Anbieter, die nicht auf die ARM-Architektur setzen und sich stattdessen für MIPS in seinen PIC32-Mikrocontrollern entschieden hat. Renesas Electronics unterstützt weiterhin seine eigenen Produktreihen SuperH, V850, H8SX, M32, R32 und RX.
ARM für Automotive, Industrie und Medizintechnik
Semicast geht davon aus, dass der Großteil ARM-basierter MCUs/Embedded-MPUs in die Märkte Automotive-, Industrie- und Medizintechnik implementiert wird.
Im Vergleich dazu hat die Power Architecture ihre Stärken vor allem bei Automotive und in Infrastrukturen für die Kommunikationstechnik, während die hauptsächlichen Embedded-Märkte für x64/x86 im Bereich Industrie-PCs und Kommunikationsinfrastrukturen liegen.
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