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Steckverbindergehäuse aus Aluminium
Standard-Steckverbindergehäuse werden in der Regel aus einer Aluminiumlegierung hergestellt. Geschützt durch eine Epoxidpulverbeschichtung auf Polyesterbasis erreicht man mit diesen Gehäusen eine Resistenz von bis zu 100 Stunden nach den gängigen Salznebeltests EN:ISO 9227 und ASTM B117-16. Dieser Schutz ist für viele Anwendungen im normalen Maschinenbau völlig ausreichend, weil die Gehäuse hier z.B. nicht dauerhafter Salznebelbelastung ausgesetzt sind.

Um diesen Schutz zu erhöhen, verwendete man in der Vergangenheit Chromatierungen, welche häufig auf Chrom-VI-Basis aufbauten. Nach Inkrafttreten der neuen EU-Richtlinie RoHS und dem Verbot von hexavalenten Chromverbindungen, wurden diese Schutzbeschichtungen mit RoHS-konformen, auf Chrom III basierenden Beschichtungen, ersetzt.
Mittels solcher Beschichtungen und einer darüber gelegten Pulverbeschichtung erreicht man maximal Resistenzwerte von 500 Stunden nach den oben aufgeführten Salznebeltests. Dennoch kommt es zuerst zu Korrosionserscheinungen an den Punkten, wo die Aluminiumlegierung oder die beschichtete Oberfläche in Kontakt mit anderen Metallen kommt, zum Beispiel mit eingenieteten Edelstahlbolzen oder mit vernickelten Messingkabelverschraubungen.
So stößt auch dieser Korrosionsschutz an seine Grenzen, beispielsweise im Außenbereich von Rolling-Stock-Anwendungen, an Offshore-Windenergieanlagen, an Salzdispensern oder in der chemischen Industrie. Gerade in diesen Disziplinen und auch in der Lebensmittelverarbeitung wurden jahrelang erheblich teurere Edelstahllösungen eingesetzt. Ebenso häufig waren Aluminiumgehäuse in der Vergangenheit bei Offshore-, aber auch bei vielen Onshore-Anwendungen nicht zugelassen.
Da dem Gehäuse die wichtige Aufgabe zukommt, die sensiblen Signale im Inneren des Steckverbinders zu schützen bzw. die Umwelt vor den Folgen eines elektrischen Schlages, sind bei der vollständigen Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit solcher Gehäuse keine Abstriche zu machen. Selbstverständlich könnten inzwischen existierende Kunststoffgehäuse ersatzweise bei schwer korrosiven Applikationen eingesetzt werden, allerdings gibt es hier Einschränkungen bei der Temperaturbeständigkeit. Kunststoffgehäuse bieten keinen EMV-Schutz und sind für Umgebungstemperaturen über 100°C nicht geeignet.
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